Auf den letzten Drücker

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Bremen - Von Carten Sander - Sie hatten versprochen, die besten Nerven zu haben. Sie hatten versprochen, die beste Form zu haben. Sie hatten versprochen, den immensen Druck in Leistung umwandeln zu können. Doch dass sie im Champions-League-Dreikampf auch den größten Dusel haben, darüber hatte bei Werder Bremen vor dem Spiel gegen den 1. FC Köln niemand gesprochen.

Nach dem Spiel war genau das aber angebracht. Denn erst durch einen Hand-Elfmeter in der Schlussminute fuhr der Tabellendritte gestern Abend einen 1:0 (0:0)-Sieg ein. Torsten Frings bewies – wie versprochen – Nerven aus Stahl, verwandelte und hielt sein Team damit im Rennen um den letzten Champions-League-Platz auf der Pole Position.

Werder ist weiterhin Tabellendritter – dabei hatten die Jäger aus Dortmund (3:2 beim 1. FC Nürnberg) und Leverkusen (3:0-Heimsieg über Hannover 96) die Bremer ordentlich gehetzt. Und den Gejagten mit ihren Siegen vor die klare Ausgangslage gestellt: Siegen oder absacken.

Die Bilder vom Spiel

Frings lässt Bremen jubeln

Lange sah es vor 37 900 Zuschauern im fast ausverkauften Weserstadion lange so aus, als würde der Sturz auf Rang fünf anstehen. Köln, die fünftbeste Auswärtsmannschaft der Liga (23 Punkte), erwies sich als zäher Brocken. Die Geißböcke spielten nicht nur ein effektives Pressing und standen sicher im Abwehrzentrum, sondern konterten auch gefällig. In der 40. Minute hätte das beinahe die Führung für die Gäste gebracht. Milivoje Nvakovic und Lukas Podolski hatten sich mit einem Doppelpass an Naldo vorbeigezaubert, „Poldi“ stand frei vor dem Bremer Tor, schob den Ball aber aus elf Metern rechts an selbigem vorbei. Durchatmen bei Werder.

Bis zu dieser hundertprozentigen Chance für den Tabellenzwölften hatte sich Werder redlich bemüht, die Attacken aus Dortmund und Leverkusen mit Toren zu beantworten. Aber nachdem Philipp Bargfrede bei einem spektakulären Seitfallzieher spektakulär am Ball vorbeisenste (4.), Mesut Özil an Kölns überragendem Ersatzkeeper Thomas Kessler (Mondragon fehlte wegen einer Zerrung) scheiterte (6.) und ein typisches Marko-Marin-Dribbling am Außennetz endete (11.), passierte lange nichts.

Erst in der 32. Minute meldete sich das Team von Trainer Thomas Schaaf wieder gefährlich vor dem Kölner Tor zurück. Doch beinahe wäre eben diese Minute zu einer fußball-historischen geworden. Claudio Pizarro hatte einen Özil-Freistoß gefährlich per Kopf verlängert, nur Kessler verhinderte, dass der Peruaner mit Giovane Elber als erfolgreichster ausländischer Bundesliga-Profi gleichzog. Auf sein 133. Tor muss Pizarro aber weiter warten.

Dabei hätte Werder ein Pizarro-Tor gestern unheimlich gut gebrauchen können. Insgesamt waren die Bremer aber nicht zwingend genug in ihren Offensiv-Aktionen. Coach Schaaf reagierte in der Pause, brachte in Hugo Almeida die zweite Spitze, opferte in Aaron Hunt einen Mittelfeldspieler. Konsequenz: Mehr Druck von Werder, größere Probleme für Köln. Aber der erlösende Treffer wollte trotz einer nunmehr totalen Überlegenheit einfach nicht fallen. Nicht bei Marins Großchance (60.), die erneut Kessler vereitelte. Nicht bei Almeidas Volley-Versuch Sekunden später. Und auch Pizarro verpasste die nächste Chance auf sein Rekordtor mit einem Kopfball aus fünf Metern. Das Publikum reagierte mit Entsetzen, Ungeduld und Angst. Was wenn Köln noch träfe? Ist dann alles aus in Sachen Könisgsklasse? So schlimm kam es nicht – dank Novakovic, der in der 72. Minute aus acht Metern nur die Latte traf.

Besser wurde es zunächst aber auch nicht mehr. Werder vergab noch ein weiteres halbes Dutzend guter Möglichkeiten. Bis zur 90. Minute: Der aufgerückte Per Mertesacker köpfte, Köln-Verteidiger Geromel klärte auf der Linie mit der Hand. Klarer Fall: Rot für den Handballer, Elfmeter für Werder. Frings trat an, traf sicher und sorgte dafür, dass der Traum von der Champions League weiter geträumt werden darf.

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