In Dortmund soll‘s eine Trotzreaktion geben

Flucht nach vorne – Werder verdrängt seine Ängste

+
Werder bleibt nicht am Boden – davon ist Nils Petersen überzeugt. Der Bremer Neuzugang ist sich sogar „sicher, dass wir in Dortmund etwas holen können“.

Bremen - Die Horrorvision eines totalen Fehlstarts soll sich erst gar nicht in den Köpfen einnisten – und deshalb tritt Werder gnadenlos die Flucht nach vorne an, spricht sich selbst Mut zu und stellt trotz des peinlichen Erstrunden-Ausscheidens im DFB-Pokal bei Drittligist Preußen Münster großes Selbstvertrauen zur Schau.

Allen voran Sokratis, der vor dem Hammer-Auftakt der Bundesliga am Freitag (20.30 Uhr) bei Double-Sieger Borussia Dortmund sogar – ziemlich gewagt – von der Königsklasse parliert.

„Für mich hat sich nichts geändert: Ich will in die Champions League und glaube an diese Mannschaft. Wir sind gut genug dafür“, behauptet Sokratis und lehnt sich mit solch forschen Tönen gefährlich weit aus dem Fenster. Andere Bremer (zum Beispiel Trainer Thomas Schaaf und Kapitän Clemens Fritz) hatten allenfalls vom internationalen Geschäft als Saisonziel gesprochen. Deutlich vorsichtiger ist auch Stürmer Marko Arnautovic, der sagt: „Wir brauchen unsere Ziele nach einer Niederlage jetzt nicht wegzuschmeißen. Ich werde die Latte aber nicht zu hoch legen. Wir wollen schauen, dass wir am Ende der Saison möglichst weit oben dabei sind.“

Bilder vom Training am Dienstag

Werder: Elia noch nicht im Mannschaftstraining

Sokratis ist überzeugt davon, dass dies auch gelingt. Der Optimismus beim griechischen Abwehrchef, der in Münster einen rabenschwarzen Tag erwischt und für Dortmund bereits Besserung gelobt hat, ist trotz des heftigen Niederschlags im Pokal ungebrochen. „Wir müssen nach vorne schauen. Ich bin mir sicher: Wir werden eine gute Saison spielen“, sagt der 24-Jährige trotzig.

Angriffslustig präsentieren sich auch seine Teamkollegen – etwa Keeper Sebastian Mielitz: „Der Fokus ist jetzt total auf Dortmund. Wir wollen sofort wieder aufstehen und voll auf Attacke gehen.“ Stürmer Nils Petersen ist ebenfalls in einer Jetzt-erst-Recht-Stimmung und verspricht: „Wir haben im Pokal versagt, aber wir werden die Köpfe nicht hängen lassen, sondern uns als Team wieder hochziehen. Dafür haben wir die richtigen Typen in der Mannschaft.“ Der 23-Jährige glaubt, dass Werder beim BVB nicht chancenlos sein wird und sich dort aus dem „Schlamassel“ befreien kann: „Wir sind uns sicher, dass wir in Dortmund etwas holen können. Aber natürlich müssen wir anders auftreten als in Münster.“

Aus den Aussagen der Werder-Profis ist herauszuhören: Sie kämpfen darum, das Ruder gleich herumzureißen. Sie wollen die in der Vorbereitung so vorzügliche Stimmung nicht weiter umschlagen lassen. Sie wollen nicht die Befürchtungen nähren, dass die neue Saison so enttäuschend werden kann wie die vergangene (Erstrunden-Pokal-Aus in Heidenheim, am Ende Platz neun). Und dafür ziehen sie alle an einem Strang, wie Fritz und Sebastian Prödl betonen. „Wir dürfen es nicht zulassen, dass uns diese Niederlage umhaut“, fordert Fritz. Und Prödl ergänzt: „Wir müssen da alle zusammen durch und es besser machen.“ · mr/kni

Das könnte Sie auch interessieren

Familienurlaub in Grächen: Abfahrt mit dem Weltmeister

Familienurlaub in Grächen: Abfahrt mit dem Weltmeister

Bayern-Fest bei Heynckes' Europa-Comeback - 3:0 gegen Celtic

Bayern-Fest bei Heynckes' Europa-Comeback - 3:0 gegen Celtic

Werder auf dem Freimarkt

Werder auf dem Freimarkt

NRW: 700 Polizisten stürmen Hells-Angels-Wohnungen

NRW: 700 Polizisten stürmen Hells-Angels-Wohnungen

Meistgelesene Artikel

Sargent verliert mit USA bei U17-WM

Sargent verliert mit USA bei U17-WM

Das passiert am Samstag

Das passiert am Samstag

Zehn Fakten zum Werder-Spiel gegen Gladbach

Zehn Fakten zum Werder-Spiel gegen Gladbach

Wohin mit Kainz? Nouri hat die Wahl

Wohin mit Kainz? Nouri hat die Wahl

Kommentare