Werder muss sparen – hilft Zenit St. Petersburg mit Millionen für Sokratis?

Filbry: „Um die Zukunft ist mir nicht bange“

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Abschied? Sokratis gefällt es zwar in Bremen, aber der Grieche will wieder international spielen – und das wird bei Werder erneut nicht möglich sein. ·

Bremen - Die Zahlen werden wieder rot sein. Im aktuellen Geschäftsjahr macht Werder nach Informationen dieser Zeitung ein Minus von sieben bis acht Millionen Euro. Vereinsboss Klaus Filbry, der die exakte Verlustsumme nicht nennt, hat aber keine schlaflosen Nächte.

Er sieht den Club gewappnet für die Zukunft und betont, dass die Bremer im Sommer nicht unbedingt Stars wie Marko Arnautovic oder Sokratis verkaufen müssen, um den eingeschlagenen und erforderlichen Sparkurs weiter umsetzen zu können.

Dank des noch immer hohen Eigenkapitals (24 Millionen Euro) könne Werder (selbst beim Verpassen des internationalen Wettbewerbs) weiter in die Mannschaft investieren – zum Beispiel in einen Kauf des bisher vom FC Bayern nur ausgeliehenen Nils Petersen. „Wir sind handlungsfähig und aus finanzieller Sicht ordentlich aufgestellt“, sagt Filbry.

Rosig sind die Zeiten allerdings längst nicht mehr. Auf der letzten Mitgliederversammlung im November 2012 musste damals noch Klaus Allofs das Rekordminus von 13,9 Millionen Euro für das vergangene Geschäftsjahr verkünden. „Da haben wir schon gesagt, dass wir in einer Konsolidierungsphase sind. Und dass wir höchstens zwei Jahre rote Zahlen schreiben wollen. Unser Ziel ist es, nicht mehr auszugeben als wir einnehmen“, sagt Filbry, der neue Vorsitzende der Geschäftsführung – und urteilt: „Da wieder hinzukommen, ist mit Anstrengungen verbunden. Aber es ist realistisch.“

Um die wirtschaftlichen Ziele zu erreichen, gebe es verschiedene Wege. „Spieler zu verkaufen, ist ein schneller Weg, aber es muss nicht automatisch passieren“, versichert Filbry: „Es laufen beispielsweise auch Verträge aus, und es gibt Mehreinnahmen aus dem Fernsehbereich von etwa fünf Millionen Euro – wegen des neuen TV-Vertrags.“

Die einfachste Möglichkeit, schnell an viel Geld zu kommen, sind aber nun mal die Verkäufe von begehrten Profis – wie Arnautovic (Vertrag bis 2014). Ein Mal haben Werder und der Österreicher widerstanden, im Februar das lukrative Angebot von Dynamo Kiew für einen sofortigen Wechsel abgelehnt. Auch im Sommer sei der Österreicher eigentlich kein Verkaufskandidat. Filbry: „Wir wollen mit Marko verlängern, dabei bleibt es.“ Wenn aber ein finanzkräftiger und sportlich interessanterer Club als der ukrainische Rekordmeister Kiew kommt, würden Arnautovic und die Bremer sicher ins Grübeln geraten.

Genau wie bei Sokratis. An dem Bremer Abwehrchef hat – nach Informationen dieser Zeitung – im Winter der schwerreiche russische Club Zenit St. Petersburg gebaggert. „Hier ist nichts eingegangen, es gab keine Anfrage für Sokratis“, blockt Filbry ab. Der Grieche selbst wollte die Geschichte weder bestätigen noch dementieren. „Das ist Vergangenheit“, sagte er gestern Mittag lediglich. Er schaut lieber auf Gegenwart und Zukunft. „Mein Plan ist es, hier die Saison zu Ende zu spielen – und dann sehen wir weiter“, meint der 24-Jährige. Er könne sich vorstellen, in Bremen zu bleiben: „Natürlich ist das möglich, schließlich habe ich hier einen Vertrag bis 2016. Bei Werder geht es mir gut. Ich mag es, hier zu spielen.“

Sokratis trainiert wieder

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Warme Worte, doch im Sommer könnte Sokratis anders klingen. Dann nämlich, wenn Werder zum dritten Mal in Folge das internationale Geschäft verpasst hat. „Ich möchte auf europäischer Ebene spielen, dieses Gefühl vermisse ich“, gesteht er. Womöglich findet er es woanders. In der Bundesliga, die Sokratis „sehr mag“, soll es gleich mehrere Interessenten geben. Wird’s konkret, wäre sein jetziger Arbeitgeber gesprächsbereit. „Das war bei Werder immer so. Wenn jemand Interesse hat, dann unterhält man sich“, erklärt Filbry.

Wer gehen, bleiben oder verlängern soll – um all diese Dinge kümmern sich derzeit Trainer Thomas Schaaf und Sportchef Thomas Eichin. „Sie sind dabei, den sportlichen Weg zu definieren“, sagt Filbry, der insgesamt ziemlich zuversichtlich klingt: „Ich habe mit Thomas Eichin einen tollen Kollegen dazubekommen, der voller positiver Energie ist. Wir haben mit Thomas Schaaf einen sehr guten Trainer und eine junge, entwicklungsfähige Mannschaft – und deswegen ist mir um die Zukunft von Werder Bremen nicht bange.“ · mr

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