4:2 – Werder dreht 1:2 in Wolfsburg

Frings schießt scharf: Doppelpack und eine Breitseite gegen Löw

RAUS MIT der Freude: Torsten Frings nach seinem herrlichen Tor zum 3:2 in Wolfsburg.

Werder-Bremen - WOLFSBURG. Torsten Frings war gestern so richtig in seinem Element. Zuerst führte der Kapitän von Werder Bremen seine Mannschaft mit einer Klasseleistung und einem Doppelpack zum 4:2-Triumph beim VfL Wolfsburg – dann nahm sich der 33-Jährige Bundestrainer Joachim Löw zur Brust und dabei wahrlich kein Blatt vor den Mund.

„Ich habe ja schon immer gesagt, dass mein Charakter in der Nationalmannschaft nicht mehr gefragt ist. Und dass es dort nicht nur nach Leistung geht, das wissen ja alle“, polterte Frings in Richtung Bundestrainer.

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Werder Bremen gewinnt gegen Wolfsburg

Die Enttäuschung über die Ausbootung aus der Nationalmannschaft und damit verbunden der geplatzte Traum von der WM in Südafrika arbeitet noch immer heftig im 33-Jährigen. Gestern brach der Vulkan mal wieder aus, da Löw in der Volkswagen-Arena Augenzeuge der Frings’schen Glanzleistung gewesen war. Nervenstark verwandelte der Bremer in der 37. Minute einen Elfmeter zum 1:1 und glich damit die Führung von Edin Dzeko (18.) aus. Nachdem Wolfsburg vor 30 000 Zuschauern durch Grafite (39.) erneut in Front gegangen war, drehte Werder, angetrieben von einem bärenstarken Frings, die Partie in der zweiten Halbzeit komplett. Claudio Pizarro (50.) glich per Kopfball zum 2:2 aus, ehe einmal mehr Frings seinen großen Auftritt hatte: Von Pizarro angespielt, nahm der Kapitän den Ball zunächst mit der Brust mit, umspielte mit links einen Gegenspieler – und drosch die Kugel dann mit rechts in die Maschen (63.). Ein brasilianischer Treffer, den Werder-Sportchef Klaus Allofs sogar als „sensationell“ bezeichnete.

Kurz darauf, so munkelt man, habe Bundestrainer Löw das Stadion verlassen, so dass er das Tor zum 4:2 durch den eingewechselten Hugo Almeida (75.) vermutlich nicht mehr mitbekam. Frings süffisant: „Das hätte ja gepasst, wenn er noch vor meinem Tor gegangen wäre . . .“

Das Tischtuch zwischen dem Bremer Kapitän und dem Bundestrainer ist völlig zerrissen. Versöhnung ausgeschlossen. „Mir wurde die Hoffnung genommen“, sagte Frings, „und daher war’s mir auch egal, ob der da war oder nicht. Das Thema ist für mich erledigt.“ Doch die Genugtuung, ausgerechnet vor dem Bundestrainer, der aufgrund personeller Probleme Hände ringend nach einem „Sechser“ sucht, die bislang wohl beste Saisonleistung gezeigt zu haben, war dem Bremer Mittelfeldspieler deutlich anzumerken. Er hatte es Löw gezeigt.

„Wir haben immer deutlich unsere Meinung zu diesem Thema gesagt“, meinte Allofs, „Torsten ist fit, das wurde ja auch lange infrage gestellt. Er spielt seit langem auf einem hohen Niveau.“ Doch so langsam wird auch Allofs müde, mit seinen Pro-Frings-Aussagen beim DFB gegen eine verschlossene Tür zu rennen. „Es gibt nur einen, der den Schlüssel hat“, weiß Allofs: „Das ist der Bundestrainer.“ Und der, so glaubt der Werder-Boss, werde diesen nicht mehr für Torsten Frings umdrehen. Allofs: „Ich gehe nicht davon aus.“

So blieb Frings gestern neben dem ganz persönlichen Triumph auch der, seine Mannschaft zum Sieg und damit zumindest bis heute Nachmittag auf Platz drei in der Fußball-Bundesliga geführt zu haben. Denn Bayer Leverkusen verlor in Stuttgart mit 1:2. Und nur wenn Dortmund heute gegen Hoffenheim gewinnt, rutscht Werder wieder auf Rang vier ab. Unabhängig davon hat sich der Kampf um die Champions-League-Qualifikation noch weiter zugespitzt. „Wir sind wieder da“, jubelte Bremens Abwehrspieler Naldo.

Doch es war ein hartes Stück Arbeit, bis Werder die Wolfsburger niedergerungen und endlich mal wieder einen Sieg gegen eine Topmannschaft eingefahren hatte. „In der ersten Halbzeit haben wir Schönwetter-Fußball gespielt“, schimpfte Frings, „danach war es richtig gut.“

Fast perfekt möchte man sagen. Aber nur fast. Claudio Pizarro traf zwar, braucht aber immer noch ein Tor, um den Elber-Rekord als bester ausländischer Torschütze der Liga einzustellen. Und: Tim Borowski sah sieben Minuten nach seiner Einwechslung die Gelbe Karte und muss nun am Samstag gegen Köln zuschauen.

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