Startelf-Debütant Akpala und Hunt treffen beim 2:1-Auswärtssieg / Zittern in der Schlussphase

Freiburg bleibt der Lieblingsgegner

Werder-Bremen - FREIBURG · In Freiburg spielt Werder weiterhin am liebsten! Beim SC haben die Bremer seit 2001 nicht mehr verloren, dort gewannen sie auch gestern Abend.

Im Mage Solar Stadion feierten sie vor 23 000 Zuschauern trotz Rückstands einen 2:1 (0:1)-Sieg und beendeten damit eine schwarze Serie. Seit dem 18. Februar (3:1 beim Hamburger SV) hatte Werder auf des Gegners Platz nicht mehr triumphiert. Nun sorgten Joseph Akpala (48.) und Aaron Hunt (59.) in einer engen Partie mit Zitterschlussphase mal wieder für Glücksgefühle in der Fremde – und dafür, dass Bremen mit nun sieben Punkten auf Platz sieben der Tabelle kletterte.

Die Bilder vom Spiel

SC Freiburg gegen den SV Werder Bremen

Trainer Thomas Schaaf besaß ein glückliches Händchen, indem er den Nigerianer Akpala erstmals in die Startelf steckte – überraschend, denn der bisher im Sturmzentrum gesetzte Nils Petersen hatte beim 2:2 gegen Stuttgart immerhin beide Tore vorbereitet. Zudem musste Theodor Gebre Selassie auf die Bank. Kapitän Clemens Fritz verteidigte dafür rechts – und auf links durfte Lukas Schmitz, in dieser Bundesliga-Saison noch ohne eine einzige Spielminute, von Beginn an ran.

Der auffälligere „Neue“ aber war Akpala – gleich in der Anfangsminute. Nach Pass von Marko Arnautovic zog Akpala davon und wäre auch durch gewesen, doch Julian Schuster bremste ihn per Foul und hatte Glück, nicht mal Gelb zu sehen. Den Freistoß von halbrechts schoss Hunt, doch Oliver Baumann parierte (2.).

Danach durfte sich der SC-Keeper erst mal ein bisschen ausruhen, denn Werder stellte ihn überhaupt nicht mehr auf die Probe. Gescheite Pässe aus dem Mittelfeld: kamen nicht. Gefährliche Flanken von den Flügelspielern Arnautovic und Eljero Elia: auch nicht. So war Akpala im Angriffszentrum völlig isoliert – und die Gefahr gleich null. Die Bremer kamen irgendwie nicht richtig in Schwung, leisteten sich einige Fehlpässe und Unzulänglichkeiten – die optisch etwas überlegenen Freiburger allerdings auch.

Und deshalb war die Partie ziemlich unattraktiv – bis zur 36. Minute. Erst das grobe Missverständnis zwischen Fritz und Sebastian Prödl, dann (nach Foul von Sokratis an Karim Guede) ein Freistoß für Freiburg in zentraler Position, 20 Meter vor dem Bremer Tor – und den zwirbelte Jonathan Schmid mit rechts über die Mauer links oben ins Tor (36.). Weil Werder auch nach dem Gegentreffer nicht viel einfiel, ging’s mit einem Rückstand in die Kabine.

Die Noten der Spieler - hier

Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit hätte der Ex-Bremer Max Kruse beinahe auf 2:0 gestellt, doch Werder-Keeper Sebastian Mielitz parierte glänzend (46.). Scheinbar war dieser Weckruf laut genug, denn nur wenig später hieß es 1:1 – und das war eine starke Co-Produktion der Offensive. Elias langer Diagonalball fand Arnautovic, der von rechts direkt in die Mitte legte. Dort lauerte Akpala und schoss aus vier Metern sein erstes Werder-Tor (48.). Die Bremer waren zurück im Spiel, wollten mehr und bekamen mehr. Kevin De Bruyne, bis dahin recht unauffällig, spielte Hunt frei. Ein Linksschuss ins lange Eck – 2:1 (59.).

Die Freiburger reagierten wütend, in ihren Offensivaktionen allerdings wenig durchdacht. Die Bremer Abwehr geriet zunächst nicht ins Wanken – und die Offensive hatte Platz für Konter. Da von denen aber keiner zum Erfolg führte, durften die Hausherren weiter hoffen. Sie warfen in der Schlussphase noch mal alles nach vorne und hatten in der 86. Minute auch schon den Torschrei auf den Lippen. Doch Daniel Caligiuri, der sich gegen Hunt durchgesetzt hatte, schob den Ball an den Pfosten – und von dort landete er in den Armen von Mielitz.

Freiburg drückte weiter und hatte auch noch einige gefährliche Szenen, doch Werder rettete den knappen Vorsprung über die Zeit und bringt heute drei immens wichtige Punkte mit zurück nach Bremen. Das ist enorm wichtig fürs Selbstvertrauen und nimmt vor dem Knaller am Samstag (15.30 Uhr) gegen den derzeit überragenden FC Bayern ein bisschen den Druck weg. · mr

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