Ein bitterer Abend

Fünf Gegentore und zwei Enttäuschungen für Pavlenka

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Jiri Pavlenka holt einen Ball aus seinem Kasten - insgesamt fünf Tore kassierte der Werder-Keeper gegen England.

London – Wer weiß, was gewesen wäre, wenn er nur den Bruchteil einer Sekunde früher gesprungen wäre? Hätte Jiri Pavlenka den Elfmeter von Harry Kane dann pariert? Ja, hätte er, meinte der Torhüter der tschechischen Nationalmannschaft. „Ich war ja dran, aber eben nicht mit der ganzen Hand und konnte den Ball so nicht mehr entscheidend ablenken“, sagte er.

Und sein Trainer Jaroslav Silhavy war sich sicher, dass der Einstieg in die EM-Qualifikation für die Tschechen weit weniger desaströs verlaufen wäre, wenn Pavlenka in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit mehr als nur die Fingerspitzen an den Ball gebracht hätte: „Dieses Gegentor hat uns ein bisschen gebrochen. Wir wollten es noch umdrehen, aber England war zu gut.“ 0:5 hieß es am Ende im Londoner Wembley-Stadion – es war ein Mega-Fehlstart für Pavlenka und seinen Bremer Teamkollegen Theodor Gebre Selassie, die beide die vollen 90 Minuten spielten.

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Pavlenka nicht verantwortlich für den Fünferpack

Pavkenka hatte im Vorfeld große Hoffnungen in die Partie gesetzt. Wer im Spiel der EM-Qualifikation im Tor steht, wird dort auch bleiben – das war seine Annahme. Doch letztlich ist es so dann doch nicht. Pavlenka, beim SV Werder der große Rückhalt, spielte zwar, doch das nur, weil sein Konkurrent Tomas Vaclik wegen einer Bauchmuskelverletzung ausgefallen war. Der Keeper des FC Sevilla gilt aber als Nummer eins, nicht Pavlenka.

Zwei Enttäuschungen auf einmal also für den 26-Jährigen, der nach dem 0:5 in Wembley einigermaßen konsterniert zurückblieb. „Das war eigentlich kein 0:5 aus unserer Sicht“, sagte er im Interview mit „sport.cz“: „Das Spiel hätte anders enden sollen. Es ist schwer zu bewerten.“ Klar ist nur: Pavlenka war für den Fünferpack nicht verantwortlich zu machen. Bei den drei Toren des überragenden Raheem Sterling (24., 62., 68.) war er machtlos, beim besagten 0:2 durch Kanes Elfmeter fehlte nicht viel zur Parade und das 0:5 war ein Slapstick-Eigentor von Tomas Kalas (84.). 

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Coach Silhavy: „Spielverlauf ein bisschen grausam“

„Ein bisschen grausam“ fand Silhavy den Verlauf. Pavlenka fand das auch. Fünf Gegentore – „soweit ich mich erinnern kann, ist mir das noch nicht passiert. Es ist schwer, darüber zu reden“, sagte er, wollte das Spiel aber nicht als Ohrfeige bewerten: „Es war ein sehr unglückliches Spiel. England hatte eine hervorragende Qualität. Jetzt müssen wir in den anderen Qualifikationsspielen zeigen, dass wir mehr können.“ Die weiteren tschechischen Gegner in der Gruppe A sind Bulgarien, Montenegro und der Kosovo.

Am Dienstag wartet auf Pavlenka und Gebre Selassie aber eine Herausforderung ganz anderer Art. In Prag ist Brasilien der Gegner – Pavlenka hat dann wegen der Vaclik-Verletzung gute Chancen, erneut zu spielen. Aber nicht als Nummer eins, sondern weiter nur als deren Stellvertreter.

Quelle: DeichStube

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