Fünf gute Gründe für die Werder-Wende

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Auf Claudio Pizarro ruhen die Torhoffnungen – heute gegen Hoffenheim und in der gesamten Rückrunde. 

Von Malte Rehnert Jetzt geht’s los! Ab heute gibt’s keine Ausreden mehr. Ab heute müssen die Profis von Werder Bremen beweisen, dass sie besseren und erfolgreicheren Fußball spielen können als in der schwachen Hinrunde. Damit wollen sie heute Nachmittag (15.30 Uhr) im Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim anfangen. Zweifel sind vor dem Start der Bundesliga-Rückrunde allerdings angebracht. Fünf „Mutmachern“ stehen beim Tabellen-14. ebenso viele „Angstmacher“ gegenüber.

Die Mutmacher

1. die Heimbilanz

Werder gewann gegen Hoffenheim alle bisherigen Heimspiele: zuletzt am 9. Februar 2010 im Pokal-Viertelfinale (2:1), davor zwei Mal in der Bundesliga. Am 17. Oktober 2009 (2:0) und am 27. September 2008. Das 5:4 war ein wahres Fußball-Fest: Nach 4:1-Führung musste Werder erst das 4:4 hinnehmen, ehe Mesut Özil der Siegtreffer gelang. „Spiele gegen Hoffenheim sind immer interessant, teilweise spektakulär“, sagt der Bremer Trainer Thomas Schaaf.

2. die Trainingseindrücke

Im Trainingslager in Belek arbeitete Werder sehr intensiv, genau wie in dieser Woche in Bremen. Die Profis wirkten hochkonzentriert und waren bissig, fast schon aggressiv. „Die Mannschaft ist aktiv und gewillt“, urteilt Schaaf, schränkt aber ein: „Der Wille allein reicht nicht. Wir müssen wieder zu den Dingen finden, die uns stark machen.“ Interessant wird sein, ob Werder die guten Trainingsleistungen endlich aufs Spielfeld übertragen kann. In Belek war dies fast gar nicht gelungen.

3. Claudio Pizarro

Der Torjäger, in der Hinserie von drei Muskelfaserrissen geplagt, wirkt frisch und motiviert. Zum Glück für Werder, denn auf dem 32-Jährigen liegt die meiste Offensivlast. „Ich fühle mich gut und hoffe, dass wir morgen gewinnen. Das wäre sehr wichtig“, unterstrich Pizarro gestern. Marko Arnautovic macht ebenfalls einen ordentlichen Eindruck, Neuzugang Denni Avdic und der heute gesperrte Sandro Wagner verbreiten aber nicht gerade Angst und Schrecken.

4. der Realitätssinn

„Wir sollten uns kleine Ziele vornehmen. Und erst, wenn wir die erreicht haben, können wir wieder von größeren träumen. Wir wollen Schritt für Schritt gehen“, sagt Innenverteidiger Sebastian Prödl. Der derzeit verletzte Dominik Schmidt betont: „Wir können es nur zusammen packen, müssen noch enger zusammenrücken.“ Scheinbar sind sich die Bremer der schwierigen Situation mit einem möglichen Abstiegskampf bewusst. „Hier träumt keiner“, hat Sportchef Klaus Allofs festgestellt. Trainer Schaaf hofft sogar ein bisschen darauf, dass Werder nun unterschätzt wird: „Vielleicht traut man uns nach der Hinrunde nicht mehr allzu viel zu.“

5. die Unruhe beim Gegner

Das Wintertheater in Hoffenheim spielte gleich mehrere Stücke. Der Abschied von Trainer Ralf Rangnick, der Wirbel um den „meuternden“ und inzwischen fast an Stoke City verkauften Demba Ba – und zuletzt das Geständnis von „Boss“ Dietmar Hopp, tief in den roten Zahlen zu stecken. Das kann an einer Mannschaft nicht spurlos vorbeigehen. Zudem muss Neu-Coach Marco Pezzaiuoli in Mittelfeld-Motor Luiz Gustavo und Stürmer Ba (mit sechs Toren erfolgreichster Schütze neben Gylfi Sigurdsson) die besten Spieler der Hinrunde ersetzen.

Die Angstmacher

1. die Rückrundenstarts

0:1 in Frankfurt, davor 1:2 gegen Bielefeld und 1:2 gegen Bochum: Das sind Werders Auftaktergebnisse in den vergangenen drei Rückserien. Die Bremer taten sich immens schwer, in Gang zu kommen. Der letzte Sieg zum Start einer Rückrunde datiert aus 2007 (3:0 gegen Hannover).

2. das Abwehrverhalten

Werder hat in der Hinrunde nach Schlusslicht Gladbach (47) die meisten Gegentreffer (35) kassiert – und in den Tests in Belek gab’s acht gegen alles andere als übermächtige Gegner. Das nervt Schaaf, trotzdem will er heute nicht nur Beton anrühren: „Die Marschroute ist nicht: ,Geht rein und spielt nur noch sicher.‘ Wir müssen auch sehen, wo wir Risiko gehen können – vorm gegnerischen Tor natürlich mehr als vorm eigenen.“

3. die Unerfahrenheit

Der Start ist hart. Nach Hoffenheim muss Werder beim 1. FC Köln antreten, der um jeden Punkt fighten wird. Und dann kommen die Bayern ins Weserstadion. Trotzdem: Werder muss kräftig punkten, um sich ein wenig zu befreien. Gelingt das nicht, wird der Druck riesig – und mit dem Abstiegskampf kennen sich im Bremer Kader nicht viele aus.

4. das Hinspiel

Beim Saisonauftakt setzte es im August 2010 die bislang einzige Niederlage gegen Hoffenheim – aber die hatte es in sich. Schon zur Halbzeit stand’s 1:4, am Ende auch. Werder ließ sich mit überfallartigen Angriffen überrollen – und diese Taktik pflegt die TSG nach wie vor. „Hoffenheim spielt sehr schnell nach vorne, lässt den Ball gut laufen“, weiß Schaaf, der das Hinspiel am liebsten aus dem Gedächtnis streichen würde: „Ich schaue nicht viel nach hinten, sondern auf die Aktualität.“

5. die warnenden Beispiele

Guter Kader, schlechte Spiele und Ergebnisse – schon häufiger sind Mannschaften in den Abstiegsstrudel geraten, von denen dies überhaupt nicht erwartet worden war. Hertha BSC beendete die Spielzeit 2008/09 als Vierter – in der darauffolgenden Saison stiegen die Berliner ab. Leverkusen war 2002 Zweiter – und rettete sich 2003 erst am letzten Spieltag. Werder war vergangene Saison Dritter . . .

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