Mit dem spanischen System will Werder den Arnautovic-Ausfall kompensieren

Mit Fleiß, Flexibilität und vielen Freiheiten

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Nils Petersen beim Torabschluss. Gegen den Vfl Osnabrück traf er nicht – vielleicht, weil er die Sturmzentrale oft verlassen musste. ·

Bremen - Er kam und schoss Werder Bremen quasi sofort zum Sieg. Marko Arnautovic stellte seinen Wert für das Team von Trainer Thomas Schaaf beim Test gegen Drittligist VfL Osnabrück (2:1) in nur zwei Minuten unter Beweis.

Die Partie war die Generalprobe für den Bremer Rückrundenauftakt gegen Double-Sieger Borussia Dortmund – und sie war bis zur Einwechslung des am Samstag gelb-gesperrten Arnautovics der ultimative Testlauf, wie es ohne den gefährlichen Rechtsaußen gehen kann. Schaafs Rezept sieht ungefähr so aus: Viele Freiheiten für jeden, aber auch die Verpflichtung, flexibel und gedankenschnell zu handeln.

Auf einen 1:1-Ersatz – beispielsweise mit Niclas Füllkrug auf der Arnautovic-Position – verzichtet der Trainer. Dafür haben Füllkrugs Leistungen im Trainingslager offenbar nicht gereicht. Stattdessen wird auf dem Platz viel verschoben. Dabei sind Angreifer und Mittelstürmer in puncto Variabilität und Fleiß maximal gefordert. Vor allem Nils Petersen.

Der Mittelstürmer wird für eine Partie zum Teilzeit-Rechtsaußen. Gegen Osnabrück tauchte er – wie schon gegen Trabzonspor und den PEC Zwolle – mal im offensiven Zentrum auf, mal postierte er sich auf der Außenposition. Dann auch mit der Auflage, hinten helfen zu müssen. Diese Doppelrolle erfordert viel Laufarbeit. „Aber ich versuche, der Mannschaft zu helfen, auch defensiv. Ich kann die Wege gehen, auch wenn dann natürlich ganz vorne mal die Kraft fehlt“, meint Petersen, der die Ausnahmesituation annimmt: „Für ein Spiel muss ich eben alles in die Waagschale werfen. Mal sehen, ob es fruchtet.“ In Osnabrück fehlte ihm jedoch die Konzentration im Abschluss. Petersen ließ drei Großchancen aus, blieb torlos.

Ohnehin hatte Werder trotz der Treffer von Kevin De Bruyne (55.) und Arnautovic (62.) wieder einmal große Probleme mit der Chancenverwertung. Aber – und darauf weisen alle hin – die Chancen waren da. Das Mittelfeld produzierte gegen den Drittligisten eine Vielzahl an Möglichkeiten, obwohl auf den Positionen einiges hin und her ging. De Bruyne stach zur Petersen-Entlastung gelegentlich in die Spitze vor, auch Aaron Hunt wagte sich – wenn auch selten – ganz nach vorn. Clemens Fritz verdingte sich abwechselnd zentral, auf rechts oder als zweiter Sechser neben Zlatko Junuzovic. Was an diesem System erkennbar war, war, dass es noch weniger eine Ordnung gibt als sonst. „Ist doch gut so, dann sind wir auch für den Gegner schwerer auszurechnen“, feixte Fritz über das Modell ohne reinen Mittelstürmer. Die spanische Nationalmannschaft hatte im Sommer mit einer vergleichbaren Taktik den EM-Titel geholt. Aber ob Werder damit gegen Dortmund auch erfolgreich ist?

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Testspiel: VfL Osnabrück gegen SV Werder Bremen

Im Hinspiel, das mit 1:2 verloren wurde, hatten die Bremer schon ähnlich gespielt. Damals fehlte Petersen. Es klappte einigermaßen, fast hätte es beim Meister sogar zu einem Remis gereicht. Nun verspricht sich Werder wieder viel von der (Not-)Lösung, ohne nominellen dritten Angreifer zu spielen. „Wir sind dadurch im Mittelfeld kompakter“, sagt Fritz und fühlt sich gut mit dem „Job-Sharing“ in der Offensive: „Der Trainer lässt uns da kreativ sein. Wer gerade auf welcher Position spielt, ist immer vom Geschehen auf dem Platz abhängig. Es ist ja nicht so, dass der Trainer verlangt, dass jeder starr auf seiner Position bleibt.“

Nein, Coach Schaaf verlangt die Vielseitigkeit, nennt es die „Freiheit, situationsbedingt zu handeln“ und ist mit dem Zwischenergebnis nach den Testspielen zufrieden. „Wir versuchen, jeder Position gerecht zu werden. Das Nachrücken in die Spitze hat auch ganz gut funktioniert. Aber wir müssen die Räume, die wir uns schaffen, auch nutzen.“ Heißt: Die Antennen müssen bei allen in alle Richtungen ausgefahren sein. · csa

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