Werder-Kapitän rückt TV-Bericht zurecht

Fritz: Kein Rücktritt vom Rücktritt

Clemens Fritz geht auf die Zielgerade seiner Karriere als Profi-Fußballer. - Foto: nph

Bremen - Eigentlich schien alles klar: Clemens Fritz macht im Sommer Schluss und hängt die Fußballschuhe mit 35 Jahren an den Nagel. So hat es der Werder-Kapitän Anfang des Jahres offiziell verkündet. Er blieb auch dabei, als die Rufe nach einer Fortsetzung seiner Karriere immer lauter wurden, weil er in der Rückrunde so stark aufspielte. Doch vor dem Dortmund-Spiel gab es dann die vermeintliche Wende. „Nichts ist in Stein gemeißelt“, sagte Fritz in einem Sky-Bericht und machte damit quasi eine Hintertür auf.

Aber nur kurz, weil er das überhaupt nicht gewollt hatte. „Ich war überrascht, was da gesendet wurde. Ich dachte, es sollte ums Spiel gehen“, sagt Fritz. Der Mittelfeldspieler sieht seine Aussage aus dem Zusammenhang eines 30-minütigen Gesprächs gerissen und falsch interpretiert: „Zu dem Thema ist doch alles gesagt.“ Will heißen: Es wird keinen Rücktritt vom Rücktritt geben.

Dabei steht die Tür für Fritz bei Werder weit offen. „Natürlich akzeptieren wir die Entscheidung von Clemens, aber ich habe bei diesem Thema einen klaren Standpunkt“, sagt Sportchef Thomas Eichin und führt aus: „Für mich ist Clemens noch fit genug, um mindestens noch ein Jahr weiterzumachen. Er kann volle Kanne körperlich mithalten.“ Deshalb ist Eichin im Fall Fritz auch absolut gesprächsbereit. Aber er will das Thema nun auch nicht zu sehr befeuern. „Wir haben schließlich gerade ganz andere Probleme“, sagt Eichin und meint damit natürlich den Abstiegskampf.

Aber auch dabei spielt Fritz eine Hauptrolle. „Jetzt schlägt die Stunde der erfahrenen Spieler“, sagt Eichin. Sechs Spieltage vor dem Saisonende müssten die „erfahrenen Spieler die jüngeren führen. Und sie müssen eine gewisse Lockerheit reinbringen, damit keiner verkrampft.“

Fritz macht das. Bei jeder Gelegenheit betont er, dass nun positiv gedacht werden muss. Wer das nicht macht, bekommt deutliche Worte zu hören – auch oder vor allem, wenn er Journalist ist. „Dieses Runterziehen geht mir auf den Sack“, schimpfte er am Samstag nach der bitteren 2:3-Niederlage in Dortmund und stellte unmissverständlich klar: „Ich bin überzeugt von uns als Mannschaft, dass wir die Klasse halten werden.“ Denn als Absteiger will er seine Karriere nicht beenden. - kni

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