Frings bleibt gesperrt und gefrustet / Allofs fordert den DFB zur Reform in der Rechtsprechung auf

Foul statt Fair Play vor Gericht

Werder-Bremen - BREMEN (csa) · Natürlich ist es dabei geblieben. Das DFB-Sportgericht verhängte gestern im Einzelrichter-Verfahren die erwartete Sperre von einem Spiel gegen Werder-Kapitän Torsten Frings und folgte damit dem Betongesetz der FIFA, wonach jede Rote Karte eine Sperre nach sich ziehen muss.

Das „Finale“ um die Champions-League-Chance bei Borussia Dortmund (Samstag, 15.30 Uhr) steigt somit ohne Frings. Der Betroffene fühlt sich vom Verband und seinem Sportgericht um ein großes Spiel betrogen. „Ich werde gesperrt für etwas, das ich nicht getan habe. Der DFB fordert von den Vereinen und Spielern immer Fair Play. Eigene Fehler zuzugeben, wäre auch Fair Play…“

Doch vor Gericht lief alles anders. Weil der Vorwurf der Tätlichkeit gegen Nürnbergs Thomas Broich auch bei größten Anstrengungen nicht zu halten gewesen wäre, wurde Frings kurzerhand wegen „unsportlichen Verhaltens“ verknackt. Für Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs bewegt sich dieser Urteilsspruch am Rande der Lächerlichkeit. „Jeder, der dabei war oder die Fernsehbilder gesehen hat, weiß, dass kein unsportliches Verhalten vorlag. Dann kann es auch nicht der Urteilsspruch sein.“ Jeder weiß aber, dass der DFB sich mit seinem Handeln nur an der FIFA-Maßgabe orientiert, jede Rote Karte auch mit einer Sperre zu belegen. Offiziell zugegeben wird das – siehe Urteil – aber nicht. Allofs: „Warum nennt man das Kind nicht einfach beim Namen und begründet den Urteilsspruch mit den FIFA-Vorgaben?“

nMindestsperre

nauf den Prüfstand

Das ist die eine Frage, die unbeantwortet bleibt. Die andere stellt sich Frings – und sie richtet sich an Schiedsrichter Markus Schmidt. „Wieso hat er nicht die Größe, seinen Fehler zuzugeben?“, meint der Bremer Spielführer und ärgert sich über den Ablauf des Verfahrens: „Der Schiri hat nur versucht, sich rauszureden. Und der DFB tut alles, um seine Leute zu schützen.“

Per Mertesacker kennt diese Vorgänge, „ich hab’s ja selber schon oft genug erlebt.“ Prinzipiell sei es sogar in Ordnung, dass Schiedsrichter die Protektion des Verbandes genießen. „Das muss auch so sein“, sagt der Nationalverteidiger, „aber trotzdem wünscht man sich eine Klausel, die greift, wenn sich mal einer krass irrt. Stattdessen werden die Dinge so hingerüttelt, wie man es gerade braucht.“

Frustrierend sei das, meint Allofs, und „gegenüber den Spielern schwer zu vermitteln“. Der Werder-Boss fordert ganz klar: „Diese Mindestsperre für einen Platzverweis muss auf den Prüfstand.“ Die Tatsachenentscheidung – also der Platzverweis während des Spiels – müsse ja nicht angefochten werden. „Aber es sollte die Möglichkeit bestehen, das Strafmaß bei einer Fehlentscheidung abzumildern und den Spieler nicht zusätzlich zu sperren.“

Auf einen Einspruch und eine mündliche Verhandlung hat Werder wie angekündigt verzichtet. Man könnte auch sagen, der Club hat resigniert. „Die Aussichten auf einen Freispruch“, erklärt Klaus Allofs, „sind gleich Null.“

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