Frank Verlaat verkauft normalerweise Versicherungen – und Andree Wiedener Bodenbeläge

Der Nebenjob mit dem Kugelschreiber

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Bremen - So manch ein Fan blieb am Sonntag vor dem Pavillon stehen, schaute die beiden Autogramme schreibenden Männer mit prüfendem Blick an und grübelte. Okay, der eine wurde – speziell von den Älteren – schnell erkannt: Andree Wiedener. Der inzwischen 44-Jährige hat schließlich von 1987 bis 2001 für Werder gespielt und sich äußerlich kaum verändert. Außerdem tanzt die Ostkurve nach Siegen gerne den Andree-Wiedener-Tanz. Aber wer ist der andere Herr mit den kurzen, leicht angegrauten Haaren? Vielen half erst der Blick auf die Autogrammkarte weiter: Frank Verlaat stand dort geschrieben.

Der 46-Jährige Holländer, der in seiner Zeit bei Werder (2000 bis 2003) stets mit Haarband auflief, nahm es mit Humor: „Den Leuten ist es doch eigentlich egal, wer hier sitzt, Hauptsache man war irgendwann mal bei Werder.“ Das sollte keineswegs respektlos gegenüber den Fans klingen. Im Gegenteil: Verlaat wollte nur ausdrücken, dass die Bremer ihren Club lieben – und sich auch über jeden Ex-Star freuen. Ein kurzer Plausch gehörte natürlich dazu. Und Verlaat und Wiedener hatten viel zu erzählen. Beide haben ihre Karriere längst beendet. Wiedener lebt in Frankfurt und ist Außendienstmitarbeiter im Großhandel für Bodenbeläge. „Das passt zu mir, das macht mir Spaß“, sagt der Ex-Profi und wirkt rundum zufrieden. Als die Anfrage von Werder kam, beim Tag der Fans als Werder-Legende aufzutreten, „habe ich sofort zugesagt. Es ist eine schöne Sache, viele alte Bekannte zu treffen.“

Tag der Fans am Weserstadion - Teil 1

So geht es auch Verlaat, der schon seit Jahren in Portugal lebt. Der Fußball bestimmt weiterhin sein Leben. Verlaat arbeitet bei einer Sportversicherung für Profi-Fußballer, ist für den deutschsprachigen Raum zuständig. Also auch für Bremen, wohin er aber auch aus einem anderen Grund sehr oft kommt: Sohn Jesper. Der 18-Jährige spielt seit 2012 für Werder. „Ich habe damals Frank Baumann gefragt, ob Jesper ein Probetraining machen darf. Er durfte bleiben“, erinnert sich Frank Verlaat.

Nach einigem Verletzungspech hofft Jesper nun in der U19 auf den Durchbruch und auf eine Profi-Karriere beim Ex-Club seines Vaters. Eigentlich ein perfekter Zeitpunkt, weil Werder seine Stars aus finanzieller Not selbst produzieren muss. Doch Papa Verlaat sieht das anders: „Als junger Spieler musst du nur auf dich schauen und nicht darauf, was oben los ist. Wenn du hart arbeitest und gut bist, bekommst du immer deine Chance.“

kni

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