25-Jähriger mit Höhen und Tiefen in der Hinrunde

Kainz kann es noch: „Tor hat gut getan“

+
Florian Kainz erzielte im DFB-Pokal gegen den SC Freiburg seinen ersten Treffer in dieser Saison.

Bremen - Der erste Gratulant war schnell da: Ludwig Augustinsson hatte Florian Kainz noch vor der Eckfahne eingeholt, um ihn beherzt in die Arme zu schließen.

Es folgte Thomas Delaney. Dann Vorlagengeber Jerome Gondorf. Schließlich Maximilian Eggestein. Sie alle überbrachten dem Österreicher am Mittwochabend ihre Glückwünsche zu dessen Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 im Pokalspiel gegen den SC Freiburg.

Kainz übt sich in Zurückhaltung

Sie taten es, weil sie sich über die nun komfortable Werder-Führung freuten, klar. Aber sie taten es auch, weil sie wussten, wie wichtig dieses Tor speziell für Kainz war. Jenen Mann, der in der Bundesliga-Hinrunde zwar viel gespielt (17 Einsätze), aber nur selten überzeugt hatte (kein Tor, keine Vorlage).

„Ich bin froh, dass ich mal wieder ein Tor gemacht habe“, sagte Kainz nach dem Bremer 3:2-Erfolg in den Katakomben des Weserstadions. Es war kein euphorischer Satz, eher eine nüchterne Feststellung. Trotz seiner zuvor guten Leistung übte sich der 25-Jährige in Zurückhaltung – und beeindruckte mit einer sehr differenzierten Einschätzung seiner persönlichen Hinrunde. „Es gab Höhen und Tiefen“, sagte Kainz, der mit dem Positiven begann: „Ich habe viel gespielt, auch viel von Anfang an.“

Einzelkritik: Bargfrede mutiert zum Torjäger

Bekam im ersten Durchgang nur zwei Bälle aufs Tor. Rettete erst stark gegen Petersen (26.), war beim Strafstoß des Ex-Bremers kurz darauf aber machtlos (28.). Nach dem Wechsel weitestgehend beschäftigungslos. Konnte beim 2:3 nichts machen. Note 2,5
Bekam im ersten Durchgang nur zwei Bälle aufs Tor. Rettete erst stark gegen Petersen (26.), war beim Strafstoß des Ex-Bremers kurz darauf aber machtlos (28.). Nach dem Wechsel weitestgehend beschäftigungslos. Konnte beim 2:3 nichts machen. Note 2,5 © nordphoto
Theodor Gebre Selassie: Rückte im Vergleich zum Mainz-Spiel eine Position nach hinten und spielte rechts in der Viererkette. Dort aufmerksam und mit wichtiger Rettungstat in Hälfte zwei. Note 3
Theodor Gebre Selassie: Rückte im Vergleich zum Mainz-Spiel eine Position nach hinten und spielte rechts in der Viererkette. Dort aufmerksam und mit wichtiger Rettungstat in Hälfte zwei. Note 3 © nordphoto
Milos Veljkovic: Kümmerte sich in erster Linie um Freiburgs Kapitän Petersen, von dem aus dem Spiel heraus nicht viel zu sehen war. Wie immer unaufgeregt und mit gutem Stellungsspiel, in der 28. Minute aber ebenso wie Bargfrede einen Schritt zu spät gegen Ravet. Note 3
Milos Veljkovic: Kümmerte sich in erster Linie um Freiburgs Kapitän Petersen, von dem aus dem Spiel heraus nicht viel zu sehen war. Wie immer unaufgeregt und mit gutem Stellungsspiel, in der 28. Minute aber ebenso wie Bargfrede einen Schritt zu spät gegen Ravet. Note 3 © nordphoto
Niklas Moisander: Der Kapitän war mit dafür verantwortlich, dass die Gäste aus dem Spiel heraus keine Gefahr entwickelten. Keine Fehler und präzise Pässe im Spielaufbau - es war ein grundsolider Auftritt, den der Finne ablieferte. Note 2,5
Niklas Moisander: Der Kapitän war mit dafür verantwortlich, dass die Gäste aus dem Spiel heraus keine Gefahr entwickelten. Keine Fehler und präzise Pässe im Spielaufbau - es war ein grundsolider Auftritt, den der Finne ablieferte. Note 2,5 © nordphoto
Ludwig Augustinsson: Die Szene, die zum Freiburger Elfmeter führte, wurde über seine linke Abwehrseite eingeleitet. Da war er gegen Flankengeber Kübler nicht auf dem Posten. Nach vorne zudem weitestgehend wirkungslos. Note: 3,5
Ludwig Augustinsson: Die Szene, die zum Freiburger Elfmeter führte, wurde über seine linke Abwehrseite eingeleitet. Da war er gegen Flankengeber Kübler nicht auf dem Posten. Nach vorne zudem weitestgehend wirkungslos. Note: 3,5 © nordphoto
Philipp Bargfrede: Agierte als Sechser in der Mittelfeldraute. Räumte dabei wie immer viel ab – dieses Mal aber leider auch Ravet im Strafraum, was Freiburg den Elfmeter zum 1:2-Anschlusstreffer einbrachte. Im Pech, als Schwolow seine Direktabnahme noch von der Linie kratzte. Im Glück, dass der Schiedsrichter die Szene mit Gondorf vor seinem 3:1 nicht abpfiff. Note 2,5
Philipp Bargfrede: Agierte als Sechser in der Mittelfeldraute. Räumte dabei wie immer viel ab – dieses Mal aber leider auch Ravet im Strafraum, was Freiburg den Elfmeter zum 1:2-Anschlusstreffer einbrachte. Im Pech, als Schwolow seine Direktabnahme noch von der Linie kratzte. Im Glück, dass der Schiedsrichter die Szene mit Gondorf vor seinem 3:1 nicht abpfiff. Note 2,5 © nordphoto
Maximilian Eggestein: Längst nicht so auffällig wie zuletzt in der Bundesliga gegen Mainz. Mit einigen Ballverlusten, die man sonst nicht von ihm sieht. In Sachen Lauffreude und Einsatz aber einmal mehr tadellos. Note 3,5
Maximilian Eggestein: Längst nicht so auffällig wie zuletzt in der Bundesliga gegen Mainz. Mit einigen Ballverlusten, die man sonst nicht von ihm sieht. In Sachen Lauffreude und Einsatz aber einmal mehr tadellos. Note 3,5 © nordphoto
Thomas Delaney: Der Däne ackerte, ging weite Wege, Torgefahr ging vom ihm dabei jedoch nicht aus. Defensiv stark. Sorgte mit dafür, dass Freiburg nur selten über die Mittellinie kam. Note 3
Thomas Delaney: Der Däne ackerte, ging weite Wege, Torgefahr ging vom ihm dabei jedoch nicht aus. Defensiv stark. Sorgte mit dafür, dass Freiburg nur selten über die Mittellinie kam. Note 3 © nordphoto
Jerome Gondorf (bis 83.): Lief überraschend mit erblondeten Haaren auf – und als Spielmacher. In dieser Rolle erwischte „Blondorf“ einen Traumstart. Bereitete das 1:0 vor und gab auch den Assist zum 2:0 per herrlichem Außenristpass. Tauchte im weiteren Verlauf aber ab, dann plötzlich wieder im Mittelpunkt: Stand vor dem 3:1 im Abseits und griff regelwidrig ins Spiel ein. Note 2,5
Jerome Gondorf (bis 83.): Lief überraschend mit erblondeten Haaren auf – und als Spielmacher. In dieser Rolle erwischte „Blondorf“ einen Traumstart. Bereitete das 1:0 vor und gab auch den Assist zum 2:0 per herrlichem Außenristpass. Tauchte im weiteren Verlauf aber ab, dann plötzlich wieder im Mittelpunkt: Stand vor dem 3:1 im Abseits und griff regelwidrig ins Spiel ein. Note 2,5 © nordphoto
Florian Kainz (bis 90.): Wie immer emsig, viel unterwegs, dieses Mal als zweite Sturmspitze – und endlich mal mit beherztem Abschluss. Ein Haken im Strafraum, dann wuchtete er den Ball trocken zum 2:0 ins kurze Eck. Auch in Hälfte zwei mit guten Ansätzen, aber nicht mehr zwingend genug. Note 3
Florian Kainz (bis 90.): Wie immer emsig, viel unterwegs, dieses Mal als zweite Sturmspitze – und endlich mal mit beherztem Abschluss. Ein Haken im Strafraum, dann wuchtete er den Ball trocken zum 2:0 ins kurze Eck. Auch in Hälfte zwei mit guten Ansätzen, aber nicht mehr zwingend genug. Note 3 © nordphoto
Ishak Belfodil (bis 75.): Wie schon gegen Mainz der Aktivposten im Bremer Angriff. Trickreich, einsatzfreudig und gefährlich vor dem Tor – in dieser Form wird Werder am 26-Jährigen in der Rückrunde noch viel Freude haben. Note 2
Ishak Belfodil (bis 75.): Wie schon gegen Mainz der Aktivposten im Bremer Angriff. Trickreich, einsatzfreudig und gefährlich vor dem Tor – in dieser Form wird Werder am 26-Jährigen in der Rückrunde noch viel Freude haben. Note 2 © nordphoto
Max Kruse (ab 75.): Nach auskurierten Adduktorenproblemen kam er für die Schlussphase, was die ohnehin gute Stimmung im Stadion noch einmal anheizte. Note -
Max Kruse (ab 75.): Nach auskurierten Adduktorenproblemen kam er für die Schlussphase, was die ohnehin gute Stimmung im Stadion noch einmal anheizte. Note - © nordphoto
Robert Bauer (ab 90.): Kam, um Zeit von der Uhr zu nehmen. Note -
Robert Bauer (ab 90.): Kam, um Zeit von der Uhr zu nehmen. Note - © nordphoto (Archiv)
Aron Johannsson (ab 83.): Kehrte nach seinen Knieproblemen ins Team zurück. Erster Einsatz seit dem Bundesliga-Spiel Anfang November in Frankfurt. Note -
Aron Johannsson (ab 83.): Kehrte nach seinen Knieproblemen ins Team zurück. Erster Einsatz seit dem Bundesliga-Spiel Anfang November in Frankfurt. Note - © nordphoto (Archiv)

In allen 20 Bremer Pflichtspielen der laufenden Saison stand der Offensivspieler auf dem Platz, davon elfmal in der Startelf. Kainz’ Vorteil: Er ist flexibel. Sowohl Nouri als auch dessen Nachfolger Florian Kohfeldt haben ihn auf unterschiedlichen Positionen spielen lassen. Mal auf seiner angestammten linken Außenbahn, mal – wie am Mittwoch gegen Freiburg – als zweite Sturmspitze. Kainz selbst sagt dazu das, was ein guter Profi eben dazu sagt: „Ich fühle mich überall wohl.“

Fest steht: In seinem zweiten Bremer Jahr hat der gebürtige Grazer einen Schritt nach vorne gemacht, wenn auch einen kleinen. Die Bremer Hoffnung, Kainz könne den Abgang von Serge Gnabry auf Anhieb kompensieren, hat sich nicht erfüllt. „Ich habe gerade am Anfang ein bisschen Pech gehabt und war unkonzentriert im Abschluss“, räumt der Nationalspieler ein.

„Ich habe vom Trainer das Vertrauen bekommen“

„Es hätte mir gut getan, wenn ich ein paar Tore gemacht hätte.“ Da war der Treffer gegen Freiburg natürlich ein perfekter Jahresabschluss. „So ein positives Erlebnis kurz vor der Winterpause tut mir gut“, betonte Kainz, der danach sofort wieder ein „Aber“ einstreute: „Es gibt in meinem Spiel noch viel zu verbessern.“

Dazu möchte Kainz nun die kurze Winterpause nutzen. „Jetzt sammeln wir alle kurz Kräfte, schauen, dass wir eine gute Vorbereitung haben und greifen dann in der Rückrunde wieder voll an.“ Dass Trainer Kohfeldt dabei weiterhin auf ihn setzt – davon geht Kainz aus. „Die Arbeit des neuen Trainerteams trägt schon Früchte. Ich habe vom Coach das Vertrauen bekommen. Das zeigt mir, dass er viel von mir hält“, sagt er. Sicher nicht die schlechtesten Voraussetzungen für Kainz, um in der Rückrunde weitere Tore und Erfolgserlebnisse folgen zu lassen.

Schon gelesen?

Taktik-Analyse: Werders Umstellungswahn! Kohfeldt wechselt mehrmals die Formation

Jerome Gondorf: „Blondorf“ überzeugt in neuer Rolle

Quelle: DeichStube

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Meerjungfrau-Schwimmen in Barrien

Meerjungfrau-Schwimmen in Barrien

Hundeschwimmen im Ronolulu in Rotenburg

Hundeschwimmen im Ronolulu in Rotenburg

Musikfest Lauenbrück

Musikfest Lauenbrück

Erntefest in Eitze

Erntefest in Eitze

Meistgelesene Artikel

Die Achterbahnfahrt von Augsburg

Die Achterbahnfahrt von Augsburg

Einzelkritik: Kruse meldet sich zurück

Einzelkritik: Kruse meldet sich zurück

Kohfeldts großes Schweigen: „Ich wollte Kainzi sauer machen“

Kohfeldts großes Schweigen: „Ich wollte Kainzi sauer machen“

Kohfeldt macht Giefer Mut

Kohfeldt macht Giefer Mut

Kommentare