Garcia verursacht späten Elfmeter – 1:1 in Köln

Tollpatsch-Foul kostet den Sieg

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DIE RÜCKKEHR von Franco Di Santo (vorn/gegen Kevin Voigt) hat Werder Bremen gestern auch nicht zum Erfolg über den 1. FC Köln verholfen.

Köln - Von Malte Rehnert. Es hätte alles so schön sein können… Um zehn nach fünf war Werder gestern Nachmittag noch auf dem besten Weg Richtung Europa. Die Bremer führten 1:0 beim 1. FC Köln und wären mit diesem Resultat bis auf zwei Punkte an den FC Augsburg (0:2 in Freiburg) auf Platz sechs der Bundesliga herangerückt.

Weil auch der Tabellensiebte Hoffenheim (0:0 in Paderborn) und der Achte Frankfurt (1:3 in Stuttgart) Federn ließen, hätten die Bremer im Kampf um die Europa-League-Plätze zum großen Gewinner des Spieltages werden können. Doch dann legte Linksverteidiger Santiago Garcia alles Ungeschick der Welt in eine Aktion und verursachte in der 88. Minute einen „voll blöden Elfmeter“ (Werder-Sportchef Thomas Eichin). FC-Kapitän Matthias Lehmann verwandelte zum 1:1 (0:0)-Endstand – und die Bremer, die vorher auch einen Elfmeter hätten zugesprochen bekommen können, schauten dumm aus der Wäsche. Sie bleiben Neunter. Und sie verpassten es, endgültig alle Zweifel am Klassenerhalt auszuräumen, da hinter ihnen einige Teams gewannen und zumindest ein wenig Boden gut machten.

„Das ist richtig bitter“, stöhnte Werder-Kapitän Clemens Fritz über den späten Ausgleich und die zwei durch die Lappen gegangenen Punkte. Geschäftsführer Eichin ärgerte sich gleich mit: „Bei einem Sieg hätten wir nach oben gucken können. Jetzt müssen wir weiter schauen, wie der Abstand nach unten ist.“ Trainer Viktor Skripnik versuchte derweil zu erklären, warum sein Team den Vorsprung nicht über die Zeit gebracht hatte: „Wir haben am Ende nicht mehr so konsequent gespielt. Da waren wir einfach müde.“

Der Bremer Trainer hatte ein wenig überraschend Janek Sternberg als Linksverteidiger in die Anfangsformation beordert – für „Heimspiel-Sterni“ war es bei den Werder-Profis der erste Startelfeinsatz in einem fremden Stadion. Der Argentinier Garcia saß bis zur 69. Minute auf der Ersatzbank, weil er angeschlagen war. „Er hat seit Wochen Probleme an der Patellasehne“, erklärte Skripnik. Weitere Änderung: Torjäger Franco Di Santo kehrte nach abgesessener Gelbsperre zurück, Fin Bartels übernahm wieder die Rolle des Spielmachers – und Levin Öztunali rutschte raus. Gar nicht im Kader stand Assani Lukimya. Der Innenverteidiger war zum zweiten Mal Vater geworden und wegen der Geburt von Sohn Assani Jamal in Bremen geblieben.

Die Werder-Noten zum Unentschieden in Köln

Lukimya dürfte die Partie live im TV verfolgt haben – und er sah einen flotten Auftakt mit der ersten guten Chance für sein Team. Nach Vorlage von Davie Selke schoss Di Santo mit links drüber (11.). Werder war das Selbstvertrauen von zuletzt drei Auswärtsspielen in Folge ohne Niederlage (zwei Siege, ein Remis) anzumerken. Die Gäste versteckten sich im mit 50000 Zuschauer ausverkauftenh RheinEnergie-Stadion nicht und waren um Spielkontrolle bemüht. Das klappte auch ganz ordentlich, jedenfalls kamen die Kölner lange Zeit nicht gefährlich vor das Bremer Tor. Werder probierte mehr, hatte nach 27 Minuten ein Eckenverhältnis von 4:0. Und die vierte Hereingabe von Zlatko Junuzovic brachte das 1:0. Kölns Torjäger Anthony Ujah verlängerte den Ball unfreiwillig zu Selke, der am langen Pfosten lauerte und flach mit links vollstreckte – durch die Beine von FC-Nationalspieler Jonas Hector. Für Selke war es das sechste Saisontor – und für Werder schon das 19. nach einem Standard. Das ist Ligaspitze!

Werder mit Remis beim 1. FC Köln

Allerdings brachte der Treffer nicht die gewünschte Sicherheit, sondern war eher ein Weckruf für Köln. Die Hausherren hatten kurz danach zwei dicke Möglichkeiten durch Kevin Wimmer (29./knapp verpasst) und Ujah (30./knapp vorbei), der im Hinspiel das entscheidende Tor zum 1:0 erzielt hatte.

Nach der Pause erhöhte Köln noch mehr den Druck, das 1:1 lag in der Luft. Werder sorgte kaum noch für Entlastung, hatte dann aber ein Mal Pech. Wimmer brachte Öztunali im Strafraum zu Fall (77.). „Für mich ein klarer Elfmeter“, sagte der Bremer. Doch Schiedsrichter Robert Hartmann (Wangen) pfiff nicht – das tat er dann kurz vor Schluss auf der anderen Seite. Zu Recht, aus Bremer Sicht aber mega-ärgerlich. Denn eigentlich war es eine total harmlose Situation. Der Ball war schon fast im Tor-aus, als Garcia dem Kölner Bard Finne tollpatschig in die Hacken lief. Beim Elfmeter ließ Lehmann dem Bremer Keeper Raphael Wolf keine Chance. 1:1, Sieg futsch! Doch Skripnik wollte Garcia, der wie ein Häufchen Elend auf dem Rasen kauerte, nicht an den Pranger stellen: „Er ist mein Spieler. Ich mache ihm keinen Vorwurf.“

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