Argentinier ist jetzt echter Bremer

Garcia träumt vom Double

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Santiago Garcia hat sich schnell in die Herzen der Werder-Fans gespielt und ist ihnen unendlich dankbar: „Sie haben mir unglaublich geholfen.“ ·

Bremen - Als Santiago Garcia Anfang September das erste Mal für Werder spielte, „da hat er gleich einen Elfmeter verursacht“, erinnert sich Robin Dutt an das Testspiel-Debakel gegen den Zweitligisten FC St. Pauli (1:4) und verzieht das Gesicht. Der Coach berichtet auch von den „großen Ausschlägen nach oben und nach unten“ in den Leistungen des Argentiniers. Trotzdem ist Dutt heilfroh, dass Werder den Leihspieler nun gekauft und mit einem Vertrag bis 2017 ausgestattet hat.

„Er ist ein absoluter Leistungsträger geworden“, sagt Dutt und atmet als Demonstration der Erleichterung tief durch. Die Verpflichtung des 25-jährigen Außenverteidigers, der in 20 Spielen drei ganz wichtige Tore erzielt hat, lasse ihn nun optimistischer in die Zukunft blicken. Würden jetzt noch alle weiteren Leistungsträger wie zum Beispiel Sebastian Prödl und Zlatko Junuzovic trotz Begehrlichkeiten anderer Clubs gehalten, „dann können wir den nächsten Schritt machen“.

Geht es nach Garcia darf das ruhig ein großer Schritt sein. Der Argentinier, der auch einen italienischen Pass besitzt, möchte mit Werder nicht nur bald international spielen, sondern er hält sogar eine Wiederholung des Doubles von 2004 für möglich: „Warum nicht? Ich hoffe das, wir hoffen das alle.“

Aber mit Hoffnung allein begnügt sich Garcia natürlich nicht. Für diesen Traum müssten alle hart arbeiten und kämpfen. Also so wie er Woche für Woche auf dem Platz. Dafür lieben ihn die Fans – und noch mehr für seine Tore und den gemeinsamen Jubel. Denn Garcia sucht gerne das Bad in der Menge. So wie auf dem Rasen auch mal die Beine des Gegners. „Der Einsatz hat bei ihm immer gestimmt, manchmal war er aber auch ungesund“, urteilt Dutt. Gegen Schalke habe er ihn gerade noch rechtzeitig vor der Ampelkarte auswechseln können, in Augsburg dann nicht mehr. „Er war am Anfang schon sehr mentalitätsorientiert unterwegs“, beschreibt Dutt ganz sanft einen Spieler, der vom Boulevard martialisch „Gaucho-Grätsche“ genannt wird.

Doch den „Koste-es-was-es-wolle-Zweikampf“ zeigt Garcia immer seltener. „Er hat das in eine gute Balance gebracht“, lobt Dutt und meint damit nicht nur Einsatz und Foulspiel, sondern auch Defensiv- und Offensivarbeit. Seine Prognose: „Da ist noch mehr Potenzial.“

Davon will in erster Linie Werder profitieren, aber Garcias Ex-Clubs können das auch. 1,75 Millionen Euro wird der Bundesligist an den italienischen Club US Palermo (zwei Drittel) und den chilenischen Verein CSD Rangers Talca überweisen. 250 000 Euro weniger als die Kaufoption eigentlich vorsah. Für diese Ersparnis räumte Sportchef Eichin den Clubs eine Beteiligung an einem Weiterverkauf von Garcia ein. Wenn der überhaupt noch mal weg will. „Ich fühle mich hier sehr wohl“, betont der 25-Jährige: „Und meine Freundin auch.“ Carla Arpi spielt inzwischen Hockey beim Bremer HC, der sich damit auch freuen dürfte, dass Garcia jetzt ein echter Bremer ist. · kni

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