Filbry: „Wir wirtschaften mit Vernunft und sparen uns ganz sicher nicht zu Tode“

Trotz Sparkurs: Der Boss kündigt Verstärkungen an

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Clubchef Klaus Filbry blickt optimistisch in die Zukunft: Der 47-Jährige will mit Werder wieder schwarze Zahlen schreiben und einen einstelligen Tabellenplatz holen.

Bremen - Wenn sich die Fans über den SV Werder unterhalten, dann ist eine Bezeichnung inzwischen immer dabei: Sparverein Werder. Die Sorge ist groß, dass der Club nicht mehr nach oben kommt, weil das Geld fehlt und der Verein im Gegensatz zu vielen Konkurrenten nicht ins finanzielle Risiko geht. Dem tritt nun Clubchef Klaus Filbry entschieden entgegen.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung verteidigt den eingeschlagenen Kurs und kündigt Verstärkungen an, um das Saisonziel zu erreichen: einen einstelligen Tabellenplatz. „Wir wirtschaften mit Vernunft und sparen uns ganz sicher nicht zu Tode. Aber wir müssen sparen, alles andere wäre fahrlässig, ansonsten tappen wir in die Schuldenfalle“, betont Filbry und erklärt weiter: „In dem Moment, wo Sie Schulden machen und Geld aufnehmen, haben sie eine Rückzahlungsverpflichtung. Und wenn Sie keinen sportlichen Erfolg haben und Ihrer Rückzahlungsverpflichtung nicht nachkommen, geraten Sie in einen Strudel. Und das kann sehr unangenehm werden – siehe zum Beispiel Hertha und Köln. Das hat unser Verein nicht verdient.“ Das bedeute aber nicht, dass Werder zu vorsichtig agiere, hebt Filbry hervor: „Wir gehen auch Risiken ein, haben in den letzten Jahren jeweils ein Minus in Kauf genommen.“

Im Geschäftsjahr 2011/12 waren es fast schon unglaubliche 13,9 Millionen Euro. Ein Jahr später lag das Minus bei 7,9 Millionen Euro. Und auch im vergangenen Geschäftsjahr, das am Montag offiziell endet, hat Werder wieder rote Zahlen geschrieben und fast neun Millionen Euro Miese gemacht. Trotz aller Einsparungen. Doch die Abschreibung des Buchwertes von Sokratis über die verbliebene Vertragslaufzeit durch dessen Transfer zum BVB und der Wintereinkauf von Ludovic Obraniak für knapp zwei Millionen Euro von Girondins Bordeaux haben das Ergebnis so schlecht werden lassen.

„Wir sind aber immer noch schuldenfrei, haben immer noch Eigenkapital und sind liquide“, sagt Filbry. Wohl wissend, dass das Eigenkapital endlich ist. Es wird wohl von 16,5 Millionen Euro auf unter acht Millionen schrumpfen. Noch so eine Minus-Saison – und das Angesparte ist komplett futsch.

Doch so weit soll es nicht kommen. Werder will nun wieder schwarze Zahlen schreiben. Dafür wurde der Rotstift noch einmal angespitzt. „Wir haben aus der Champions-League-Zeit sehr hohe Fixkosten beim Personal gehabt. Diese Kosten haben wir sukzessive abgebaut. Nun sind wir auch im Verwaltungsbereich dabei, jeden Stein umzudrehen und sehr kostenbewusst zu agieren“, berichtet Filbry und führt weiter aus: „Wir haben eine Einsparungsvorgabe von zwölf Prozent für die neue Saison. Wir wollen im Verwaltungsbereich ohne Personalentlassungen Einsparungen in Höhe von circa drei Millionen Euro realisieren.“ Weniger betroffen davon seien „strategische Bereiche wie das Nachwuchsleistungszentrum. Da sind keine zwölf Prozent einzusparen. Es werden keine Sachen gemacht, die zum Beispiel die Entwicklung der jungen Spieler in irgendeiner Form gefährdet.“

Im sportlichen Bereich ist der Rotstift ohnehin stumpfer geworden. Es gibt ja auch kaum noch Einsatzgebiete, nachdem viele teure Stars den Club verlassen haben. Filbry kündigt sogar an, dass Werder noch einmal in die Schatulle greift. „Wir investieren weiter in die sportliche Qualität. Denn davon ist hier alles abhängig. Wir müssen alles tun, damit der Erfolg schnell auf den Rasen zurückkommt. Da sind wir auf einem guten Weg“, glaubt der 47-Jährige und liefert folgende Begründung: „Ich bin mit der Entwicklung der Mannschaft in den vergangenen zwölf Monaten zufrieden. Wir haben in Fin Bartels und Alejandro Galvez schon zwei gute Spieler verpflichtet. Wir werden sicher noch das eine oder andere tun, um uns zu verstärken und einen einstelligen Tabellenplatz anpeilen zu können.“

Werders Bundesliga Spielplan 2014/2015

Das klingt viel, viel mutiger als noch vor einem Jahr, als Werder nach dem Fast-Abstieg den Klassenerhalt als Ziel ausgegeben hatte. Auch jetzt sei „oberste Prämisse“, so Filbry, „nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Aber wir wollen den Blick auch Schritt für Schritt weiter nach oben richten.“

kni

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