Frischer Flirt für „Merte“, Pizarro trifft die alte Liebe

Bremen - Von Carsten Sander - Kribbelt‘s schon? Diese Frage muss man Per Mertesacker eigentlich gar nicht stellen. Natürlich kribbelt’s – „ich stehe schließlich vor meinem ersten nationalen Finale“, sagt der Werder-Verteidiger.

Bei ihm ist die Anspannung vor dem Pokal-Showdown gegen Bayern München (morgen 20.00 Uhr, Olympiastadion Berlin) förmlich spürbar. Bei Claudio Pizarro ist dagegen keine Abweichung von der Norm feststellbar. Was nicht weiter verwundern sollte, denn der Peruaner steht bereits vor seinem sechsten Cup-Endspiel. Also alles schon Routine?

Werders Weg ins Finale

Der Weg in das Pokalfinale

„Nein, nein“, lacht Pizarro, „auch für mich ist das immer noch etwas Besonderes.“ Diese spezielle Finalatmosphäre im Olympiastadion, die polarisierten Fan-Blöcke in Ost- und Westkurve, der funkelnde Pokal am Spielfeldrand – der Werder-Torjäger kennt das alles zur Genüge. Und kann doch nicht genug davon bekommen. Wenn der Gegner dann auch noch Bayern München heißt, ist für Pizarro das spezielle Berlin-Feeling noch spezieller. „Es ist für mich eine große Freude, gegen die Bayern zu spielen. Ich habe mit denen viele Titel gewonnen“, sagt er.

Pokalfreude mal laut, mal leise. Claudio Pizarro (li.) bejubelte den Pokalsieg 2009 euphorisch,

Exakt sechs waren es. Meister und Pokalsieger 2003, Meister und Pokalsieger 2005, Meister und Pokalsieger 2006 – drei Double in nur vier Jahren. Und nun steht Pizarro auf der anderen Seite, spielt gegen die Bayern und soll das nächste Double der Münchner irgendwie verhindern. Schwer wird‘s, das ist ihm klar. „Die Bayern haben schon eine ziemlich starke Mannschaft, aber wir sind auch gut drauf“, meint Pizarro und prophezeit: „Für die Zuschauer wird es ein gutes, sehr intensives Spiel werden.“

Für ihn könnte es der nächste Schritt auf der nach oben offenen Bestenliste des DFB-Pokals werden. Im vergangenen Jahr fuhr Pizarro mit Werder Cup-Triumph Nummer vier ein, folgt nun Nummer fünf, wäre er ganz dicht dran an Rekordsieger Oliver Kahn. Der hat den „Pott“ sechsmal in den Händen gehalten.

„Zuschauer“ Per Mertesacker kam dagegen nicht wirklich aus sich heraus.

Per Mertesacker erst einmal – doch das konnte er so richtig nicht genießen. Weil der damalige HSV-Stürmer Ivica Olic (Achtung, morgen gibt’s ein Wiedersehen!) ihm im UEFA-Pokal-Halbfinale bei einem rüden Foul einen doppelten Bänderriss zugefügt hatte, verpasste „Merte“ im vergangenen Frühjahr gleich zwei Finals. Beim Gedanken daran verfinstert sich seine Miene immer noch. „Extrem bitter“ war’s, nur zuschauen zu können. Und als 100-Prozent-Pokalsieger kann er sich auch nicht fühlen, sagt der 25-Jährige: „Ich war schon zugehörig, aber das Finale nicht gespielt zu haben, schmälert die Freude schon leicht. Zwar meinten alle, dass ich großen Anteil an dem Erfolg hatte, und das wusste ich auch. Aber komplett dahinter steht man dann doch nicht.“

Verpasstes lässt sich aber nachholen. Mertesacker spricht von einem „besonderen Highlight“, das ihm morgen bevorsteht. „Die Vorfreude“, sagt er, „ist noch größer als die Nervosität.“ Auch, weil die Mannschaft für ein Novum in der Club-Geschichte sorgen kann. Noch nie hat der sechsfache Pokalsieger aus Bremen den „Pott“ auch verteidigt. „Dass wir das jetzt schaffen können, muss uns allen bewusst sein.“

Vor zehn Jahren hatte sich die Chance schon einmal geboten. Nach dem Sensationssieg 1999 über die Bayern verlor Werder ein Jahr später die Final-Revanche mit 0:3. Damals im Bremer Trikot: Claudio Pizarro in seinem ersten Endspiel. „Jetzt ist es eine ganz ähnliche Geschichte“, sagt er, „doch ich hoffe, dass wir diesmal gewinnen.“

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