Löw forciert Torwart-Kampf - Abfuhr für Frings

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Tim Wiese wird im Duell gegen Chile oder Ägypten das deutsche Tor hüten.

Frankfurt - Keine Chance für Torsten Frings, dafür verschärfter Vierkampf um die Nummer 1: Auf der Zielgeraden der WM-Qualifikation forciert Bundestrainer Joachim Löw den Wettstreit um den Platz im Tor der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Für die Testpartie gegen Südafrika am 5. September in Leverkusen erhielt Lokalmatador René Adler eine Einsatzgarantie, vier Tage später darf erneut Topfavorit Robert Enke ebenfalls vor eigenem Publikum im WM-Qualifikationsspiel gegen Berti Vogts' Aserbaidschan in Hannover ran. Der ebenso nominierte Manuel Neuer (Schalke 04) und der diesmal überraschend nicht berufene Bremer Tim Wiese müssen sich bis zum November gedulden, wenn sie in den geplanten Testspielen gegen Chile und Ägypten ihre Bewährungschance im DFB-Tor erhalten sollen.

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Löw sorgt damit in der Torwart-Frage mindestens bis ins WM-Jahr 2010 für Spannung. Offen ist auch, wer in den letzten Ausscheidungs-Partien Richtung Südafrika den Vorzug bekommt - Enke scheint weiter klar die besten Karten zu haben. Für die beiden entscheidenden WM-Qualifikationsspiele gegen Russland in Moskau und gegen Finnland in Hamburg im Oktober werde man sich in der Torwart-Frage „kurzfristig entscheiden“, betonte Löw zwar. „Wie in den letzten Qualifikations- Begegnungen ist derzeit aber kein Wechsel vorgesehen“, ergänzte der Bundestrainer. Damit hält der in fünf der bislang sieben Punktspielen eingesetzte Enke auch für das richtungsweisende Spitzenspiel in Russland alle Trümpfe in der Hand.

Wiese und der ihm als Nummer drei diesmal vorgezogene U 21- Champion Neuer müssen dem DFB-Team aber auch als Zwangszuschauer mehr denn je die Daumen drücken. Gelingt die direkte Qualifikation als Gruppensieger nicht, stünde im November nämlich Relegation statt Schaulaufen an - und ihre Casting-Termine wären wohl hinfällig. „Unser Ziel ist weiterhin der Gruppensieg, so dass wir dann im November in den beiden für diesen Fall abgeschlossenen Länderspielen in Köln und Gelsenkirchen unsere Planungen realisieren können“, sagte Löw.

Routinier Frings spielt in diesen Planungen immer offensichtlicher keine Rolle mehr. Erneut fehlt der Bremer Mittelfeldabräumer in der 23 Akteure umfassenden Kaderliste. Kein Wort verlor Löw in seiner Aufgebots-Pressemitteilung über diese Personalie. Mehr Perspektive hat Stuttgarts Sami Khedira - diesmal der einzige Akteur ohne Länderspieleinsatz im DFB-Tross und neben Neuer, Andreas Beck, Marko Marin und Mesut Özil einer von insgesamt fünf U 21-Europameistern. Als Alternative für die Sechser-Position kehrt zudem Simon Rolfes (Leverkusen) ins Team zurück. Auch Kölns Angreifer Lukas Podolski ist nach seinem verletzungsbedingten Fehlen beim 2:1-Sieg vor zwei Wochen in Aserbaidschan wieder mit von der Partie.

Auf Überraschungen verzichtete Löw bei den Personalplanungen und verspricht angesichts von zehn gemeinsamen Tagen mit dem Team eine Leistungssteigerung nach den zuletzt durchwachsenen Leistungen: „Das bedeutet für uns, dass wir über einen längeren Zeitraum gezielt trainieren können, was für uns ganz wichtig ist. Deshalb bin ich sicher, dass wir an diesem Doppel-Spieltag eine stark verbesserte Leistung zeigen werden. Wir wissen, wo wir zuletzt unser Potenzial nicht abrufen konnten“, sagte Löw.

Dies geschieht im engen Schulterschluss mit der U 21, die sich zunächst ebenfalls in Köln auf ihr EM-Qualifikationsspiel gegen San Marino (4. September) vorbereitet. Am kommenden Montag versammelt Löw sein Team am Rhein, wo am folgenden Tag als erster Tagesordnungspunkt ein weiterer Fitness-Test auf dem Programm steht.

Das Team für die Partien am 5. und 9. September:

Tor: René Adler, Robert Enke , Manuel Neuer

Abwehr: Andreas Beck , Arne Friedrich , Philipp Lahm , Per Mertesacker , Marcel Schäfer , Serdar Tasci , Heiko Westermann

Mittelfeld: Mesut Özil , Marko Marin , Michael Ballack , Christian Gentner, Thomas Hitzlsperger , Sami Khedira , Simon Rolfes , Bastian Schweinsteiger , Piotr Trochowski

Angriff: Mario Gomez , Cacau, Miroslav Klose , Lukas Podolski

dpa

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