Werders Außenverteidiger legt den Vorwärtsgang ein / Ein bisschen wie Ramos und Maicon

Fritz will gefährlicher werden

Mehr Vorfreude auf die neue Saison geht eigentlich nicht: Clemens Fritz will in der Offensive gefährlicher werden und mit Werder die Meisterschaft nach Bremen holen.

Bremen - Von Björn Knips · Beim Thema Tore muss Clemens Fritz sofort lachen: „Einen Treffer pro Saison, mehr gib’s von mir doch nicht.“ Seine schon traditionelle Torflaute nimmt der Außenverteidiger von Werder Bremen mit Galgenhumor.

Doch wenn er schon nicht selbst trifft, dann will der 29-Jährige in dieser Saison wenigstens für andere den Weg zum Tor ebnen: „Ich möchte in der Offensive mehr die Initiative ergreifen und Chancen vorbereiten.“ Fritz legt den Vorwärtsgang ein – und nennt dabei keine Geringeren als den Spanier Sergio Ramos und den Brasilianer Maicon als Vorbilder.

„Aber nur ein bisschen“, schränkt der Werder-Profi gleich ein: „Ramos und Maicon haben bei der WM praktisch Außenstürmer gespielt. So offensiv geht das bei uns in Bremen nicht. Sonst haben wir schnell wieder so viele Gegentore wie früher.“ Schließlich sei es in der vergangenen Saison endlich gelungen, eine bessere Balance zwischen Offensive und Defensive zu erlangen. „Da müssen wir weitermachen“, fordert Fritz.

Das Training am Dienstag

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Der Ex-Nationalspieler könnte sich dabei durchaus entspannt zurücklehnen. Zum einen hat er eine starke Saison gespielt und geht – anders als vor einem Jahr – voller Selbstvertrauen in die neue Spielzeit. Zum anderen ist er auf der rechten Abwehrseite – wieder einmal – konkurrenzlos. Fritz müsste sich schon seine Beine verknoten, um den Stammplatz zu verlieren. Denn als Ersatz steht praktisch nur Allrounder Petri Pasanen, ein gelernter Innenverteidiger, parat. Und der Finne wird schon oft genug auf der anderen Seite gebraucht, weil Sebastian Boenisch keine Konstanz in seine Leistungen bringt. „Es stimmt schon“, gesteht Fritz, „im Mittelfeld und Sturm gibt es mehr Konkurrenz.“

Thomas Schaaf sieht’s genauso, und das schmeckt dem Coach überhaupt nicht: „Diese Situation versuchen wir zu verbessern – auch was das Niveau betrifft.“ Neue Außenverteidiger sollen also her, aber noch ist keiner wirklich in Sicht. Aldo Corzo darf sich zwar momentan bei Werder beweisen, doch der Gastspieler aus Peru dürfte kaum Chancen auf eine Verpflichtung haben. Und Nachwuchsmann Timo Perthel ist erst in der vergangenen Saison vom Mittelfeldspieler zum Linksverteidiger umfunktioniert worden. Sein Einsatzgebiet bleibt deshalb vorerst die U 23 in der Dritten Liga.

Aber warum ist es so schwer, gute Außenverteidiger zu finden? „Ich weiß es nicht“, sagt Fritz und zuckt mit den Schultern: „Natürlich ist die Position sehr vielseitig und deshalb nicht so einfach. Aber insgesamt ist der Fußball doch viel anspruchsvoller geworden – also auf allen Positionen.“

Gegen Konkurrenz hätte Fritz jedenfalls nichts einzuwenden. „Die belebt doch das Geschäft“, erklärt der Bremer mit einem breiten Grinsen. Obwohl er zwei Trainingslager in den Knochen hat und der dritte „Ausflug“ kurz bevorsteht, ist er bestens gelaunt. „Ich fühle mich sehr gut“, berichtet er: „Und ich will noch mehr Verantwortung übernehmen und die jungen Spieler mit führen.“ Dabei gebe es für einen Club wie Werder Bremen auch nur ein Ziel: „Mit dieser guten Mannschaft muss es einfach unser Anspruch sein, um die Meisterschaft mitzuspielen.“

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