Gastkommentar des Ex-Werder-Stars

Naldo: Brasilien macht es wie Schalke

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Naldo strahlt eigentlich immer. Über seine Nicht-Berücksichtigung für die WM ist er aber sehr enttäuscht.

Von Naldo. Ganz ehrlich: Es ärgert mich immer noch, dass ich bei der WM nur Fernseh-Zuschauer sein werde.

Ich kann nicht verstehen, dass ich nach meiner super Saison mit Schalke nie die Chance bekommen habe, mich in der Selecao zu beweisen. Unser Nationaltrainer Tite hat zwar mal in einem Interview meinen Namen erwähnt, aber nie Kontakt zu mir aufgenommen. Das ist wirklich schade.

Aber ich bin Brasilianer und werde natürlich unserer Mannschaft die Daumen drücken. Dieses Team kann wirklich Weltmeister werden. Tite ist ein toller Trainer. Er ist wie ein Vater für die Spieler, weil er allen das Gefühl gibt, dass sie wichtig sind. Anders als 2014 ist der Teamgeist richtig groß. Die Mannschaft besteht längst nicht mehr nur aus Neymar. Im Gegenteil: Jetzt läuft sogar Neymar für die anderen mit, arbeitet auch gut nach hinten. Die ganze Einstellung hat sich verändert.

Naldo wünscht sich Finale Brasilien gegen Deutschland

Unter Tite wird sich nicht mehr darauf verlassen, dass wir eine super Offensive haben. Brasilien macht es jetzt wie Schalke: Erst zählt die Defensive, dann wird schnell nach vorne gespielt. Wir kassieren kaum noch Gegentore, das kann bei der WM entscheidend sein. Vorne wirbelt natürlich Neymar, aber nicht alleine. Auch Gabriel Jesus ist klasse, Roberto Firmino auch. Gespannt bin ich auf Paulinho. Der ist defensiv und offensiv richtig stark und könnte ein Schlüsselspieler werden.

Trotzdem: Der Auftakt gegen die Schweiz wird nicht einfach. Das ist eine Mannschaft, die sehr kompakt steht. Und im ersten Spiel gibt es eigentlich immer Probleme. Wir werden zwar gewinnen, aber nur ganz knapp. Aber dann werden wir uns von Spiel zu Spiel steigern. Das wird eine richtig gute WM. Auch für Deutschland. Joachim Löw hat eine tolle Mannschaft – und natürlich drücke ich meinen Bundesliga-Kollegen die Daumen. Ich würde mir ein Finale Brasilien gegen Deutschland wünschen. Obwohl ich mich dann noch ein bisschen mehr ärgern würde, dass ich nicht dabei bin.

Zur Person: Naldos erste Station in Deutschland war Werder Bremen (2005 bis 2012). Es folgten der VfL Wolfsburg (2012 bis 2016) und der FC Schalke 04 (seit 2016). Für sein Heimatland Brasilien hat der Innenverteidiger (35) vier Partien absolviert. Mittlerweile besitzt Ronaldo Aparecido Rodrigues auch einen deutschen Pass. Von den Bundesliga-Kollegen kürzlich zum besten Feldspieler der Saison gewählt.

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Quelle: DeichStube

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