Werder-Coach Thomas Schaaf angefressen: „Wir haben Dinge gemacht, die ich nicht sehen will“

Frust nach der verpassten Chance

Enttäuscht und verärgert: Das Aus in der Europa League nagt sehr an Werder-Trainer Thomas Schaaf.

Werder-Bremen - Von Arne Flügge (Eig. Ber.) · Thomas Schaaf war auch gestern noch angefressen. Das Aus in der Europa League nach dem wahnsinnigen 4:4 (1:3)-Spektakel gegen den FC Valencia nagte weiterhin kräftig am Trainer von Werder Bremen. „Das Spiel ist bei mir noch nicht durch, die Einflüsse sind immer noch da“, sagte der 48-Jährige.

An Schlaf war kaum zu denken gewesen. Bis in den Morgen hinein hätten sich seine Gedanken um die Partie gekreist. „Wir haben eine Riesenchance verspielt, uns für die nächste Runde zu qualifizieren“, ärgerte sich Schaaf, „weil wir Dinge gemacht haben, die ich eigentlich nicht erleben will.“

Was der Trainer damit meinte, liegt auf der Hand: Ein schlampiges Defensivverhalten, vor allem in der ersten Halbzeit, hatten die Spanier nach Treffern von David Villa (2./45./66.) sowie Juan Mata (15.) bestraft. „Da waren sie eiskalt“, räumte Bremens Mittelfeldstar Mesut Özil ein.

Bewundernswert war auf der anderen Seite die Moral der Hanseaten, die „alle Nackenschläge“ (Sportchef Klaus Allofs) wegsteckten, einen 0:2- sowie einen 1:3-Rückstand aufholten und selbst zu vier Toren von Hugo Almeida (26.), Torsten Frings (57./Foulelfmeter), Marko Marin (62.) und Claudio Pizarro (84.) kamen. Doch das war nach dem 1:1 im Hinspiel zu wenig. Denn dass es diesmal nicht zu einem der berühmten Wunder von der Weser langte, war der Tatsache geschuldet, dass die Bremer noch reihenweise Möglichkeiten versiebten. „Es ist daher schwer zu verstehen, warum wir ausgeschieden sind“, meinte ein sichtlich erschrockener Abwehrspieler Per Mertesacker. Und Özil analysierte treffend: „Wir haben in der ersten Halbzeit zu viele Fehler gemacht und unsere Chancen nicht genutzt. Das war der Knackpunkt. Das haben wir uns selbst zuzuschreiben.“

Und daher fand nicht nur Thomas Schaaf nach der Partie schwer in den Schlaf. Auch seine Spieler hatten keine geruhsame Nacht. „Ich habe lange über dieses Spiel gegrübelt. Auch ich hatte Chancen und habe sie nicht reingemacht. Da geht man nicht einfach zur Tagesordnung über, sondern macht sich schon seine Gedanken“, räumte Özil gestern ein. Auch Marko Marin ist erst „sehr spät eingeschlafen. Ich habe noch lange an dieses Spiel gedacht. Es ist verdammt bitter, so ausgeschieden zu sein.“

Der Frust über die verpasste Chance sitzt bei Werder tief. Zumal in der nächsten Runde in Atletico Madrid eine lösbare Aufgabe gewartet hätte. „Aber vielleicht“, sagt Mertesacker, „gelingt es uns ja, diese Frustration jetzt in positive Energie umzuwandeln.“ Schließlich steht heute (15.30 Uhr) bereits das Bundesliga-Heimspiel gegen den VfB Bochum an, am Dienstag folgt dann das DFB-Pokalhalbfinale gegen Zweitligist FC Augsburg. „Wir müssen jetzt schnell wieder ins Maximum kommen, sehen, dass wir gleich gegen Bochum wieder körperlich an unsere Grenzen gehen“, forderte Mertesacker, „und bei allen tollen Torchancen, die wir uns erarbeiten, dürfen wir nicht vergessen, dass die Basis für den Erfolg in der Defensive liegt.“

Auch Özil blickte gestern bereits wieder nach vorn. „Wir müssen die Enttäuschung abhaken und uns auf die nächsten Spiele, besonders den DFB-Pokal, konzentrieren. In der Europa League sind wir rausgeflogen, in der Liga haben wir die Meisterschaft verpatzt. Jetzt müssen wir wieder den Pott nach Bremen holen – und alles ist gut.“

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