Frings besucht Werder und will als Dauergast bleiben

Torsten Frings ist wieder da: Zielstrebig steuerte der Ex-Bremer gestern die Werder-Kabine im Weserstadion an. ·

Bremen - Es war wie früher: Die Werder-Profis trudelten gestern Mittag nach und nach am Weserstadion ein, und zu den ersten gehörte auch Torsten Frings. Der Ex-Kapitän ist wieder da – und will länger bleiben. „Es wäre schön, wenn ich mich hier fithalten dürfte“, sagte der 34-Jährige nach seinem Besuch in der Werder-Kabine. Nun liegt es an Coach Thomas Schaaf, ob und wann Frings wieder in Bremen auf dem Trainingsplatz stehen wird.

„Thomas hatte heute nicht so viel Zeit, er musste Vorbereitungen für das Mainz-Spiel treffen. Wir werden noch ausführlich sprechen, und dann sehen wir weiter. Ich will ja hier niemanden stören“, berichtete Frings. Schaaf hatte sich zuvor auf der Pressekonferenz für das Mainz-Spiel ähnlich geäußert, aber die Tür schon mehr als einen Spalt aufgestoßen: „Torsten hat ja schon früher gesagt: Wenn ich mich mal fithalten muss, dann kommt für mich doch nur Werder infrage. Das ist schon mal eine gute Entscheidung. Wir werden das noch besprechen.“

Im Sommer hatten sich die Wege von Werder und Frings getrennt. Der Verein wollte den auslaufenden Vertrag nicht verlängern – und so entschied sich der Mittelfeldspieler für das Abenteuer Übersee. Frings wechselte zum FC Toronto in die nordamerikanische Major League Soccer (MLS). Für die Kanadier ist die Saison allerdings nach dem Verpassen der Play Offs bereits beendet, erst Mitte Januar startet die Vorbereitung auf die nächste Spielzeit. Bis dahin will Frings bei Werder mittrainieren: „Ich muss auf jeden Fall etwas machen. Drei Monate sind eine lange Zeit, so eine Pause bin ich gar nicht gewohnt.“

Eine Alternative zu Werder gibt es für ihn nicht, denn Frings möchte unbedingt in Bremen bei seiner Familie sein. Ohnehin geht‘s nur ums Training, ein Bundesliga-Engagement ist ausgeschlossen, weil das Transferfenster derzeit nur für arbeitslose Profis geöffnet ist. Frings steht in Toronto aber noch zwei Jahre unter Vertrag – und findet das auch ziemlich gut: „Ich habe alles richtig gemacht. Das ist ein großes Abenteuer für mich – und ich fühle mich in Toronto total wohl.“ Der Ex-Nationalspieler genießt es, unerkannt durch die Stadt zu gehen. Denn Fußball ist dort nicht so populär – ganz anders als Eishockey. „Die Toronto Maple Leafs sind da so etwas wie der FC Bayern bei uns im Fußball. Die Spieler werden wie Götter behandelt, die können eigentlich gar nicht auf die Straße gehen“, erklärte Frings. Anstrengend sei es manchmal aber auch für die Fußballer: „Diese Reisen sind schon hart. Da geht‘s sechs Stunden im Flieger nach Los Angeles, dann gibt‘s da noch einen Zeitunterschied. Am nächsten Tag wieder zurück. Und in der Champions League fliegst du mal eben nach Mexiko und kannst in der Höhenluft kaum atmen.“ Da ist es vielleicht ganz gut, dass Frings den meisten seiner Kollegen sportlich weit voraus ist: „Natürlich ist das Niveau hier nicht so hoch, gerade taktisch und technisch nicht. Ich würde uns als Zweitliga-Mannschaft einstufen mit einigen Erstliga-Spielern, aber eben auch einigen Drittliga-Spielern.“ Über das vorzeitige Aus in der Meisterschaft hat sich Frings nur kurz geärgert. Zu groß sei schon der Rückstand bei seiner Ankunft in Toronto Mitte Juli gewesen. „Aber wir haben einige gute Spiele gemacht und es immerhin ins Viertelfinale der Champions League geschafft. Nächste Saison greifen wir richtig an“, kündigte Frings in seiner typisch kämpferischen Art schon einmal an.

Werder-Training am Donnerstag

Werder Training am Donnerstag

Nun freut sich der 34-Jährige aber erst einmal auf Werder. „Natürlich habe ich Bremen vermisst“, gestand Frings und schwärmte vom „schönen Wiedersehen“ in der Kabine. Dort will er schon bald Dauergast sein – und dann auf dem Platz Gas geben: „Ich bin total fit, meine Saison dort war ja nicht so lang.“ · kni

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