Wiedwald streicht vor Wiedersehen mit der Eintracht maximales Lob ein

„Der Gewinner“

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Über Torwart Felix Wiedwald (Bild) sagt Trainer Viktor Skripnik: „So einen Typen in der Kiste zu haben, ist eine gute Sache.“ Fot0: nph

Bremen - Felix Wiedwald hätte strahlen dürfen, und das nicht nur, weil sein Name an sich ja schon „der Glückliche“ bedeutet. Vielmehr hatte sein Trainer Viktor Skripnik in der turnusmäßigen Pressekonferenz etwas Erstaunliches über seinen Torhüter gesagt. „Ich möchte andere nicht beleidigen, aber Felix ist der Gewinner unserer diesjährigen Transfers“, erklärte der Bremer Coach.

Nicht Ujah, nicht Pizarro, nein – Wiedwald. „Ich bin sehr froh, dass er bei uns ist. So einen Typen in der Kiste zu haben, ist eine gute Sache für einen Trainer“, meinte Skripnik. Das ist doch mal ein Lob! Und da stand der Gelobte dann also und freute sich, wie sich Felix Wiedwald eben so freut. Eben nicht mit einem Strahlen. Mehr so nach innen. „Es ist schön, so etwas von seinem Trainer zu hören“, sagte er.

Der 25-Jährige, der in Achim aufgewachsen ist, ist kein Lautsprecher. Er ist kein Tim Wiese, und das will Wiedwald auch gar nicht sein. Aber er hat etwas geschafft, an dem seine Vorgänger im Bremer Kasten zuletzt reihenweise gescheitert sind: Er strahlt Sicherheit aus. Das klingt angesichts von 30 Gegentoren in 16 Ligaspielen vielleicht etwas gewagt, doch ohne Wiedwald wäre die Anzahl noch weit höher.

Der Keeper ist der starke Rückhalt einer oft zittrigen Bremer Hintermannschaft. Und wenn er dann doch mal patzt (wie beim 1:2 in Darmstadt passiert), entbrennt keinerlei Diskussion, die Anhänger der Grün-Weißen haben ihn längst voll akzeptiert. Das hat seit Wiese kein Werder-Schlussmann mehr geschafft. „Das Feedback der Fans ist bisher nur positiv“, berichtete Wiedwald, „ich habe bei ihnen vielleicht einen kleinen Bonus, weil ich ein Bremer Jung’ bin.“

Einer, der zwischenzeitlich aber in der Ferne sein Glück suchen musste, weil in Bremen eben noch jener Tim Wiese im Kasten stand. Bei Eintracht Frankfurt wurde Wiedwald dann tatsächlich Bundesliga-Torhüter. Das Hinrundenfinale morgen bei der Eintracht wird deshalb eine ganz besondere Partie für ihn. Erstmals tritt er gegen seinen Ex-Club an. Aufregung? Vorfreude? Wenn, dann wieder nur innerlich. Äußerlich ist ihm nichts anzumerken.

Man könnte deshalb interpretieren, dass die Verbundenheit zur Eintracht, für die er in zwei Jahren elf Mal in der Bundesliga auflief, nicht gerade riesig ist. Aber so genau lässt sich das bei Felix Wiedwald nicht sagen. Obwohl er redete und auf Fragen antwortete, blieb er irgendwie verschlossen. Immerhin verriet er, dass er während der Winterpause mit Eintracht-Verteidiger Bastian Oczipka in den Skiurlaub nach Tirol fährt.

Doch bei Anpfiff wird auch diese Freundschaft ausgeblendet. Beide Teams stehen schließlich als Tabellen-14. und 15. mit dem Rücken zur Wand, müssen dringend punkten. „Frankfurt hat sogar noch mehr Druck als wir“, meinte Wiedwald, „sie haben gesehen, was wir im Pokal geleistet haben. Die haben sicherlich Respekt. Das könnte eine Riesenchance für uns sein.“ Denn mit viel Pech könnte Werder auf die direkten Abstiegsränge rutschen. Doch ein Sieg gegen die Eintracht würde der durchwachsenen Bremer Hinrunde positiven Schwung für die Arbeit in der Winterpause geben. Und vielleicht müsste Oczipka beim Apres-Ski dann auch die erste Runde bezahlen.

phi/csa

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