Frings gibt endlich wieder Gas

Erstmals nach seiner Notoperation vor knapp zwei Wochen durfte der Kapitän von Werder Bremen wieder auf den Platz. Wenn auch nur kurz.

Von Björn Knips - Ein fettes Grinsen im Gesicht, zwei Bälle unter den Armen und ein in Hubba-Bubba-Apfel leuchtendes Trainingsshirt am Körper: Torsten Frings war gestern Mittag der Strahlemann von Bremen.

Erstmals nach seiner Notoperation vor knapp zwei Wochen durfte der Kapitän von Werder Bremen wieder auf den Platz. Wenn auch nur kurz. Aber es war ein Signal, das der 33-Jährige noch mit Worten verstärkte: Frings gibt wieder Gas – und nicht nur deshalb sei in den nächsten Wochen mit den schlecht in die Saison gestarteten Kickern von der Weser wieder zu rechnen.

„Ich bin überzeugt davon, dass wir die Kurve kriegen, wenn alle wieder da sind“, sagte der Mittelfeldspieler. Wobei „alle“ ein dehnbarer Begriff ist. Frings weiß natürlich, dass dieses Optimum gerade in dieser Saison nur schwerlich zu erreichen ist. So wird Abwehrmann Naldo definitiv noch einige Wochen fehlen. Aber dafür gibt’s von den anderen Ausfällen positive Nachrichten: Clemens Fritz und Tim Borowski sind schon zurück, Claudio Pizarro will nächste Woche wieder angreifen.

„Wir konnten nie mit der bestmöglichen Mannschaft spielen“, blickte Frings noch einmal zurück und merkte an: „Wir können nun einmal nicht auf Dauer vier, fünf Stammspieler ersetzen.“ Aber diese Zeit sei nun hoffentlich vorbei. Werder wird wieder gesund und damit auch angriffslustiger – zumindest der Kapitän. Frings knöpft sich die wundersamen Mainzer genauso vor wie seinen Ex-Club Dortmund. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Mainz jetzt alle Spiele gewinnen wird, und der BVB wird auch noch patzen“, prophezeit Frings: „Mal schauen, wie Mainz das mit der wachsenden Aufmerksamkeit geregelt bekommt.

Es wird spannend, wenn Holtby und Schürrle das erste Mal bei der Nationalmannschaft sind und plötzlich zehn Journalisten vor ihnen stehen . . .“ Diese Mainzer haben es dem Bremer angetan. Einerseits gönnt er dem Karnevalsclub den dauerhaften n Zuversichtlich n wie die Bayern Rosenmontag („Den Hype haben sie sich verdient“), andererseits geistert da auch der Aschermittwoch durch seinen Kopf: „Die haben gegen Bayern und uns gewonnen, als wir beide in der Krise waren. Und obwohl wir total beschissen gegen Mainz gespielt haben, hätte Borowski das 1:0 machen müssen. Dann wäre vielleicht alles ganz anders gelaufen.“

Nun ist Frings erst einmal froh, dass er überhaupt wieder laufen kann. Ein Bluterguss im Oberschenkel hatte ihm schwer zu schaffen gemacht. Nach der Notoperation mitten in der Nacht war in den vergangenen Tagen absolute Ruhe angesagt. Bis gestern. „Der Doktor hat mich auf den Platz geschickt“, berichtete Frings. Es sollte getestet werden, ob an der lädierten Stelle nach sportlicher Belastung weiter Flüssigkeit nachläuft. Klarheit gibt’s erst heute oder morgen. Doch Frings machte schon mal in Optimismus: „Ich hoffe, dass ich Montag voll einsteigen kann, und dann ist natürlich auch das Spiel am Samstag gegen Freiburg ein Thema.“ Die Aufholjagd kann also beginnen – zumindest glaubt Frings fest daran, obwohl Werder als Tabellen-13. schon 13 Zähler Rückstand auf Mainz hat: „Das haben die Bayern doch auch. Und es glaubt ja wohl niemand, dass die Bayern die Meisterschaft schon abgeschrieben haben, oder?“

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