Der SC Freiburg erlebt bislang eine Saison mit vielen Rückschlägen / Mehmedi gegen Werder wohl wieder dabei

Brutal widerstandsfähig

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Gegen Werder vermutlich wieder mit von der Partie: Ahmed Mehmedi.

Werder-Bremen - Von Manfred Bock. BremenWerder-Bremen - Von Manfred Bock. Das Wort fällt verdächtig oft. Nur klingt es bei Christian Streich ein bisschen ulkiger, weil er es nicht auf Hochdeutsch ausspricht. Wenn der Trainer des SC Freiburg einen Umstand mit dem Adjektiv „brutal“ beschreibt, dann führt sein badisches Idiom dazu, dass es sich fast niedlich anhört. Glaubt man Streich, dann ist für den Sportclub längst vieles brutal: die jüngsten Schiedsrichterentscheidungen, die späten Gegentore – oder aber die gesamte Bundesliga. In der Summe sind das vielleicht wirklich gerade brutale Widerstände für einen Standort, der von der ersten Minute an ums Überleben kämpft.

„Viele Rückschläge in dieser Saison wirken wie verhext“, sagt der aus Nürnberg gekommene Neuzugang Mike Frantz, „aber wir lassen uns davon nicht umwerfen und stehen immer wieder auf.“ Genau diese kämpferische (Trotz)-Haltung verkörpert auch Streich, hinter dessen emotionalen Ausbrüchen ein listiger Fußball-Lehrer steckt. In seinem Grundansatz ist Demut schon Programm. „Wir wollen immer so spielen, dass es der Gegner richtig schwer hat“, erklärt der 49-Jährige, „dann könnte es sein, dass wir eine ordentliche Runde und ein weiteres Jahr in der Bundesliga spielen.“

Ordentliche Vorstellungen lieferte sein Team vor dem Kellerduell im Bremer Weserstadion fast ausnahmslos ab. „Wir waren schon in Frankfurt die bessere Mannschaft – haben aber nicht gewonnen“, sagt Streich zum missglückten Auftakt bei der Eintracht, als sich der Kollege Thomas Schaaf diebisch freute. Zu wenig Lohn für all den Aufwand: Das ist das Manko, das sich wie auch bei Gegner Werder Bremen wie ein roter Faden durch die Saison zieht. Und dann noch die finalen Genickschläge im Heimspiel gegen Hertha (2:2) oder in Sinsheim gegen Hoffenheim (3:3). Unter dem Strich stehen eben nur vier Punkte in der Bilanz.

Genau wie der SV Werder ist auch der SC Freiburg noch sieglos. Dennoch sieht niemand der Verantwortlichen darin einen Grund zur Beunruhigung. Denn der erneute Verlust von Leistungsträgern – diesmal gingen Torwart Oliver Baumann (Hoffenheim) und Abwehrstützte Matthias Ginter (Dortmund) – hat der Verein offenbar wieder kompensiert. Der von Grashopper Zürich verpflichtete Keeper Roman Bürki sicherte jüngst das torlose Remis gegen Leverkusen mit seinen Prachtparaden, das Frankfurter Talent Marc-Oliver Kempf schlägt sich in der Viererkette bestens.

Und nun gelang es auch noch, die Rotsperre gegen Vladimir Darida nachträglich zu verkürzen – der tschechische Techniker, die Verbindungsstelle zwischen Abwehr und Angriff, darf also am Samstag auflaufen. Im Grunde leiden die Breisgauer am meisten darunter, dass der Schweizer WM-Teilnehmer Admir Mehmedi noch nicht ins Laufen gekommen ist. Der beste Torschütze der Vorsaison (zwölf Treffer) kurierte zuletzt einen Muskelfaserriss aus, soll aber womöglich an der Weser wieder mitwirken. Streich fordert: „Wir müssen ihn dahin bekommen, dass er kräftemäßig bei 100 Prozent ist.“ Sonst wird es brutal schwer. Aber das ist es für den SC Freiburg ja eigentlich immer…

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