„Wir wollen alle Fans mit ins Boot nehmen“

Fischer fordert Vertagung

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Klaus-Dieter Fischer.

Bremen - Wenn heute ab 11.30 Uhr in Frankfurt die deutschen Profi-Clubs über das neue Sicherheitskonzept beraten, dann werden die beiden Werder-Geschäftsführer Klaus Filbry und Klaus-Dieter Fischer eine Sonderrolle einnehmen.

„Wir lehnen das Konzept nicht ab, aber wir bitten um eine Vertagung. Genauso wie der Hamburger SV. Leider sehen die meisten anderen Clubs das nicht so“, berichtet Fischer: „Wir wollen gerne alle Fans mit ins Boot nehmen. Das braucht aber noch Zeit. Wird das Konzept jetzt verabschiedet, dann wird ein gutes Papier in eine schlechte Ecke gestellt.“

Große Hoffnung, dass sich andere Vereine doch noch der norddeutschen Meinung anschließen werden, hat Fischer nicht mehr: „Die Angst vor der Politik ist zu groß. Aber wir dürfen uns nicht von der Politik treiben lassen.“ Mehrere Innenminister haben den Vereinen damit gedroht, dass sie künftig für Polizeieinsätze zur Kasse gebeten werden, falls das Sicherheitskonzept nicht umgehend abgesegnet wird.

Für den wahrscheinlichen Fall, dass die Bremer Bitte um Vertagung abgelehnt wird, hat Werder bereits vorgesorgt. „Wir stecken dann nicht den Kopf in den Sand, sondern haben bereits Anträge zur Veränderung des Konzepts vorbereitet“, verrät Fischer. Dabei geht es dem 71-Jährigen vor allem um zwei Punkte: 1. Die Einschränkung des Kartenkontingents für Gastmannschaften und 2. Die geplanten Ganzkörperkontrollen.

Das neue Konzept sieht vor, dass der DFB und die Heimmannschaft künftig entscheiden dürfen, ob die Gäste aus Sicherheitsgründen weniger Tickets bekommen. Fischer fordert, dass der Gäste-Club ein Mitspracherecht erhält – und der DFB dann bei Uneinigkeit der Vereine entscheidet.

Die umstrittenen Ganzkörperkontrollen möchte Werder nur zulassen, „wenn ein begründeter Verdacht besteht“, so Fischer: „Also wenn beim Abstasten etwas entdeckt wurde oder die Sprengstoffhunde angeschlagen haben. Stichproben, wie sie unsere Fans am Wochenende in Frankfurt erlebt haben, lehnen wir ab.“

Der Werder-Geschäftsführer rechnet mit einer hitzigen Diskussion und ist ziemlich gespannt, ob er seinen bereits gebuchten Flug am Nachmittag zurück nach Bremen überhaupt nehmen kann. · kni

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