Nach Pavlenka-Wechsel

Wiedwald unmittelbar vor dem Absprung

Felix Wiedwald
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Felix Wiedwald steht vor dem Abschied von „Lieblingsclub“ Werder Bremen.

Bremen - Bei Felix Wiedwald ist davon auszugehen, dass er bei Werder Bremen geblieben wäre, bis er alt, grau und klapprig ist. Doch es wird anders kommen.

Möglicherweise wird noch am Dienstag der Abgang des Torhüters verhandelt und beschlossen. Nachdem der SV Werder die Verpflichtung des Tschechen Jiri Pavlenka für den Platz zwischen den Pfosten bekanntgegeben hat, gibt es auch aus Sicht des Clubs keinen Grund mehr, das Versteckspiel um Wiedwald weiter zu betreiben.

Die Parteien beraten aktuell, mit welchen finanziellen Eckdaten die Trennung ausgestattet wird, Wiedwald wird am Ende frei sein für einen Wechsel. Der 27-Jährige kann angeblich zwischen Angeboten des FC Nantes sowie eines Traditionsclubs aus der englischen zweiten Liga auswählen. Paok Saloniki aus Griechenland spielt indes in seinen Überlegungen keine Rolle.

Faire Lösung zwischen Werder und Wiedwald?

Wiedwald ist als Junge aus der Region – geboren in Thedinghausen, aufgewachsen in Achim – emotional eng mit Werder Bremen verknüpft. Das hat er immer wieder betont und offen von seinem „Lieblingsclub“ gesprochen. Dass dieser Lieblingsclub ihm nun Jiri Pavlenka vor die Nase setzt, ist einerseits für ihn nicht schön, andererseits aber Teil des Geschäfts.

Immerhin zeichnet sich zwischen Wiedwald und Werder eine faire Lösung ab – soll heißen: Die Bremer rufen für den Keeper, dessen Vertrag sich gerade per Klausel bis 2018 verlängert hat, keine wahnsinnig hohe Ablösesumme mehr auf. Wiedwalds Marktwert liegt zwar bei zwei Millionen Euro, wahrscheinlich wird er aber für die Hälfte gehen können.

Werder-Sportchef Frank Baumann hatte zuletzt gegenüber der DeichStube noch betont, dass er mit den Beratern des Spielers immer noch über eine langfristige Verlängerung des Vertrages gesprochen habe. Für die Gegenseite war das angesichts der bevorstehenden und nun perfekt gemachten Pavlenka-Verpflichtung aber keine Option.

Felix Wiedwald - seine Karriere in Bildern

Felix Wiedwald
Felix Wiedwald ist ein echtes Werder-Eigengewächs. Das in Thedinghausen geboren und in Achim aufgewachsene Torwart-Talent kam im Alter von neun Jahren zum SVW, durchlief dort die Jugend-Teams, spielte auch in der A-Junioren-Bundesliga (Foto). © imago
Felix Wiedwald
Wiedwald nahm auch als Nachwuchsspieler gelegentlich am Profi-Training teil und fuhr mit ins Trainingslager. © nordphoto
Felix Wiedwald
Im Februar 2010 erhielt Wiedwald seinen ersten Profivertrag bei Werder, konnte sich aber noch nicht durchsetzen. © nordphoto
Felix Wiedwald
2011 zog Wiedwald weiter: Beim MSV Duisburg war er zunächst zweiter Torwart hinter Florian Fromlowitz, verdrängte ihn aber im Laufe der Saison und wurde erstmals Stammkeeper einer Profimannschaft. © nordphoto
GER, 2.FBL, 1. FC Union Berlin, MSV Duisburg
Als Duisburg 2013 keine Lizenz für die Zweite Liga bekam und in die Dritte Liga zwangsabsteigen musste, verließ Wiedwald den Verein und schloss sich Bundesligist Eintracht Frankfurt an. © nordphoto
Felix Wiedwald
Wiedwald war die Nummer zwei hinter Kevin Trapp - bis sich Trapp im September 2014 einen Syndesmose-Riss zuzog. © nordphoto
Felix Wiedwald
Wiedwald machte seine Sache als Ersatzmann gut, musste nach Trapps Genesung aber wieder Platz machen. Immerhin hatte er die Aufmerksamkeit anderer Clubs auf sich gezogen... © nordphoto
... in erster Linie von Werder. Wiedwald kehrte 2015/2016 zu seinem Herzensverein zurück. In seiner ersten vollen Saison als Nummer eins kassierte Wiedwald allerdings satte 65 Gegentore.
... in erster Linie von Werder. Wiedwald kehrte 2015/2016 zu seinem Herzensverein zurück. In seiner ersten vollen Saison als Nummer eins kassierte Wiedwald allerdings satte 65 Gegentore. © gumzmedia
Wiedwald ging auch als Stammtorwart in die Saison 2016/2017. Nach schwachem Saisonstart der Mannschaft degradierte ihn Trainer Viktor Skripnik.
Wiedwald ging auch als Stammtorwart in die Saison 2016/2017. Nach schwachem Saisonstart der Mannschaft degradierte ihn Trainer Viktor Skripnik. © gumzmedia
Skripnik setzte auf Jaroslav Drobny. Nur wegen einer Handverletzung des Oldies rutschte Wiedwald nochmal ins Tor...
Skripnik setzte auf Jaroslav Drobny. Nur wegen einer Handverletzung des Oldies rutschte Wiedwald nochmal ins Tor... © gumzmedia
... doch als Drobnys Verletzung auskuriert war, musste Wiedwald auch unter dem neuen Coach Alexander Nouri wieder auf die Bank. Wiedwalds Tage in Bremen scheinen damit gezählt. Oder bekommt er nochmal seine Chance?
... doch als Drobnys Verletzung auskuriert war, musste Wiedwald auch unter dem neuen Coach Alexander Nouri wieder auf die Bank. Wiedwalds Tage in Bremen scheinen damit gezählt. Oder bekommt er nochmal seine Chance? © gumzmedia
Ja, er bekam sie und nutzte die Chance eindrucksvoll. Als Drobny wegen einer roten Karte und einer anschließenden Schulterverletzung einige Spiele ausfiel, zeigte Wiedwald starke Leistungen.
Ja, er bekam sie und nutzte die Chance eindrucksvoll. Als Drobny wegen einer roten Karte und einer anschließenden Schulterverletzung einige Spiele ausfiel, zeigte Wiedwald starke Leistungen. © gumzmedia
Vor der Saison 2017/18 verließ der Keeper die Bremer jedoch - und wechselte zum englischen Zweitligisten Leeds United, wo er einen Drei-Jahres-Vertrag erhalten hat.
Vor der Saison 2017/18 verließ der Keeper die Bremer jedoch - und wechselte zum englischen Zweitligisten Leeds United, wo er einen Drei-Jahres-Vertrag erhalten hat. © gumzmedia

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