Eichin will die Option noch nicht ziehen

Garcia weiter auf Bewährung

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Santiago Garcia hängt sich immer voll rein, muss aber sein Temperament besser in den Griff bekommen. ·

Bremen - Bei Santiago Garcia scheiden sich die Geister: Ist der Argentinier nun ein guter oder ein schlechter Linksverteidiger? Soll Werder den Leihspieler für 1,5 Millionen Euro fest verpflichten oder ihn im Sommer gehen lassen?

„Wir haben uns noch nicht entschieden, ob wir die Option ziehen werden“, verrät Sportchef Thomas Eichin auf Nachfrage und verlängert quasi die Bewährung von Garcia: „Wir haben da noch Zeit.“

Auch Eichin ist im Zwiespalt. Natürlich erinnert er sich gerne an die Spiele gegen Hannover und Leverkusen, als Garcia jeweils in der Schlussphase den Siegtreffer erzielte und die Ostkurve stürmte. Ebenso mag es Eichin, dass sich Garcia auf dem Feld nicht schont. Kein Wunder, schließlich ging der Ex-Profi als Verteidiger einst auch nicht gerade zimperlich zu Werke. Doch die Zeiten haben sich geändert. In der Bundesliga wird inzwischen viel schneller Gelb gezeigt. Und Garcia besitzt quasi ein Abo auf den gelben Karton, wurde in acht von 13 Bundesliga-Spielen verwarnt. Gegen Augsburg sah er dann sogar Gelb-Rot – und wurde für seine verbale und leicht handgreifliche Kritik amSchiedsrichter für insgesamt zwei Spiele aus dem Verkehr gezogen.

„Ich schätze ihn sehr. Aber Santi muss seine Leidenschaft besser kontrollieren und in einigen Situationen schlauer reagieren“, fordert Eichin. Garcia versucht zu oft, mit Brachialgewalt Probleme in der Defensive zu lösen oder vorne ein Tor zu erzwingen. Schon auf Schalke musste er deshalb vor der Pause ausgewechselt werden, um einen Platzverweis zu vermeiden. In Augsburg ließ ihn Trainer Robin Dutt nach Gelb für eine Blutgrätsche gegen Andre Hahn auf dem Platz – und musste in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit mitansehen, wie Garcia mit gestrecktem Bein den Torerfolg erzwingen wollte und dafür zurecht die Ampelkarte serviert bekam.

Das machte nicht gerade den Eindruck, Garcia habe aus dem Schalke-Spiel gelernt. Andererseits hatte der 25-Jährige zuvor gegen Hertha BSC und zuletzt auch gegen Braunschweig mit frühen Verwarnungen recht souverän bis zum Ende durchgehalten. Deshalb ist Eichin überzeugt: „Wir werden das gemeinsam in den Griff bekommen.“

Wenn aber nicht, wird Werder wohl kaum die Option für den Außenverteidiger ziehen. Dann müsste Garcia zurück zum chilenischen Club Rangers de Talca, der sich die Transferrechte mit dem italienischen Zweitligisten US Palermo teilt. · kni

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