2:1 gegen Hoffenheim in der Nachspielzeit

Finaler Knaller von Frings

Claudio Pizarro hat den Ball im Fokus, da wittert Hoffenheims Tobias Weis ganz offensichtlich schon Ungemach.

Bremen - Was für ein irres Finale! Mit einem Freistoßhammer in der Nachspielzeit zum 2:1 (1:0) hat Torsten Frings Werder Bremen gestern den erhofften Sieg zum Rückrundenauftakt gegen 1899 Hoffenheim und damit auch ein wenig Ruhe beschert.

Die Bremer, die in den vergangenen drei Jahren jeweils mit Niederlagen ins neue Jahr gestartet waren, kletterten damit in der Bundesliga-Tabelle vom 14. auf den zwölften Platz.

Es war die letzte Aktion eines hart umkämpften Spiels: Etwa 24 Meter vor dem Hoffenheimer Tor gab’s Freistoß für Werder. Der spät für Felix Kroos eingewechselte Marko Marin legte quer auf Frings – und der Kapitän, der zuvor 90 Minuten lang immens geackert hatte, knallte den Ball mit letzter Kraft ins kurze Eck. Ein herrlicher Treffer, der 34 271 Zuschauer im Weserstadion (die 100 Hoffenheimer Fans natürlich nicht) nach langer Zeit mal wieder zu Begeisterungsstürmen hinriss. Und die Spieler auch: Werder-Keeper Tim Wiese rannte über den ganzen Platz, um Frings überschwänglich zu herzen. Er musste dann nur noch ganz kurz in sein Tor zurückkehren, denn direkt nach dem Hoffenheimer Anstoß war Schluss.

„Der Sieg war sehr wichtig. Jetzt können wir in Ruhe arbeiten. Das Tor von Torsten war super, ich gratuliere ihm“, strahlte Claudio Pizarro, der Werder seinerseits in Front geschossen hatte (36.). „Wir haben gefightet bis zum Umfallen“, sagte Matchwinner Frings, „und dann kommt eben das Quäntchen Glück zurück, was wir lange nicht hatten. Dann geht so ein Schuss auch mal rein.“

Die erste richtig dicke Chance hatte ein Bremer Abwehrspieler gehabt. Nach einer Freistoßflanke von Aaron Hunt (von rechts mit links) war Sebastian Prödl einen Schritt schneller als der zögernde TSG-Keeper Tom Starke, Prödls Kopfball aus fünf Metern klatschte allerdings nur an die Latte (10.). Werder war danach zwar bemüht, offenbarte aber spielerische Defizite. Zu oft war der gerade eroberte Ball prompt wieder weg. „Dass wir heute nicht zaubern würden, war mir klar“, meinte Trainer Thomas Schaaf. Hoffenheim wirkte zwar etwas passsicherer, machte jedoch fast nichts daraus. Nur ein Mal wurde es in der ersten Halbzeit richtig gefährlich vorm Bremer Gehäuse. Den Schuss von Vedad Ibisevic klärte Philipp Bargfrede kurz vor der Torlinie (27.).

Auf der anderen Seite führte die erste gelungene Kombination der beiden Bremer Spitzen zum 1:0. Marko Arnautovic steckte durch auf Pizarro, der Peruaner ließ Andreas Ibertsberger gekonnt ins Leere laufen und schob unten rechts ein (36.). Eine unheimliche Befreiung für Werder und seine Fans! „Der SVW ist wieder da“, skandierten die Anhänger in der Ostkurve. Erst noch etwas zurückhaltend, waren sie jetzt voll da – und hätten beinahe gleich noch mal gejubelt. Aber Pizarro spitzelte den Ball an den Pfosten (45.).

Nach dem Seitenwechsel passierte zunächst nichts Spektakuläres. Beide Teams pflügten den tiefen Platz kräftig um – zu Lasten des Spielflusses. Viel Einsatz, wenig Chancen. Bis zur 65. Minute: Aaron Hunt verlängerte klasse auf Arnautovic, doch Starke parierte den Schuss des Österreichers. Kurz darauf forderte Werder nach einem Handspiel von Andreas Beck lautstark Strafstoß, doch Schiedsrichter Felix Zwayer (Berlin) ließ weiterspielen. „Ein glasklarer Elfmeter“, schimpfte Frings.

Statt die Chance aufs 2:0 zu bekommen, kassierte Werder den Ausgleich. Ein langer Ball aus dem Mittelfeld, Pizarro hob das Abseits auf – und Boris Vukcevic vollstreckte zum 1:1 (87.). „Da war ich natürlich angefressen“, meinte Frings. Aber er selbst sorgte dafür, dass es doch noch ein Happy End gab. „Jetzt genießen wir den Sieg“, sagte der Kapitän, mahnte aber trotz Feierlaune: „Da müssen wir jetzt weitermachen – und zwar über einen längeren Zeitraum.“

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