„Damit kann ich umgehen, das gibt es im Fußball immer“ / Werder-Kapitän: „Thema ist erledigt“

Frings-Attacke lässt Löw kalt

Lederte gegen Bundestrainer Joachim Löw: Bremens Kapitän Torsten Frings.

Werder-Bremen - Von Arne FlüggeBREMEN (Eig. Ber.) · Der Galavorstellung mit zwei Toren beim 4:2-Sieg in Wolfsburg folgte der Frontalangriff auf Bundestrainer Joachim Löw. Alle Hoffnungen habe man ihm im Januar mit der WM-Ausbootung genommen, „und dass es bei der Nationalmannschaft nicht nur um Leistung geht, das wissen doch alle“, polterte der Kapitän von Werder Bremen nach dem Abpfiff (wir berichteten).

Löw nahm die harsche Kritik von Frings gestern gelassen zur Kenntnis. „Ach Gott, damit kann ich umgehen, das gibt es im Fußball immer“, sagte der 50-Jährige dem „kicker“. Dass er nicht nur nach Leistungen nominieren oder aufstellen würde, wollte der Bundestrainer dann aber doch nicht so stehen lassen. Löw: „Man kann versichert sein, dass wir klare Vorstellungen für die einzelnen Positionen haben. Danach beurteilen wir die Leistungen.“ Demnach muss die Sechserposition, wie sie Frings bei Werder interpretiert, nicht mehr in Löws Konzept passen. Der Bundestrainer setzt auf spielstarke Leute, „die auch offensiv Akzente setzen können“.

Allerdings hat Frings ausgerechnet unter den Augen des Bundestrainers am Samstag mit seinem Doppelpack in Wolfsburg den Beweis dafür geliefert, dass er nicht nur zerstören kann, sondern auch torgefährlich ist . . .

Dennoch wird es für ihn kein Zurück mehr geben. Und daher „ist mir auch egal, ob Löw da war oder nicht. Das Thema Nationalmannschaft ist für mich erledigt.“ Vermutlich deshalb war Frings in seiner Wortwahl gegen Löw auch nicht gerade zimperlich. Er muss nicht auf Schmusekurs gehen, wie beispielsweise der auf eine Rückkehr hoffende Schalker Kevin Kuranyi. „Wir sind nicht im Träumeland, sondern im Hier und Jetzt“, sagte Frings, „Fakt ist, dass ich in der Nationalmannschaft nicht mehr spielen darf, und das muss ich akzeptieren. Mein Charakter ist dort nicht mehr gefragt.“ Joachim Löws Antwort auf diesen Vorwurf: „Torsten Frings ist ein hervorragender Charakter, ein Profi, der alles gibt.“

Immerhin hat Frings’ Topleistung gegen Wolfsburg als Höhepunkt eines konstant guten Auftretens in der Rückrunde zumindest die Pro-Frings-Fraktion bestätigt, dass der 33-Jährige eigentlich in die Nationalmannschaft gehört. „Er hat hervorragend für uns gespielt. Mehr kann er nicht machen“, sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf. Und Sportchef Klaus Allofs ergänzte: „Dass Torsten sehr enttäuscht ist, kann ich gut nachvollziehen. Er hätte die WM verdient.“

Allerdings weiß auch der Werder-Boss, dass es für Frings kein Zurück in die Nationalmannschaft mehr gibt. Und auch der Mittelfeldspieler selbst verspürt einfach keine Lust mehr. Das hat zumindest sein Teamkollege und Nationalspieler Marko Marin ausgemacht: „Ich denke, Torsten hat schon lange mit dem Thema abgeschlossen.“

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