Franco Di Santo ist nicht ganz zufrieden mit seinem Saisonstart / Die Freundin soll beim Deutschlernen helfen

„Ich muss das noch mit mehr Toren krönen“

+
Immer ein Lächeln auf den Lippen – das ist Franco Di Santo.

Bremen - Er war der Hingucker bei Werders Sturmlauf in der zweiten Halbzeit gegen Hoffenheim, denn Franco Di Santo war kaum zu stoppen. Der 25-Jährige wird immer besser. Nach zwei Bundesliga-Spielen hat er ein Tor auf dem Konto, in der Vorsaison brauchte der Argentinier 23 Partien für vier Treffer. Di Santo könnte Werder wieder nach oben schießen. Wie er darüber denkt, erzählte der Stürmer im Journalistenkreis.

Herr Di Santo, Sie haben gegen Hoffenheim ein überragendes Spiel gemacht, aber warum bitteschön haben Sie Ihre Riesenchance zum 2:1 nicht genutzt?

Franco Di Santo: Das war Pech. Ich wollte den Ball schräg einschießen, aber ich habe ihn zu weit oben getroffen – und dann ist er drüber gegangen.

Waren Sie ansonsten mit Ihrer Leistung zufrieden?

Di Santo: Ja, ich bin schon ganz dynamisch und gut im Rhythmus, aber ich muss das noch mit mehr Toren krönen.

Wissen Sie eigentlich, dass Sie für die Clubverantwortlichen und die Fans so etwas wie ein Hoffnungsträger sind?

Di Santo: Ich bin sehr dankbar dafür, dass die Leute mir so viel Vertrauen schenken. Ich weiß aber auch, dass ich mich im Vergleich zur letzten Saison steigern muss. Die letzte Saison ist durch die Rote Karte und Verletzungen etwas unglücklich gelaufen. Es hilft mir natürlich, dass ich diesmal die komplette Vorbereitung mitgemacht habe. Letztes Jahr kam ich erst nach der Saison-Vorbereitung – und das war auch ein Grund für meine Verletzungsprobleme.

Empfinden Sie die Rolle als Hoffnungsträger eher als Druck oder als Motivation?

Di Santo: Auf jeden Fall als Motivation. Ich versuche, alles so zu kanalisieren, dass es kein Druck ist. Ich will niemanden enttäuschen. Obwohl: Enttäuschen kann ich eigentlich nur meinen Vater und meine Mutter.

Wieviele Tore wollen Sie schießen?

Di Santo: Mein Wunsch sind mindestens zehn. Alles, was darüber hinaus geht, ist noch besser für mich und die Mannschaft.

Was ist mit Werder möglich?

Di Santo: Wir haben bewiesen, dass wir eine Mannschaft sind, die nie aufgibt. Jetzt müssen wir es schaffen, nicht nur Rückstände aufzuholen, sondern von Anfang an so zu spielen. Dann können wir in der Tabelle nach oben kommen.

Wer ist der beste Bundesliga-Stürmer und an welcher Stelle würden Sie sich einsortieren?

Di Santo: Robert Lewandowski von den Bayern und Stefan Kießling von Leverkusen sind zurzeit die beiden Besten – und dann komme ich (lacht laut). Nein, nein, es gibt sehr viele gute Stürmer in der Bundesliga. Es wird sich im Laufe der Saison zeigen, welche die Besten sind.

Gab es in den vergangenen Wochen andere Clubs, die Sie verpflichten wollten?

Di Santo: Nein. Und wer Interesse hat, muss sich an die Bosse von Werder wenden. Ich habe nur daran gedacht, wie ich in dieser Saison für Werder besser spielen kann.

Haben Sie auch an Ihren deutschen Sprachkenntnissen gearbeitet?

Di Santo: Ich verstehe schon fast alles. Aber ich hatte noch nicht genug Unterricht, um Deutsch auch zu sprechen.

Ihre Kollegen Luca Caldirola und Santiago Garcia, die wie Sie vor einem Jahr nach Bremen kamen, geben Ihre Interviews schon auf Deutsch – warum sind die schon weiter?

Di Santo: Weil die mehr geübt haben (lacht).

Sind Sie nicht der Typ, der abends auf der Couch Vokabeln paukt?

Di Santo: Nicht wirklich. Ich gehe lieber mit Freunden draußen einen Kaffee trinken. Aber jetzt kommt meine Freundin, sie will auch Deutsch lernen. Da steigt die Motivation.

Sie haben vorhin Stefan Kießling gelobt. Er ist Ihr nächster Gegner. Wie sehr beschäftigt Sie bereits das Spiel gegen Spitzenreiter Leverkusen?

Di Santo: Die Vorbereitung hat schon begonnen. Das ist im Moment die beste deutsche Mannschaft. Die können Meister werden. Das wird schwierig. Trotzdem müssen wir mindestens einen Punkt holen, besser wären drei, damit unsere ersten beiden Unentschieden etwas Wert waren.

Bedeuten die beiden Unentschieden einen guten oder einen schlechten Start?

Di Santo: Es war kein exzellenter, aber ein sehr guter Start – vor allem, wenn man sieht, wie die Spiele gelaufen sind, wie wir die Rückstände aufgeholt haben. Gegen Berlin hatten wir noch die Siegchance durch Davie Selke, gegen Hoffenheim hatten wir gleich mehrere Chancen. Die Leute haben gesehen, dass wir heiß sind.

Was trauen Sie Davie Selke auf Dauer zu? Hat er eine große Zukunft vor sich?

Di Santo: Ja, die hat er vor sich. Er ist nicht umsonst U19-Europameister geworden. Er ist sehr heiß und willig, sich zu verbessern.

Sie wären beinahe mit Argentinien zur WM gefahren. Morgen im Test gegen Deutschland sind Sie nicht dabei. Wie wichtig ist Ihnen die Nationalmannschaft?

Di Santo: Ich würde schon sehr gerne im nächsten Jahr bei der Copa America spielen. Deshalb bin ich noch motivierter, mich durch gute Leistungen bei Werder zu empfehlen.

kni

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Steinmeier: RAF-Täter sollen Schweigen brechen

Steinmeier: RAF-Täter sollen Schweigen brechen

Xi Jinping träumt von China als Weltmacht

Xi Jinping träumt von China als Weltmacht

Worauf freut ihr euch am meisten auf dem Freimarkt?

Worauf freut ihr euch am meisten auf dem Freimarkt?

Bild von gewildertem Nashorn ist Wildlife-Foto des Jahres

Bild von gewildertem Nashorn ist Wildlife-Foto des Jahres

Meistgelesene Artikel

Sargent verliert mit USA bei U17-WM

Sargent verliert mit USA bei U17-WM

Pavlenka und Veljkovic wieder zurück

Pavlenka und Veljkovic wieder zurück

Kein Trainingslager

Kein Trainingslager

Das passiert am Samstag

Das passiert am Samstag

Kommentare