„Wir werden diese Herausforderung meistern“

Filbry ärgern die Gegentore, aber er vertraut Schaaf

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Top-Thema Tore: Klaus Filbry (rechts) ist „nicht glücklich“ über die vielen Gegentreffer – der Werder-Boss glaubt aber,

Bremen - Es rumort im Werder-Land. Der Fehlstart in die Rückrunde mit der 0:5-Klatsche gegen Dortmund und der 2:3-Pleite im Nordderby beim Hamburger SV tut weh. „Natürlich können wir verstehen, dass der eine oder andere Fan nervös und ungeduldig wird“, sagt Klaus Filbry, doch der Werder-Boss gibt sich kämpferisch:

„Wir werden diese Herausforderung meistern.“ Und der 46-Jährige weiß auch wie: Werder muss sein Tor besser verteidigen.

Filbry steht zwar voll und ganz hinter der Philosophie des Clubs, offensiven, attraktiven und erfolgreichen Fußball zu bieten, er sagt aber auch: „Mit der Anzahl der Gegentore kann niemand glücklich sein.“ Spiele werden nun einmal zumeist in der Defensive entschieden. Das ist keine neue Erkenntnis, aber eine, die bei Werder offenbar in Vergessenheit geraten ist. Denn Bremen spielt nach vorne – so will es der Coach. Thomas Schaaf hat es jahrelang in Kauf genommen, dass es hinten häufiger als anderswo klingelt. Das war lange Zeit kein großes Problem, weil die eigene Tormaschine meist mehr Treffer produzierte als der Gegner. Diese Mischung stimmt aber längst nicht mehr. In der Gegentor-Statistik der beiden vergangenen Spielzeiten plus der aktuellen Saison belegt Werder mit 1,79 Gegentoren pro Partie Rang 19. Nur Hertha BSC (1,88), der FC St. Pauli (2,00) und der 1. FC Köln (2,01) sind noch schlechter und deshalb mittlerweile Zweitligisten.

„Wir wissen, dass der Trainer kontinuierlich daran arbeitet“, versichert Filbry: „Gegen Hamburg gab es gegenüber dem Dortmund-Spiel deutliche Fortschritte, nur das Ergebnis war nicht zufriedenstellend.“

Lange Gesichter beim Training am Montag

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Was hatte Schaaf gemacht? Er verzichtete im Nordderby auf gelernte Außenstürmer, ließ den nach einer Magen-Darm-Grippe gerade erst genesenen Marko Arnautovic ebenso auf der Bank wie den formschwachen Eljero Elia. Dafür spielte Defensivspezialist Aleksandar Ignjovski Rechtsaußen, Mittelfeldmann Kevin De Bruyne übernahm diesen Part auf der anderen Seite. Mehr Stabilität brachte das aber ebensowenig wie das neue Dreier-Mittelfeld mit Clemens Fritz als Sechser sowie Zlatko Junuzovic und Mehmet Ekici davor. Werder blieb extrem anfällig – und wurde gleich dreimal vom HSV überfallartig vorgeführt. Einmal allerdings auch regelwidrig, als Dennis Aogo vor seinem 2:1 den Oberarm zur Hilfe nahm. Auch deshalb will Filbry von einem verdienten HSV-Erfolg nichts hören: „Wir hätten auch gewinnen können, wir hatten ein Chancenplus.“ Der Werder-Boss, der nach dem Heimdebakel gegen den BVB sauer auf die Mannschaft war und via „Bild“-Zeitung das Nordderby zum Charaktertest machte, urteilt nun: „Die Mannschaft hat die richtige Reaktion gezeigt. Mit der Leistung und dem Einsatz sind wir zufrieden – mit dem Ergebnis nicht.“

Letzteres soll sich am Freitagabend ändern. „Wir fokussieren uns jetzt voll auf das Spiel gegen Hannover, um diese drei wichtigen Punkte in Bremen zu behalten“, betont Filbry, will aber von einem Schicksalsspiel nichts wissen: „Ich werde keine besondere Drucksituation aufbauen und auch keine Untergangsszenarien beschwören oder darüber philosophieren, was wäre wenn.“ Dabei könnte der Zug nach Europa bei einer weiteren Niederlage schon ohne Werder abfahren – und der Abstiegskampf beginnen.

„Wir haben bewusst diesen Umbruchprozess gewählt“, sagt Filbry und ergänzt: „Wir sind auf dem Weg, der ist allerdings holprig.“ So holprig, dass nur noch sechs Mannschaften in der Tabelle hinter Werder stehen, dass selbst finanziell wesentlich schwächere Clubs wie Frankfurt, Mainz und Freiburg enteilt sind. Doch Filbry stellt klar: „Wir vertrauen unserem Trainer und wir vertrauen dieser Mannschaft.“ Größere Aktivitäten bis zum Ende der Transferperiode am Donnerstag schließt Filbry deshalb auch aus. · kni

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