„Mir wurde kein Vertrag angeboten“

Frings muss seinen Hut nehmen

Kapitän Torsten Frings muss von Bord. ·

Bremen - Die Ära des Spielers Torsten Frings bei Werder Bremen ist zu Ende. Wie der 34-jährige Kapitän gestern Abend gegenüber dieser Zeitung bestätigte, wird er in der kommenden Saison nicht mehr das Trikot der Hanseaten tragen.

„Der Verein hat mir keinen neuen Vertrag angeboten“, erklärte der Mittelfeldstar – und ergänzte zähneknirschend: „Das muss ich akzeptieren. Schade, ich hätte mich lieber mit einer erfolgreicheren Saison verabschiedet.“

Damit haben die lang anhaltenden Diskussionen, ob der Ex-Nationalspieler noch ein Jahr in Bremen dranhängt, ein Ende. Zuletzt war immer wieder spekuliert worden, dass Werder seinem verdienten Spieler noch einen neuen Vertrag bis zum Sommer 2012 angeboten hat, Frings aber nicht bereit gewesen sei, auf Geld zu verzichten. Im Internet wurde er schon als Abzocker beschimpft.

Dagegen wehrt sich „Lutscher“. „Mir wurde zuletzt von der Öffentlichkeit immer vorgeworfen, ich würde nur ans Geld denken, und wäre nicht bereit, Abstriche zu machen. Das stimmt nicht. Mir ging es nicht ums Geld. Ich hatte kein Angebot, was ich hätte ablehnen oder annehmen können, weil es keines gab“, behauptet der Mittelfeldspieler.

Torsten Frings

Torsten Frings

Demnach ist die Demission von Frings nicht das Ergebnis eines zähen und erfolglosen Vertragspokers – Werder verzichtet knallhart und bewusst auf die Dienste seines Kapitäns. Und das überrascht gewaltig. Schließlich gilt Trainer Thomas Schaaf als Ziehvater des Mittelfeldspielers. Und bislang hatte der Coach immer die große Bedeutung des Spielers Frings für Werder unterstrichen.

Wurde Schaaf jetzt überstimmt? Immerhin muss Werder sparen. Selbst ein abgespeckter Vertrag kostet Geld, das Werder möglicherweise anders investieren will.

Zudem: Werder steht vor einem personellen Umbruch. Ein Querdenker und Lautsprecher wie Frings, immerhin auch schon in die Jahre gekommen, steht dem vermutlich im Weg.

Sportchef Klaus Allofs wollte sich gestern Abend noch nicht zu dem Thema äußern und verwies auf die Pressekonferenz heute, auf der er und Trainer Thomas Schaaf Rede und Antwort zum Thema Frings stehen werden.

Frings selbst wird auf eigenen Wunsch nicht dabei sein. Eine Entscheidung über seine Zukunft ist noch nicht gefallen. Einerseits wäre es möglich, bei Werder als Trainer-Lehrling einzusteigen, andererseits ist nicht ausgeschlossen, dass er noch irgendwo weiterspielt. „Ich hätte schon noch Bock auf Fußball. Aber wie es jetzt weitergeht, weiß ich noch nicht“, sagte der 34-Jährige. · flü

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