Di Santo Mittwoch zurück bei Werder, aber auch zurück am Verhandlungstisch?

Neue Gespräche ja, neues Angebot nein

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Das Thema Zukunftsplanung von Franco Di Santo kommt mit der Rückkehr des Argentiniers aus dem Urlaub natürlich wieder aufs Tapet – und es wird Werder vermutlich noch länger begleiten.

Bremen - Von Carsten Sander und Björn Knips. Ein paar Urlaubsgrüße hatte er in die Welt hinausgeschickt. Franco Di Santo beim Fischen, Franco Di Santo beim Essen mit seiner Lieblingsband La Konga, Franco Di Santo in einer Baywatch-Parodie am Strand – der Argentinier hat es sich während der freien Wochen gut gehen lassen.

Doch am Mittwoch ist die schöne Zeit auch für ihn wieder vorbei. Erster Arbeitstag der neuen Saison – dass der 26 Jahre alte Stürmer dann um 10.00 Uhr beim Laktattest im Stadion Platz elf dabei sein wird, kann aber maximal als Zwischenergebnis immer noch offener Vertragsgespräche gewertet werden. Längst ist nicht geklärt, ob der Argentinier Werder Bremen in diesem Sommer für eine Millionenablöse verlassen wird. Ob er darauf setzt, seinen Vertrag auslaufen zu lassen, um in einem Jahr ablösefrei gehen zu können. Oder ob er doch die angebotene Vertragsverlängerung akzeptieren wird.

In dieser Angelegenheit war während der Urlaubswochen noch weniger Bewegung als im Baywatchvideo, das Di Santo in einer Zeitlupenversion veröffentlichte. Nichts Entscheidendes hat sich in dem Ver-tragspoker getan, doch nun, da Di Santo erstmal wieder nach Bremen zurückkehrt und somit wieder für Werder greifbar wird, wollen die Bremer Verantwortlichen nochmal gründlich nachfragen, wie sich der Angreifer (13 Tore in der vergangenen Saison) seine Zukunft denn nun vorstellt. Sportdirektor Rouven Schröder: „Wir freuen uns, wenn Franco wieder hier ist. Dann bekommt er ganz automatisch auch schnell wieder das Werder-Gefühl – und wir können uns direkt und ganz in Ruhe mit ihm unterhalten.“ Während der Sommerpause ging das nicht. Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin hatte allenfalls SMS-Kontakt zu seinem derzeit wertvollsten Spieler. Das meiste lief über Di Santos Berater, der aber – so der Eindruck – nur vertrösten, nicht entscheiden wollte.

Jetzt geht es also wieder Auge in Auge. Allerdings muss man sich schon fragen, welche neuen Argumente Werder noch aus dem Hut zaubern kann, um Di Santo zum Verbleib an der Weser zu überzeugen. Eine Nachbesserung des Angebots? Eher nicht. Thomas Eichin hatte schon im Frühjahr erklärt, er wolle „bis an die Schmerzgrenze“ gehen. Was er längst getan hat. „Die Karten liegen auf dem Tisch“, meint der 48-Jährige.

Dennoch hat sich Di Santo nicht zu Werder bekannt. Und dass ihm nach der Rückkehr aus dem Heimaturlaub (inklusive Abstecher nach Mexiko) plötzlich beim Anblick von Weserstadion, Roland und Stadtmusikanten einfällt, dass es bei Werder auch ohne internationales Geschäft am schönsten ist, muss nicht zwingend angenommen werden.

Die Personalie Di Santo wird Verein, Fans und Medien sicher noch einige Zeit begleiten. Entweder bis der dreimalige Nationalspieler einen Club gefunden hat, der seine Erwartungen erfüllt und sich mit Werder hinsichtlich der Ablöse einig wird, oder er findet nichts und entscheidet sich abermals für Bremen. Wie vor zwei Jahren, als er nach dem Abstieg von Wigan Athletic aus der englischen Premier League ablösefrei war, sich aber bei der Suche nach einem Top-Vertrag bei einem Top-Verein ordentlich verzockte. Das Ende vom Lied: Er landete bei Werder.

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