Doch Baumann macht Kainz Mut

Die Rakete darf nicht starten

Nur im Training am Ball: Florian Kainz konnte sich bei Werder bislang noch nicht durchsetzen. J Foto: nordphoto

Bremen - Von Björn Knips. Nach dem Trainingslager im Zillertal gab es bei Werder vor allem zwei Gewinner: Florian Kainz und Johannes Eggestein. Sie waren die Lichtblicke in den wenig guten Testspielen – und machten auch beim Training auf sich aufmerksam. Doch nun spielen sie beim Bundesligisten überhaupt keine Rolle mehr.

Bei Eggestein kommt das nicht so überraschend, er ist gerade erst 18 Jahre alt – und hat da noch so seine Probleme mit der Anpassung an den Herren-Fußball. Für Kainz gilt das nicht, er ist schon 23. Trotzdem passt es bei ihm nicht, weil der Sprung von Österreich nach Deutschland offenbar doch größer ist, als angenommen.

„Wir haben immer gesagt, dass Florian ein junger Spieler ist, der sich erst an die Bundesliga gewöhnen muss“, erklärt Frank Baumann. Der Sportchef hatte den Mittelfeldspieler im Juni für eine Ablöse von 3,5 Millionen Euro von Rapid Wien losgeeist. In seinen ersten Werder-Wochen machte Kainz dann vor allem mit seiner Schnelligkeit auf dem Flügel auf sich aufmerksam. Zwischendurch ging er ab wie eine Rakete. Trotzdem schaffte er es unter Viktor Skripnik nicht in die Startelf und wurde auch nur im Pokal in Lotte und in der Bundesliga in Mönchengladbach eingewechselt. Skripnik-Nachfolger Alexander Nouri hat ihm überhaupt noch nicht vertraut und ihn zuletzt nicht mal mehr in den 18er-Kader berufen.

„Florian ist aber nicht komplett weit weg“, betont Baumann und versichert: „Er nimmt die Situation an und will dazulernen.“ Wie Kainz selbst darüber denkt, ist nicht bekannt. Der 23-Jährige schweigt, er lehnt Interviewfragen ab. Dabei hat der Österreicher schon beweisen, dass er nicht auf den Mund gefallen ist, sich gut erklären kann. Die Enttäuschung sitzt wohl doch ziemlich tief, diesen Fehlstart hat er ganz sicher nicht erwartet.

„Bei Rapid war er Leistungsträger, hier muss er seine Rolle erst noch finden. Das wirkt sich natürlich auf das Selbstvertrauen aus“, glaubt Baumann. Und der Sportchef hat noch eine Problematik entdeckt: „Rapid konnte als Spitzenmannschaft in der Liga sehr dominant spielen, hatte viel Ballbesitz. Bei uns ist das anders.“ Da muss ein Kainz wesentlich mehr nach hinten arbeiten. Das gehört aber nicht zu den Stärken des Mittelfeldspielers, daran muss er nun arbeiten. Baumann ist da natürlich zuversichtlich: „Seine Zeit wird noch kommen, wir müssen da alle etwas Geduld haben.“

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