Petersen wittert die Gefahr

Freuen erlaubt, zurücklehnen verboten

+
Zu früh gefreut: Aaron Hunt (links) und Marko Arnautovic feiern den zwischenzeitlichen Ausgleich, am Ende reichte es in Dortmund aber nicht zum Punktgewinn.

Bremen - Der Clubchef war zufrieden, der Trainer auch, die Spieler ebenfalls – und die Fans waren regelrecht euphorisiert: Werder macht wieder Spaß, sogar als Verlierer. Selten tat den Bremern eine Niederlage so wenig weh wie das 1:2 zum Bundesligaauftakt am Freitagabend in Dortmund.

Doch nicht nur Nils Petersen legt mit ein bisschen Abstand den Finger in die Wunde. „Das ist eine gefährliche Situation. Wir müssen aufpassen“, sagt der Stürmer: „Wir dürfen nicht denken, alles geht nun von alleine.“ Jetzt ist der richtige Umgang mit dem großen Lob gefragt. Vereinsboss Klaus Allofs, der dem Team nach der Partie gegen den Meister ein gutes Zeugnis ausgestellt hatte, fordert deshalb: „Wir dürfen uns jetzt nicht zurücklehnen und auf keinen Fall in die alten Fehler verfallen.“

Das Positive bewahren, das Negative verbessern – so lautet das Motto für diese Woche. Gut war vor allem das schnelle Spiel nach vorne. Die Langsamkeit der vergangenen beiden Jahre ist in der Sommerpause hängen geblieben. Es wird wieder direkt gespielt und kombiniert. Durch das neue System wirkt Werder viel flexibler, das komplette Spielfeld wird genutzt. Was dabei noch etwas fehlt, ist die Sicherheit. „So wie bei den Dortmundern“, sagt Allofs: „Denen merkt man an, dass sie seit zwei Jahren erfolgreich spielen. Das gibt Selbstvertrauen und damit auch Sicherheit.“

Die Einzelkritik

Werder in Dortmund: Die Einzelkritik

Werder ist erst am Anfang einer durchaus möglichen Erfolgsgeschichte – und setzt dabei auch auf „sachliche Kritik“, wie es Trainer Thomas Schaaf nennt: „Wir schaffen es noch nicht, die Chancen des Gegners zu minimieren und aus unseren eigenen Chancen mehr Kapital zu schlagen.“ Ein Tor in Dortmund war letztlich zu wenig. Vor allem mit Blick auf die Riesengelegenheiten von Eljero Elia, Marko Arnautovic und Petersen. Doch ein Tor hätte auch reichen können, wenn es hinten noch besser gelaufen wäre. Beim ersten Gegentreffer „hätte man sich eine Bratwurst holen können“, so ungefährlich sei die Szene gewesen, seufzte Allofs. Beim Dortmunder Dolchstoß fanden die Bremer keinen Zugriff, so dass sich der gerade erst eingewechselte Mario Götze als Matchwinner feiern lassen konnte.

Werder verliert in Dortmund

Borussia Dortmund gegen SV Werder Bremen

„Gerade in der Defensive müssen wir uns verbessern“, fordert Allofs. Die Innenverteidigung sollte sich dabei allerdings nur bedingt angesprochen fühlen. Denn Sokratis zeigte sich gegenüber seinem Blackout bei der Pokal-Blamage in Münster extrem verbessert. Auch Nebenmann Sebastian Prödl machte einen ordentlichen Job. Genauso wie Keeper Sebastian Mielitz. Probleme gab es auf den Außenbahnen – und im Dreier-Mittelfeld vor der Abwehr mit Clemens Fritz als Sechser. Sicher auch eine Folge des neuen Systems, das in den nächsten Wochen noch verfeinert werden muss.

„Wir sind in der Lage, noch stärker zu sein. Wir haben das Potenzial“, verspricht Schaaf und warnt zugleich: „Wir dürfen jetzt nicht zufrieden sein.“ Petersen ist es ganz sicher nicht. Schließlich kommt der 23-Jährige vom FC Bayern. Und beim Rekordmeister sind Niederlagen jeglicher Art verboten. Deshalb verwundert es nicht, dass Petersen das Gespräch über die Dortmund-Partie mit den Worten schließt: „Okay, wir haben gut gespielt, aber am Ende stehen wir ohne Punkte da.“ · kni

Das könnte Sie auch interessieren

Grusellabyrinth und Horror-Fest: Halloween in Deutschland

Grusellabyrinth und Horror-Fest: Halloween in Deutschland

Wie werde ich Winzer/in?

Wie werde ich Winzer/in?

Zu Tisch! - Große Tafeln brauchen Raum zum Wirken

Zu Tisch! - Große Tafeln brauchen Raum zum Wirken

Herbstmarkt in der Syker Innenstadt

Herbstmarkt in der Syker Innenstadt

Meistgelesene Artikel

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Das passiert am Dienstag

Das passiert am Dienstag

Schlimme Werder-Krise: Nouri bleibt, Psychologe kommt

Schlimme Werder-Krise: Nouri bleibt, Psychologe kommt

Das passiert am Mittwoch

Das passiert am Mittwoch

Kommentare