Die fränkische Symbolfigur

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Hart attackiert, aber nicht zu stoppen: Josip Drmic (rechts) traf gegen Kroatien doppelt für die Schweiz. ·

Nürnberg - Wochen der Wahrheit. Eigentlich vergeht kein Tag auf dem „Club“-Gelände am Valznerweiher, an dem dieser Begriff nicht fällt. Stimmt ja aber auch: Wenn der 1. FC Nürnberg morgen Abend (18.30 Uhr) Werder Bremen erwartet, wird die Phase der vorentscheidenden direkten Duelle eingeleitet. Anschließend geht’s gegen Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und Freiburg.

Danach, sagen viele „Club“-Fans, sind die Sorgen verschwunden. Dafür soll einer sorgen, der die Liga mit seiner unerschrockenen Art im Sturm erobert hat: Josip Drmic. Die Nummer 18 hat im ersten Bundesligajahr nur 22 Spiele gebraucht, um elf Tore zu schießen und drei vorzubereiten. Und auch im Schweizer Nationalteam startet er jetzt durch. Beim 2:2 am Mittwoch gegen Kroatien erzielte er in seinem fünften Länderspiel seine ersten beiden Treffer. Ausgerechnet gegen Kroatien, das Heimatland seiner Eltern. Erst 2010 wurde Drmic Schweizer Staatsbürger, nachdem zuvor zwei Gesuche abgelehnt worden waren.

Auch im Verein lief es zunächst nicht rund. Doch das änderte sich, als Coach Michael Wiesinger entlassen und Gertjan Verbeek sein Nachfolger wurde. Sportvorstand Martin Bader beschreibt die Wandlung so: „Der neue Trainer schaute sich stundenlang Videos an. Er hat unsere Offensivqualität gesehen und wollte die Flucht nach vorne antreten. Wenn man Fußballer wie Josip Drmic hat, muss man ihre Qualität auch ins Spiel einbringen.“ Sein 22-jähriger Neuzugang, der im Kanton Schwyz aufwuchs, ist inzwischen die Symbolfigur des fröhlichen wie erfolgreichen Nürnberger Offensivstils. Jetzt wird klar, warum Bader mehr als zwei Millionen Euro Ablöse locker machte – und warum Drmic gleich einen Vierjahresvertrag unterschrieb.

Dabei spielt er im Verein meistens nicht mal auf seiner Lieblingsposition. „Meine Wunschposition ist und bleibt Mittelstürmer“, sagt er, „aber ich weiß, dass viele Trainer in mir einen Flügelstürmer sehen. Ich bin schnell und kann von da draußen meine Läufe starten.“ Also schießt er als Rechtsaußen seine Tore. Verbeek leistet sich den Luxus, gewisse Defensivschwächen von Drmic („Ich finde es sehr, sehr mutig vom Trainer, so zu spielen“) sehenden Auges zu tolerieren.

Dass dieser Mann in der Bundesliga Karriere machen würde, daran hat Ottmar Hitzfeld immer geglaubt. „Er ist physisch stabil. Er hat eine hohe Grundschnelligkeit und die Torgefahr im Blut“, sagt der Nationaltrainer der Schweiz, mit der Drmic in diesem Sommer in Brasilien für Furore sorgen will. Sollte Drmic auch dort durchstarten, könnten die Begehrlichkeiten noch größer werden. Doch Nürnberg ist gar nicht gewillt, seinen besten Mann abzugeben – vorausgesetzt, der Kraftakt Klassenerhalt gelingt. „Spielen wir in der Bundesliga, hat Josip Drmic keine Ausstiegsklausel“, stellt Bader klar, schränkt aber ein: „Spielen wir in der zweiten Bundesliga, wird es schwer, einen Spieler seiner Qualität zu halten. Dann wird Josip wechseln.“ · mb

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