Die Festung ist gefallen

Naldo (l.) war wieder von Anfang an dabei – doch bei seinem Startelf-Comeback gab‘s gegen Dortmund, hier mit Robert Lewandowski, eine Niederlage. ·

Bremen - Rang zwei ist jetzt erstmal futsch: Mit 0:2 (0:1) unterlag Werder Bremen gestern Abend im eigenen Stadion Borussia Dortmund und musste den Platz hinter Bundesliga-Spitzenreiter Bayern München an den Titelverteidiger abtreten. Ivan Perisic (42.) und Patrick Owomoyela (71.) trafen für den BVB, der ab der 47. Minute nach einer Gelb-Roten Karte für Perisic in Unterzahl agieren musste, aber trotzdem den dritten Sieg in Folge feierte.

Die Niederlage zum Freimarkt-Start wird für Katerstimmung in Bremen sorgen. Dabei hatte alles mit Jubel begonnen. Werder-Trainer Thomas Schaaf beorderte Publikumsliebling Naldo endlich in die Startelf – 17 Monate hatte der Brasilianer auf diesen Moment gewartet. „Naldo hat sich konstant gut entwickelt. Er hat gezeigt, dass er wieder dabei sein will. Die Signale der letzten Tage waren deutlich“, erklärte Schaaf die „Erlösung“ für den Innenverteidiger.

Werder Bremen - Borussia Dortmund 0:2

Die Festung ist gefallen: Werder Bremen verliert

Sebastian Prödl blieb für ihn auf der Bank – es war nicht der einzige Wechsel im Vergleich zum Spiel bei Hannover 96 (2:3-Pleite). Auf der linken Abwehrseite löste Lukas Schmitz einen Tag nach seinem 23. Geburtstag wieder Alexander Ignjovski ab, im Sturm spielte Markus Rosenberg für den rot-gesperrten Marko Arnautovic. Rosenbergs Sturmpartner hieß Claudio Pizarro, obwohl der Peruaner nur 23 Stunden vor Anpfiff aus Südamerika zurückgekehrt war.

42 068 Zuschauer im Weserstadion sahen von Beginn an ein temporeiches Spiel. Dennoch passierte vor den Toren zunächst wenig – bis Pizarro das erste Mal auf den Plan trat und sich mit einem 18-Meter-Schuss die letzte Müdigkeit aus den Beinen schüttelte (17.). In der Folge erarbeitete sich Werder ein kleines Übergewicht mit Chancen für Rosenberg (26.), erneut Pizarro (30.) sowie Philipp Bargfrede, dessen Kopfball Chris Löwe kurz vor der Linie klärte (38.).

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Das 1:0 lag in der Luft. Doch was folgte, war das 0:1. Ivan Perisic, statt Barrios in der Sturmspitze aufgeboten, narrte Bremens zögerlichen Rechtsverteidiger Sokratis und traf ins lange Eck (42.). Bitter für Werder, zumal Naldo und/oder Andreas Wolf den Angriff schon hätten unterbinden können.

Zur Pause stand Werder wieder vor der Situation, im neunten Spiel zum sechsten Mal einem Rückstand hinterher laufen zu müssen – und sie durften es in Überzahl tun. Denn Torschütze Perisic sah direkt nach Wiederbeginn wegen eines Fouls an dem Mann, den er kurz vor der Pause noch vernascht hatte, die Gelb-Rote Karte (47.). Womit sich eine weitere Serie fortsetzte: Zum vierten Mal in Folge endete ein Spiel mit Bremer Beteiligung nicht mit voller Personalstärke beider Mannschaften.

Elf Bremer steigerten den Druck auf zehn Dortmunder fortan immer weiter, gingen mit ihren Möglichkeiten aber zu fahrlässig um. So Wolf nach grandioser Einzelleistung des offenbar Jetlag-resistenten Pizarro (53.). Oder Bargfrede, der im Strafraum einfach nicht abziehen wollte, sondern lieber den im Abseits postierten Rosenberg anspielte (57.). Das war Unvermögen und der Gipfel der Bremer Umständlichkeit vor dem BVB-Tor. Dann kam auch noch Pech dazu. Lukas Schmitz zog aus 16 Metern beherzt ab, der abgefälschte Ball krachte an die Unterkante der Latte und sprang zurück ins Feld (67.).

Dieser Dramatik folgte die kalte Dusche. Nach einer Dortmunder Ecke herrschte im Bremer Strafraum heilloses Durcheinander, das ausgerechnet Patrick Owomoyela, der Ex-Bremer, zur Entscheidung nutzte (71.). Ein umstrittener Treffer, weil Lewandowski direkt neben dem Torschützen im Abseits gestanden hatte. Nach neuer Regelauslegung eigentlich ein Vergehen.

Doch auf der Anzeigetafel stand nun einmal ein 0:2 – nach zuvor vier Siegen in vier Heimspielen kassierte Werder die erste Heimniederlage der Saison. Die Festung ist damit gefallen. · csa

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