Der Fritz-Plan: Bis 2015 bei Werder, dann ist Schluss

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Auch wenn es kalt und nass ist wie gestern: Clemens Fritz macht es mit 33 Jahren immer noch Spaß, jeden Tag in Bremen auf dem Trainingsplatz zu stehen. ·

Bremen - Letzter Laktattest, letzte Vorbereitung, letzte Rückrunde? Natürlich musste sich Clemens Fritz gestern beim Trainingsauftakt diese Fragen gefallen lassen. Schließlich läuft sein Vertrag im Sommer eigentlich aus.

Und der 33-Jährige selbst hatte vor Wochen die automatische Verlängerung trotz einer längst wirksamen Klausel in Frage gestellt. Jetzt macht er es nicht mehr, der Kapitän stellt vielmehr klar: „Stand jetzt gehe ich davon aus, dass ich auch nächste Saison für Werder spiele.“

Die Entscheidung ist im Urlaub gefallen – und nicht nur diese. Fritz hat auch schon sein Karriereende im Blick. „Wenn ich hier noch eine Saison spiele, dann ist 2015 Schluss“, kündigt der Außenverteidiger an. Sein ursprünglicher Plan, noch einmal in den USA zu kicken, hat sich damit wohl erledigt. Aus gutem Grund. „Es macht mir hier in Bremen noch zu viel Spaß.“

Doch Fritz ist schlau genug, um zu wissen, dass Spaß nicht alles ist. Er verdient gut bei Werder, dafür erwarten Club und Fans Leistung. „Wenn du 33 Jahre alt bist, heißt es plötzlich: Der ist nicht mehr schnell genug“, kennt Fritz das Gerede an den Stammtischen und freut sich diebisch, „dass die Statistiken etwas anderes sagen“. Laut der Bundesliga-Datenbank „impire“ waren nur zwei Werder-Spieler in der Hinrunde schneller als Fritz (34,2 km/h): Zlatko Junuzovic (35 km/h) und Felix Kroos (34,8 km/h). „Ich bin also noch schnell genug“, sagt Fritz und grinst.

Die Verletzung am Hüftbeuger, die ihn am Ende der Hinrunde stoppte, ist auskuriert: „Ich kann voll einsteigen. Ich freue mich auf die Vorbereitung.“ Dass Werder in Marco Motta von Juventus Turin einen Rechtsverteidiger im Visier hat, stört ihn nicht. „Sie können auch zwei Rechtsverteidiger holen, ich stelle mich der Konkurrenz. Theo Gebre Selassie wurde ja auch geholt, und ich bin noch hier“, erinnert Fritz.

Den Ex-Nationalspieler bringt nichts mehr aus der Ruhe. Er genießt den Herbst seiner Karriere. „Wenn ich keinen Spaß mehr hätte, würde ich aufhören“, behauptet er. Genauso wäre es, wenn in den nächsten Monaten plötzlich der Körper nicht mehr mitspielt, ihn schwere Verletzungen lahm legen. „Ich muss fit sein, sonst macht es keinen Sinn“, betont Fritz. Und der Club müsse ihn wollen: „Vielleicht sagt Werder ja auch: Wir haben keinen Bock mehr auf dich! Dann werden wir reden. Ich bin schon so lange hier, ich bin mit Werder verbunden.“

Trainingsstart mit Laktattest

Seit 2006 trägt der Ex-Leverkusener grün-weiß. Er hat die großen Champions-League-Zeiten genauso miterlebt wie den Abstiegskampf. Der 33-Jährige genießt höchstes Ansehen im Verein, weil er immer freundlich, nie abgehoben ist. Weil er sich auf dem Platz nie schont. Seit Jahren gibt es kaum eine Werbekampagne von und mit Werder, in der sein gewinnendes Lächeln nicht auftaucht. Er ist ein Aushängeschild – und mit seiner sprachlichen Kompetenz auch ein wichtiger Kommunikator.

Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass Fritz nach seiner aktiven Zeit bei Werder bleibt. Zum Beispiel als Management-Trainee. Vor einem Jahr hat Werder diese Ausbildungsstelle als Pilotprojekt geschaffen und sie mit Tim Borowski besetzt. Der Ex-Profi hat im Sommer seine Ausbildung abgeschlossen. Dann wäre der Platz eigentlich frei für Fritz. Doch der will noch nicht auf Laktattest und Co. verzichten. · kni

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