Zu schlecht für Europa – 0:3

Bremen - Der FSV Mainz 05 hat seinen Auswärtsfluch besiegt und Werder Bremen eine bittere Niederlage im Kampf um die Europacup-Qualifikation zugefügt. Die Mainzer Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel gewann beim Angstgegner 3:0 (1: 0) und kann im Abstiegskampf erst einmal durchatmen.

Schon heute Nachmittag kann es passieren: Der SV Werder fliegt aus der Euro-Zone, wenn Hannover 96 sein Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach gewinnt. Und das wäre nach der katastrophalen Leistung bei der gestrigen 0:3 (0:1)-Heimpleite gegen den abstiegsbedrohten FSV Mainz 05 auch nur mehr als konsequent. Denn in dieser Verfassung und mit dieser Einstellung haben die Bremer auf den ersten sieben Bundesliga-Plätzen, die in dieser Saison ein Ticket nach Europa bedeuten, nichts zu suchen.

Immerhin: Werder suchte keine Ausreden und wälzte seine Probleme auch nicht auf Schiedsrichter Knut Kircher ab. Dabei hatte der Unparteiische aus Rottenburg mit zwei höchst umstrittenen Entscheidungen gegen die Gastgeber durchaus seinen Anteil am Untergang der Bremer. Doch Klaus Allofs stellte dazu nur fest: „Wenn wir so schlecht spielen und 0:3 verlieren, dann habe ich keine Lust, mich damit zu beschäftigen.“ Der Clubchef knöpfte sich lieber sein Personal vor: „Es ist schon sehr verwunderlich, wie man heute von unserer Seite in dieses so wichtige Spiel gegangen ist. Wir haben dem Gegner überhaupt nicht gezeigt, dass wir dabei sind. Das ist keine Frage der Qualität, sondern eine Frage, wie man sein Potenzial abruft. Darüber müssen wir reden.“ Wahrscheinlich schon heute Morgen vor dem nächsten Training. Eine Konsequenz zog Allofs schon gestern, er verpasste den Spielern einen Maulkorb, sie dürfen sich nicht mehr öffentlich zu ihreren Vertragssituationen bei Werder äußern.

Werder Bremen verliert gegen Mainz 05

Es wird ungemütlich an der Weser. Dabei hatte es gegen Mainz so angenehm begonnen. Die Bremer, bei denen die zuletzt fehlenden Tim Wiese, Philipp Bargfrede und Claudio Pizarro wieder in der Startelf standen, übernahmen sofort das Kommando. Und bei Bargfredes Kopfball verhinderte nur der Pfosten die durchaus verdiente Führung (13.). Die erzielten sechs Minuten später die Gäste – mit freundlicher Unterstützung

Keine Kritik am Schiri

gleich mehrerer Bremer. Hartherz, Bargfrede, Sokratis und vor allem Affolter machten beim Tor von Adam Szalai eine ganz schlechte Figur. „Mein Puls ist gar nicht hoch gegangen, als der Konter lief, so harmlos war das – und plötzlich ist der Ball drin“, ärgerte sich Allofs über die mangelhafte Gegenwehr.

Danach ging bei den Gastgebern vor 40 132 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Weserstadion gar nichts mehr. „Wir sind voll von unserem Spiel abgekommen, die Verunsicherung wurde immer größer“, klagte Trainer Thomas Schaaf später. Zur Pause hatte er reagiert, in Marko Marin einen weiteren gerade genesenen Spieler gebracht. Doch ehe sich der Wechsel auszahlen konnte, lag Werder schon 0:2 hinten (48.). Nach einem Rempler von Eric-Maxim Choupo-Moting im Strafraum fiel der nicht gerade schmächtige Florian Hartherz um und musste mit ansehen, wie der Mainzer mühelos die Führung ausbaute. Ein Foul? Kircher sah keinen Regelverstoß. Bremer Proteste auf dem Platz gab es kaum – und Allofs meinte zum Verhalten des erst 18 Jahre alten Außenverteidigers vielsagend: „Das ist die Naivität, die man ablegen muss, um sich durchzusetzen.“

Schaaf reagierte erneut – und das sogar mit einem Doppelwechsel (51.): Rückkehrer Naldo und Youngster Niclas Füllkrug, der eine Woche zuvor gegen Augsburg sein erstes Bundesliga-Tor erzielt hatte, sollten die Wende bringen. Doch es war mal wieder Pizarro, der Werder rettete. Na ja, fast rettete. Denn vor seinem Anschlusstreffer nach Marin-Hereingabe hatte der Ball auch minimal seinen Arm berührt – und Kircher das als klaren Regelverstoß ausgemacht (64.). Kein Tor. Eine bittere Entscheidung für Werder, aber keineswegs eine Fehlentscheidung. „Wir müssen nicht über den Schiri reden. Wir waren schlecht, nicht er. Außerdem lagen wir in der Szene auch schon 0:2 hinten“, fand Naldo nach seinem ersten Einsatz in diesem Jahr klare Worte. Zumal sein Freistoß, den Christian Wetklo nur mit Mühe parierte (72.), die einzige Chance nach der Pizarro-Aktion darstellte.

Die Werder-Profis liefen nur noch hilflos über den Platz – und Clemens Fritz sogar seinen Keeper Tim Wiese über den Haufen, so dass Choupo-Moting die Kugel nur noch über die Linie kicken musste (74.). Es war das peinliche i-Tüpfelchen auf einen desaströsen Nachmittag, der mit einem Hannoveraner Sieg heute noch unangenehmer werden kann.

Von Björn Knips

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