Nach den turbulenten Tagen rückt der Sport nur mühsam in den Vordergrund

Fokus auf Fußball? Es fällt schwer, aber es muss sein

Bremen - Besser ist die jüngste Entwicklung bei Werder Bremen kaum in ein Bild zu fassen: Als Mediendirektor Tino Polster gestern die Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf (morgen, 15.30 Uhr) anmoderierte, begrüßte er nur Trainer Thomas Schaaf, der rechts von ihm saß.

Links war Leere. Von diesem Platz aus hatte sonst immer Klaus Allofs die Fragen der Woche beantwortet. Dass er im spektakulärsten Manager-Wechsel der Bundesliga-Geschichte zum VfL Wolfsburg gegangen ist, hinterlässt in Bremen Riesenlücken – symbolisch sichtbar auf dem Podium im Mediensaal des Weserstadions.

In den vergangenen Tagen hatte das Allofs-Thema bei Werder alles beherrscht. Die Diskussion um die Nachfolgeregelung wird den Club noch über viele Tage, vielleicht sogar Wochen beschäftigen. Und in dieser Atmosphäre der Aufgeregtheit und Unsicherheit versucht Thomas Schaaf, irgendwie die Konzentration auf das Wesentliche hochzuhalten – auf den Fußball und die Partie gegen Düsseldorf. Seine Arbeit sei während der turbulenten Tage „ganz normal weitergelaufen“, behauptet der 51-Jährige, auch wenn er zugibt: „Klar, es gab auch Momente, wo man sich zwischendurch in Gedanken verloren hat.“

Pressekonferenz und Training am Freitag

Pressekonferenz und Training am Freitag

Gestern muss auch so ein Moment gewesen sein. Schaaf referierte kurz über die Fortuna und sprach auf einmal von Düsseldorfs starkem Neuzugang Max Kruse. Hoppla, wer? Max Kruse, der Ex-Bremer, spielt doch beim SC Freiburg. Polster wies Schaaf dezent auf den Fehler hin, aber der blieb dabei: „Nee, Max Kruse…“ Der Düsseldorfer Kruse heißt aber Robbie, ist Australier und spricht sich „Kruus“.

Ein kleiner Fauxpas, der an anderen Tagen vielleicht keiner weiteren Erwähnung wert gewesen wäre. Ob der speziellen Situation bei Werder könnte er aber doch so interpretiert werden, dass Allofs‘ Abgang mehr durcheinandergebracht hat, als Schaaf zugeben mag. Stattdessen wiederholte er: „Wir sind total fixiert auf die Partie.“

Ein Spiel, das für Klaus Allofs ein ganz spezielles gewesen wäre. Bei der Fortuna hatte 1975 Allofs’ Profi-Karriere begonnen, bis 1981 spielte er in Düsseldorf. Doch in seinen 13,5 Jahren als Manager von Werder Bremen hatte es nie ein Bundesliga-Duell mit seinem Heimatclub gegeben. Nun wäre der Zeitpunkt gekommen. Allofs hatte schon vor Wochen 60 Karten für Verwandte und alte Freunde reserviert, sich zudem auf einen Vergleich mit Bruder und Fortuna-Vorstand Thomas gefreut. „Es werden auch alle kommen, aber einer fehlt – und das bin ich“, hatte Allofs bei seiner Abschiedspressekonferenz am Mittwoch gesagt und bittersüß geschmunzelt: „Es ist wirklich eine verrückte Situation.“

Aber lange nicht so verrückt wie das, was eine Woche später folgt. Dann gastiert Werder beim VfL Wolfsburg, dann heißt es Thomas Schaaf gegen Klaus Allofs. Auch daran muss man sich erstmal gewöhnen. · csa

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