Marko Arnautovic und Eljero Elia:

Die freudlose Flügelzange

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Doppelte Enttäuschung: Eljero Elia (links) und Marko Arnautovic sind beide nicht glücklich mit ihrer derzeitigen Situation bei Werder.

Bremen - Man kann ansprechen, wen man will bei Werder. Auf die Frage nach der Gute-Laune-Fraktion innerhalb des Teams fallen zwei Namen immer: Marko Arnautovic und Eljero Elia.

Die beiden Kumpel sind die Spaßvögel, für jeden Jux zu haben. Eigentlich. Denn momentan haben die Flügelstürmer in Bremen gar nichts zu lachen, sind nur Bankdrücker und werden es vorerst wohl auch bleiben – entsprechend schlecht ist die Laune der degradierten Profis.

Marko Arnautovic

Der Österreicher will weiterhin gar nichts sagen. Gestern Mittag bügelte er eine Gesprächsanfrage recht unwirsch ab und brauste davon. „Die Situation ist sicher unangenehm für ihn. Aber das ist doch normal. Wer sitzt schon gerne draußen?“, fragt Zlatko Junuzovic, der in Gladbach in der ersten Halbzeit die Position seines Landsmanns auf dem rechten Flügel eingenommen hatte.

Dass Arnautovic bis zur 75. Minute auf der Bank schmorte, war einerseits der defensiveren Bremer Ausrichtung geschuldet. Andererseits aber auch dem derzeit mangelnden Engagement. Trainer Thomas Schaaf hatte die Verbannung auf die Bank in Gladbach damit begründet, dass Arnautovic seine Aufgaben momentan nicht so erfülle, wie es der Coach erwartet.

Nach richtig starker Hinrunde (fünf Tore und fünf Vorlagen) ist die Rückrunde für Arnautovic bislang ein einziges Desaster. Zwei Mal musste er wegen Sperren (erst Gelb, dann Gelb-Rot) zuschauen, ein Mal fehlte er wegen einer Wadenverletzung, drei Mal wurde er nur eingewechselt. Und in seinen zwei Startelf-Einsätzen überzeugte er nicht. Die frustrierenden Zahlen: Im Jahr 2013 hat er weder ein Tor geschossen noch eines vorbereitet.

Dennoch war Dynamo Kiew ganz heiß auf ihn. Der ukrainische Spitzenclub umgarnte den Österreicher Mitte Februar heftig, wollte ihn sofort verpflichten – für acht Millionen Euro. Doch Arnautovic und Werder lehnten ab. Der 24-Jährige räumte allerdings ein, dass ihn die lukrative Offerte aus dem Osten durchaus beschäftigt hat („Das lässt man sich durch den Kopf gehen“). Nach der Entscheidung pro Werder ist der „große Druck“, den er verspürt habe, weg. Befreit wirkt Arnautovic aber trotzdem nicht. Er sucht noch immer die Form der Hinrunde. Und Junuzovic macht ihm Mut: „Er hat jeden Tag die Möglichkeit, sich wieder reinzubeißen.“

Ob Arnautovic das bis zum Heimspiel gegen Schlusslicht Greuther Fürth schafft, ist fraglich. Obwohl Werder am Samstag wohl wieder offensiver spielen wird, droht dem Österreicher erneut die Bank. Gestern im Training spielte Aaron Hunt (wie in der zweiten Halbzeit in Gladbach) auf der rechten Seite. Ar-nautovic trug das weiße Leibchen der B-Elf und drängte sich nicht gerade für eine Rückkehr in die Anfangsformation auf.

Eljero Elia

Der Niederländer ist sehr bemüht, sich seinen Frust nicht anmerken zu lassen. „Es kann im Fußball mal passieren, dass man auf der Bank sitzt“, sagt Elia. Dass er dort an Wochenenden inzwischen den Großteil seiner Zeit als Fußballer verbringt, schmeckt dem 26-Jährigen aber natürlich überhaupt nicht. In der Rückrunde kam er schon drei Mal gar nicht zum Einsatz, bei seinem Ex-Club Hamburger SV, beim FC Bayern und zuletzt auch in Gladbach.

Zwischendurch hatte es Hoffnung gegeben, dass Elia die Kurve gekriegt hat. Nach seinem Seitensprung vom linken auf den rechten Flügel lieferte er beim 2:0-Heimsieg gegen Hannover ein gutes Spiel ab, drehte in der Schlussphase mächtig auf und war an beiden Treffern beteiligt. Der anschließende Auftritt in Stuttgart (4:1) war auch noch recht ordentlich – doch danach ging’s wieder bergab und deshalb mehrfach auf die Bank. Trainer Schaaf, der den Holländer in der Hinrunde stets von Anfang an gebracht hatte, scheint die Geduld mit Elia (noch kein Saisontor in der Bundesliga) verloren zu haben. Auch gestern trainierte der niederländische Nationalspieler – ohne Auffälligkeiten – in der B-Mannschaft.

Bilder vom Training

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Elia will diesen unbefriedigenden Ist-Zustand schnellstmöglich verändern und Gas geben. „Der Trainer sieht, dass ich aggressiv bei der Sache bin und weiter kämpfe“, betonte er gestern: „Ich muss hart arbeiten – und das tue ich. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“ · mr

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