Freie Bahn für Trinks

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Guter Grund für gute Laune: Florian Trinks wird morgen wahrscheinlich in Werders Startelf stehen.

Bremen - So schnell kann es gehen. Vor wenigen Wochen war Florian Trinks noch Stammspieler in der U 23, gehörte nur ganz selten zum Bundesliga-Kader. Und jetzt steht der 19-Jährige vor seinem Startelf-Saisondebüt bei den Profis – dank der immer dünner werdenden Personaldecke im Bremer Mittelfeld.

Aaron Hunt (Rotsperre) und Mehmet Ekici (Bauchmuskelzerrung) fehlen ohnehin – und gestern verkündete Trainer Thomas Schaaf, dass auch Marko Marin morgen (15.30 Uhr) im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg ausfallen wird.

Große Spielmacher-Not, doch jammern will der Bremer Coach deshalb nicht. „Wir haben noch Spieler, die Stärken auf dieser Position besitzen“, sagt Schaaf. Er könnte zum Beispiel Torjäger Claudio Pizarro aus dem Sturmzentrum ein bisschen zurückziehen, was er in der vergangenen Saison schon das eine oder andere Mal getan hatte. „Man sollte immer alle Möglichkeiten in Betracht ziehen. Natürlich hat Claudio eine hohe Spielintelligenz und kommt auch auf dieser Position klar“, urteilt Schaaf, der den Peruaner aber lieber ganz vorne lassen willhat. Pizarro sei als Regisseur „sicherlich nicht die erste Option“.

Denn die heißt Trinks. Schaaf hatte den 19-Jährigen schon zu Beginn der Woche gelobt – und legte gestern noch mal nach: „Am Anfang der Saison sind seine Aktionen größtenteils verpufft. Aber er hat sich nie hängenlassen. Und jetzt ist sein Spiel strukturierter und effektiver, er hat zu seiner Sicherheit gefunden.“

Trinks selbst sieht’s ähnlich: „Bisher ist die Saison nicht so gut für mich gelaufen, aber nun bin ich wieder näher dran.“ Nach acht Einsätzen in der Dritten Liga (ein Tor) absolvierte er vor zwei Wochen im Heimspiel gegen Stuttgart (2:0) seine ersten beiden Bundesliga-Minuten in dieser Saison. Morgen dürften es deutlich mehr werden, worauf Trinks freilich hofft: „Sollte ich Einsatzzeit bekommen, freue ich mich natürlich. Ich möchte die Situation für mich nutzen.“

In der vergangenen Saison war ihm das nicht gelungen. Als Werder in der Rückrunde ebenfalls Verletzungssorgen plagten, bekam Trinks einige Bewährungschancen. Er bestritt acht seiner neun Bundesligaspiele – vier als Starter, vier als Joker. So richtig aufgedrängt hat er sich dabei allerdings nicht. Das will er nun tun – und an gesundem Selbstvertrauen mangelt es ihm nicht. Vor der großen Aufgabe, Werders Spiel zu lenken, schreckt der Teenager keineswegs zurück. „Eine gewisse Aufregung sollte immer dabeisein. Aber es ist nicht so, dass ich jetzt zittere“, meint Trinks und fügt noch an: „Den größten Druck mache ich mir ohnehin selbst, weil ich dem Trainer zeigen will, dass ich diese Rolle ausfüllen kann. Aber man sollte sich auch keinen zu großen Kopf machen, sonst geht es noch daneben.“

Die offensivste Rolle in der Bremer Mittelfeldraute scheint vergeben zu sein – genau wie die drei anderen Plätze. Halbrechts Kapitän Clemens Fritz, halblinks Aleksandar Ignjovski, auf der „Sechs“ Philipp Bargfrede. So ließ Schaaf auch gestern Nachmittag trainieren. Das würde bedeuten, dass Wesley erneut nur auf der Bank sitzt – trotz der Personalsorgen. Das wäre ein weiterer, heftiger Nackenschlag für den Brasilianer und gleichzeitig ein klares Signal, welchen Wert er für Werder hat. Schaaf hält sich allerdings noch bedeckt und sagt: „Wir haben noch Möglichkeiten zu variieren. Und dazu gehört sicher auch Wesley. Wir schauen, was wir für Lösungen finden.“ · mr/csa

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