Lob für Dutt

„Früher bin ich weggelaufen“

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Ein Herz für Freundin Sanne – und ein Strahlen im Gesicht: Eljero Elia ist die Erleichterung nach seinen ersten Bundesliga-Toren für Werder deutlich anzusehen. ·

Bremen - War das jetzt die Wende? Eljero Elia hat den Makel der Bundesliga-Torlosigkeit für Werder, der ihm seit über einem Jahr anhaftete, eindrucksvoll weggeschossen und dabei sogar seine Schmerzen ignoriert. „Die Tore helfen mir natürlich“, sagt der Niederländer, der sich nun keine bohrenden Fragen von Familie, Freunden und Fans mehr anhören muss. Und Elia ist guter Dinge, dass der Doppelpack beim 3:3 gegen Nürnberg kein positiver Ausrutscher war. Im Pressegespräch äußerte sich der 26-Jährige gestern über . . .

seine Blessur

Seit „zwei, drei Wochen“ hat Elia Probleme am rechten Sprunggelenk, spielte mit Schmerztabletten. Heute fährt er nach Amsterdam zu Fußspezialist Professor Cornelis Nicolaas van Dijk, der im März 2010 (noch zu HSV-Zeiten) seinen lädierten linken Knöchel operiert hat. Eine Auszeit befürchtet Elia nicht.

„Die Schmerzen waren auf einmal da, letzte Woche war es noch schlimmer. Wenn ich laufe, habe ich das Gefühl, ich könnte umknicken. Wenn ich einen Ball voll treffe, dann tut es weh. Beim Schuss zum zweiten Tor hatte ich Schmerzen. Mit Tape kann ich nicht spielen, dann habe ich einen zu dicken Fuß. Nächste Woche ist wieder Länderspielpause. Wenn ich dann zwei, drei Tage Pause mache, geht es hoffentlich besser.“

seinen Doppelpack

3 356 Minuten musste er auf sein erstes Bundesliga-Tor für Werder warten. Und dann waren es gleich zwei, wie am 12. Dezember 2009 für den HSV, damals ebenfalls gegen Nürnberg (4:0).

„Ich habe mich natürlich daran erinnert, aber erst nach dem Spiel. Da dachte ich: Oh, ja! Ich habe schon mal zwei Tore gemacht – und damals noch eins für Marcell Jansen vorbereitet.“

die Vergangenheit

Seine Werder-Zeit war bislang eine große Enttäuschung. Sportlich klappte bei dem im Sommer 2012 verpflichteten 5,5-Millionen-Euro-Mann so gut wie gar nichts. Das muss am Holländer genagt haben, doch er wiegelt ab:

„Für mich war das nicht so schwierig, weil ich wusste, wenn ich hart arbeite, klappt es irgendwann wieder. Für die Fans war das schlimm. Sie haben gedacht: Wir erwarten mehr von Elia. Auch Freunde und Familie haben immer wieder gefragt: Wann kommt dein Tor? Du musst mal eins machen. Ich habe so viele Sachen gehört. Naja, wenn du Profi bist, musst du in guten und in schlechten Zeiten da sein. Gott sei Dank habe ich jetzt die zwei Tore gemacht.“

sein Selbstvertrauen

„Die Tore helfen mir natürlich. Ich wusste, dass ich in dieser Saison von Anfang an Gas geben muss – das mache ich. Und ich habe das Gefühl, dass es von Woche zu Woche besser wird. Jetzt bin ich richtig drin und hoffe, dass ich drin bleibe und und noch besser werde, mehr Tore schieße.

seine Wandlung

In seinem ersten Werder-Jahr alberte Elia noch ziemlich viel herum, mittlerweile wirkt er deutlich zurückhaltender, scherzt kaum noch beim Training und spricht selten mit Medienvertretern. Die Suspendierung am Ende der vergangenen Saison, als er für eine nächtliche Autotour mit Kumpel Marko Arnautovic bestraft wurde, mag ihn nachdenklich gemacht haben.

„Es ist ein Neuanfang für mich, das habe ich von Anfang an gesagt. Ich gehe und will hier nicht weg, ohne dass ich erfolgreich gewesen bin bei Werder Bremen. Jedes Mal weglaufen, wenn es nicht läuft, ist nicht gut. Du musst auch Respekt für die Fans und den Verein haben. Früher, als ich jünger war, bin ich weggelaufen. Da waren viele Emotionen im Spiel. Aber jetzt denke ich anders über einige Sachen. Ich habe auch Verantwortung für meine zwei kleinen Kinder.“

Robin Dutt

Vom neuen Werder-Coach, den er nach seinen Toren gegen Nürnberg besonders innig herzte und beinahe zu Boden riss, ist Elia geradezu begeistert.

„Er ist ein toller Mensch und Trainer – und gut für die Mannschaft. Er redet mit allen. Egal, ob alt oder jung. Er wird unsere Mannschaft zusammenhalten. Von Anfang an hatte ich ein gutes Gefühl bei ihm. Schon in seinem ersten Interview hat er mir öffentlich das Vertrauen ausgesprochen. Dann hat er mir gesagt: ,Was letztes Jahr passiert ist, ist abgehakt. Wenn du 100 Prozent gibst, gebe ich dir 100 Prozent Vertrauen zurück. Ich kann dir nur helfen, dich zu verbessern. Wenn du das willst, können wir gut zusammen arbeiten.‘ Er hat die richtige Art gefunden, mit mit umzugehen. Das konnte Thomas Schaaf auch, aber da hat es auf dem Platz nicht geklappt.“

seine neue Spielweise

Vergangene Saison klebte der 26-Jährige meistens am linken Flügel, war oft gar nicht drin im Spiel. Nun genießt er in der Offensive mehr Freiheiten.

„Ich probiere, dichter am Tor dran zu sein. Das trainieren wir viel, dass ich mehr Chancen bekomme. Diesmal hat es gut geklappt.“ Findet auch Robin Dutt: „Er hat beide Tore aus dem Zentrum erzielt“, betont der Coach und erklärt: „,Elli‘ soll lernen, auch die Räume in der Mitte zu nutzen, weil er eine gute Beweglichkeit hat.“

die Fans

Nach seinem Doppelpack wurde Elia gefeiert wie noch nie im Weserstadion, bei seiner Auswechslung (83.) gab es Standing Ovations.

„Auf dem Platz kriegt man das gar nicht so mit, aber mein Vater, der im Stadion war, hat es mir erzählt. Er hat mir gesagt: Die Leute hier wollen sehen, dass du kämpfst. Langsam, langsam, langsam wird alles besser. Ich danke den Fans, dass sich mich nicht fallengelassen haben.

die Nationalmannschaft

Am 14. November 2012 bestritt Elia sein letztes Länderspiel für die Elftal (0:0 in Amsterdam gegen Deutschland). Nun hofft er auf eine Rückkehr.

„Die Nationalmannschaft ist immer ein Thema für mich. Ich will dabei sein. Der Trainer hat noch nicht mit mir gesprochen. Ich erwarte auch nichts von Bondscoach Louis van Gaal – was in der letzten Saison in Bremen passiert ist, will er nicht sehen. Bei der Nationalmannschaft muss sich aber keiner Sorgen um mich machen. Wenn ich da bin, gebe ich 100 Prozent – genau wie bei Werder. Wenn ich gut drauf bin, kommt die Einladung von alleine. Ich hoffe, dass ich bald zurückkommen darf.

seine Ziele

„Mein Ziel ist es, mit Werder in der oberen Tabellenhälfte zu bleiben. Und nach der Saison möchte ich zur WM nach Brasilien.“ · mr

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