Nächster Elfmeter-Fehlschuss – aber prompt Rückendeckung von Allofs

Frings trotzig: „Dann gehe ich wieder hin“

Nicht zu fassen: Werders Kapitän Torsten Frings verschoss in Wolfsburg schon wieder einen Elfmeter.

Bremen - Von Malte Rehnert· Dem Frust folgte ziemlich schnell der Trotz. Nach seinem verschossenen Elfmeter beim mageren 0:0 in Wolfsburg ärgerte sich Torsten Frings selbst am meisten. Trotzdem: Er will auch beim nächsten Mal antreten – sollte sich kein anderer Kandidat finden.

„Es gibt keine Regel, dass ich schießen muss. Jeder, der sich gut fühlt, darf. Wenn aber keiner möchte, gehe ich wieder hin“, kündigte der 34-Jährige an. Für Werder bedeutete der Fehlschuss: wieder kein Auswärtstor – und deshalb erneut kein Auswärtssieg. Wie der Gegner sind die Bremer momentan Mittelmaß – und so sah die Partie am Samstag in der Volkswagen-Arena auch aus. VfL-Keeper Diego Benaglio brachte es anschließend auf den Punkt: „Das Spiel passte zur Situation beider Mannschaften.“

Remis in Wolfsburg

VfL Wolfsburg gegen Werder Bremen

Paradebeispiele dafür, dass es bei Beiden nicht rund läuft, waren die zwei verschossenen Elfmeter. Erst scheiterte Frings mit einem schwachen Schuss – flach und ziemlich mittig – an Benaglio, der den Ball an die Latte lenkte (74.). Nur drei Minuten später drosch Edin Dzeko drüber (77.).

Die Strafstöße waren zweifellos die Höhepunkte in einer Partie auf niedrigem Niveau – und sie lieferten viel Gesprächsstoff. „Ich weiß nicht, ob man die unbedingt pfeifen muss“, urteilte Frings. Müssen nicht, aber können – meinten zumindest die Bremer Beteiligten. „Ich gehe in den Zweikampf, Josue kommt von der Seite. Ich lasse mich zwar ein bisschen fallen, aber es war eine Berührung da“, sagte gestern der gefoulte Philipp Bargfrede. Und Sebastian Prödl, der Wolfsburgs Mario Mandzukic mit dem Arm am Hals erwischt hatte, gestand: „Ich will nicht das Unschuldslamm spielen. Ich decke den Raum ab, er läuft in meinen Ellbogen. Da kann man pfeifen.“

Partie auf niedrigem Niveau

Werder Bremen gegen VfL Wolfsburg

Dass Frings nach 19 verwandelten Elfmetern nun schon den zweiten hintereinander vergab, wollte Sportchef Klaus Allofs nicht überbewerten: „Wenn man zuletzt einen verschossen hat, ist die Lockerheit vermutlich nicht mehr so da, man denkt zu viel nach. Aber Torsten ist ganz klar unser Schütze, er sollte seine Elfmeter-Karriere noch nicht beenden. Wie es weitergeht, hängt von ihm ab – und von der Bereitschaft der anderen, Verantwortung zu übernehmen.“

Andere Kandidaten drängen sich jedoch nicht gerade auf. „Ich habe in der A-Jugend mal einen verschossen, seitdem war ich nicht mehr am Punkt. Aber jetzt werden bestimmt neue Bewerbungsbögen verteilt“, schmunzelte Per Mertesacker. Auch Abwehrkollege Sebastian Prödl winkte ab: „Ich habe andere Aufgaben zu erledigen, nämlich Tore zu verhindern.“

Vielleicht sollte es Tim Wiese mal versuchen. Der Keeper hat eine ganz besondere Beziehung zu Elfmetern, gilt als „Killer“ – und seit Samstag auch ein bisschen als Beschwörer. Er habe geahnt, dass Dzeko scheitern würde, erzählte Wiese augenzwinkernd: „Ich habe ihn gefragt: Bist du sicher, dass du schießen willst? Dann versuch’s mal. Ich habe in seinen Augen gesehen, dass er nicht treffen wird. Er war unsicher.“

Wiese behielt Recht und durfte sich am Ende über das zweite Zu-Null-Spiel in Folge freuen. Dass Werder trotz einiger Hochkaräter ebenfalls ohne Tor blieb und „nur“ ein Unentschieden holte, klang in den Resümees kaum negativ an. „Wir haben uns gute Chancen rausgearbeitet. Es dauert nicht mehr lange, bis wir auswärts wieder treffen“, glaubt Bargfrede. Frings wähnt sein Team nach „einer schlimmen Krise“ mittlerweile „auf einem guten Weg“. Genau wie Thomas Schaaf: Der Coach predigt seit Wochen die Politik der kleinen Schritte und hat auch in Wolfsburg viele davon „in die richtige Richtung“ gesehen. Auf die Abwehrarbeit mag das zutreffen, auf die Offensivleistung dagegen nicht. Da war Werder bis zur Schlussphase viel zu zögerlich.

Eine gute Gelegenheit, mit mehr Mut nach vorne zu spielen, bietet sich schon morgen Abend in der Champions League. Werder ist bereits ausgeschieden und hat gegen Inter Mailand nichts mehr zu verlieren. Entsprechend erwartungsfroh ist Allofs: „Wir wollen unsere Situation weiter verbessern und uns gut aus der Champions League verabschieden. Es geht auch um die Ehre.“

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