Der Kapitän spricht „nur“ vom internationalen Geschäft / Seit gestern im Training

Frings bremst die Bremer Titel-Träumer

Torsten Frings ließ es gestern bei seiner Rückkehr auf den Bremer Trainingsplatz noch recht ruhig angehen.

Bremen - Von Malte Rehnert· Der Kapitän ist wieder an Bord! Gestern Vormittag stand Torsten Frings erstmals nach seiner Leisten-OP in Berlin vor zweieinhalb Wochen und der anschließenden Reha in Donaustauf auf dem Bremer Trainingsplatz.

Zwar mischte der 33-Jährige noch nicht voll mit – aber er gab sich sehr optimistisch, dies im dritten Trainingslager im österreichischen Bad Waltersdorf ab Donnerstag wieder tun zu können.

„Alles ist gut, ich habe keine Probleme mehr“, sagte Frings nach den – zum Teil schon sehr flotten – Laufübungen mit Fitnesscoach Yann-Benjamin Kugel: „Ich werde in den nächsten Tagen noch Einheiten mit ,Benni‘ machen, will dann in Bad Waltersdorf wieder voll einsteigen und mit der Mannschaft trainieren.“

Das Training am Montag

Frings zurück im Training

Er habe in Donaustauf eine Woche lang „gut gearbeitet“, erklärte Frings: „Deshalb muss ich auch nicht so richtig viel aufholen. Mir fehlt eigentlich nur die Woche auf Norderney. Ich bin sehr gut in der Zeit.“

Frings kann’s kaum abwarten, endlich wieder fit zu werden. „Ich habe in dieser Saison unheimlich viel vor“, betonte der Werder-Kapitän. Anders als die Teamkollegen Claudio Pizarro und Naldo spricht er aber nicht offensiv von der Meisterschaft, sondern schiebt die Favoritenrolle schon mal der Konkurrenz aus dem Süden zu: „Der FC Bayern ist stärker. Das haben wir im Pokalfinale gesehen.“ Oberstes Werder-Ziel müsse die erneute Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb sein. „Da haben wir gute Möglichkeiten“, urteilte Frings.

Ganz abschreiben mag er den Titel allerdings auch nicht: „Das, was ich vor der letzten Saison gesagt habe, gilt jetzt wieder.“ Damals hatte er Werder bei einer guten Serie einen „internationalen“ Platz zugetraut, bei einer sehr guten die Teilnahme an der Champions League – und nur bei einer überragenden die Meisterschaft.

Sicht- und hörbar genervt reagierte der sonst ziemlich entspannt wirkende Frings gestern nur bei seinem „Lieblingsthema“ Nationalmannschaft. Auf die Frage, ob die Vertragsverlängerung von Bundestrainer Joachim Löw (der nicht mehr auf ihn setzte) nun sein endgültiges Aus in der DFB-Elf bedeutet, antwortete der Bremer gereizt: „Wie oft muss ich denn noch sagen, dass das Thema durch ist? Mit der Nationalmannschaft beschäftige ich mich nicht mehr. Nach der guten WM ist es doch klar, dass mit diesem Team weitergemacht werden muss.“ Offiziell ist er zwar weiterhin nicht zurückgetreten, doch ein Comeback bleibt ausgeschlossen.

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