Werder-Keeper

Felix Wiedwald bleibt - „definitiv“

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Felix Wiedwald will auch in der nächsten Saison Werders Nummer eins im Tor sein.

Bremen - Felix Wiedwald tut so, als hätte es die Spekulationen um einen möglichen Vereinswechsel nach der Saison nie gegeben. „Um mich muss sich niemand Gedanken machen“, sagte der Werder-Torwart.

Und er antwortete auf die Frage, ob das Spiel gegen 1899 Hoffenheim am Samstag möglicherweise sein letztes Heimspiel im Weserstadion sein könnte, ganz klar: „Definitiv nicht.“ Es wird also ein Wiedersehen in der kommenden Saison geben.

Wiedwald will Nummer eins bleiben - aber darf er das auch?

Zuletzt hatte Wiedwald selbst Zweifel daran gestraut. Zwar hat sich sein Vertrag per eingebauter Klausel (20 absolvierte Partien) automatisch um ein Jahr verlängert, das sei ihm aber nicht genug, hatte Wiedwald gesagt. Nicht zuletzt, weil er sich in der Rückrunde mit starken Leistungen als Nummer eins im Werder-Tor etabliert hat, erwartet er ein Zeichen seitens des Vereins.

Heißt: Längere Laufzeit, vermutlich auch mehr Geld. „Wir werden uns nach der Saison zusammensetzen und in Ruhe darüber reden“, erklärt der 27-Jährige. Und Wechselabsichten? „Die Perspektive und mein Ziel ist es, auch nächste Saison hier wieder die Nummer eins zu sein“, meint Felix Wiedwald, der sich allerdings gut überlegen muss, was er macht.

Im Augenblick ist seine Verhandlungsposition gut – gerade bei anderen Clubs. In einem halben Jahr könnte aber schon wieder alles ganz anders sein. Dann nämlich, wenn Werder doch noch einen starken Konkurrenten holen sollte und die Jetzt-Nummer-eins wieder zum Reservisten werden sollte. Es könnte folglich passieren, dass Wiedwald am Ende ohne Vertrag und ohne Reputation dasteht.

Ein Restrisiko ist also dabei, wenn er sich so klar pro Werder positioniert. Werder macht es schließlich nicht. Für Sportchef Frank Baumann war zwar „immer klar, dass Felix bei uns bleibt“. Für die Zeit über 2018 hinaus sei aber „noch nichts vereinbart“. Und wer von Cheftrainer Alexander Nouri erwartet, dass er sich auf Wiedwald als Stammkeeper der Zukunft festlegt, erwartet definitiv zu viel. Ein Lob, das fast nur wie eine Feststellung klingt – mehr liefert der Coach nicht: „Felix hat in den letzten Wochen richtig gute Spiele abgeliefert.“

Felix Wiedwald - seine Karriere in Bildern

Felix Wiedwald
Felix Wiedwald ist ein echtes Werder-Eigengewächs. Das in Thedinghausen geboren und in Achim aufgewachsene Torwart-Talent kam im Alter von neun Jahren zum SVW, durchlief dort die Jugend-Teams, spielte auch in der A-Junioren-Bundesliga (Foto). © imago
Felix Wiedwald
Wiedwald nahm auch als Nachwuchsspieler gelegentlich am Profi-Training teil und fuhr mit ins Trainingslager. © nordphoto
Felix Wiedwald
Im Februar 2010 erhielt Wiedwald seinen ersten Profivertrag bei Werder, konnte sich aber noch nicht durchsetzen. © nordphoto
Felix Wiedwald
2011 zog Wiedwald weiter: Beim MSV Duisburg war er zunächst zweiter Torwart hinter Florian Fromlowitz, verdrängte ihn aber im Laufe der Saison und wurde erstmals Stammkeeper einer Profimannschaft. © nordphoto
GER, 2.FBL, 1. FC Union Berlin, MSV Duisburg
Als Duisburg 2013 keine Lizenz für die Zweite Liga bekam und in die Dritte Liga zwangsabsteigen musste, verließ Wiedwald den Verein und schloss sich Bundesligist Eintracht Frankfurt an. © nordphoto
Felix Wiedwald
Wiedwald war die Nummer zwei hinter Kevin Trapp - bis sich Trapp im September 2014 einen Syndesmose-Riss zuzog. © nordphoto
Felix Wiedwald
Wiedwald machte seine Sache als Ersatzmann gut, musste nach Trapps Genesung aber wieder Platz machen. Immerhin hatte er die Aufmerksamkeit anderer Clubs auf sich gezogen... © nordphoto
... in erster Linie von Werder. Wiedwald kehrte 2015/2016 zu seinem Herzensverein zurück. In seiner ersten vollen Saison als Nummer eins kassierte Wiedwald allerdings satte 65 Gegentore.
... in erster Linie von Werder. Wiedwald kehrte 2015/2016 zu seinem Herzensverein zurück. In seiner ersten vollen Saison als Nummer eins kassierte Wiedwald allerdings satte 65 Gegentore. © gumzmedia
Wiedwald ging auch als Stammtorwart in die Saison 2016/2017. Nach schwachem Saisonstart der Mannschaft degradierte ihn Trainer Viktor Skripnik.
Wiedwald ging auch als Stammtorwart in die Saison 2016/2017. Nach schwachem Saisonstart der Mannschaft degradierte ihn Trainer Viktor Skripnik. © gumzmedia
Skripnik setzte auf Jaroslav Drobny. Nur wegen einer Handverletzung des Oldies rutschte Wiedwald nochmal ins Tor...
Skripnik setzte auf Jaroslav Drobny. Nur wegen einer Handverletzung des Oldies rutschte Wiedwald nochmal ins Tor... © gumzmedia
... doch als Drobnys Verletzung auskuriert war, musste Wiedwald auch unter dem neuen Coach Alexander Nouri wieder auf die Bank. Wiedwalds Tage in Bremen scheinen damit gezählt. Oder bekommt er nochmal seine Chance?
... doch als Drobnys Verletzung auskuriert war, musste Wiedwald auch unter dem neuen Coach Alexander Nouri wieder auf die Bank. Wiedwalds Tage in Bremen scheinen damit gezählt. Oder bekommt er nochmal seine Chance? © gumzmedia
Ja, er bekam sie und nutzte die Chance eindrucksvoll. Als Drobny wegen einer roten Karte und einer anschließenden Schulterverletzung einige Spiele ausfiel, zeigte Wiedwald starke Leistungen.
Ja, er bekam sie und nutzte die Chance eindrucksvoll. Als Drobny wegen einer roten Karte und einer anschließenden Schulterverletzung einige Spiele ausfiel, zeigte Wiedwald starke Leistungen. © gumzmedia
Vor der Saison 2017/18 verließ der Keeper die Bremer jedoch - und wechselte zum englischen Zweitligisten Leeds United, wo er einen Drei-Jahres-Vertrag erhalten hat.
Vor der Saison 2017/18 verließ der Keeper die Bremer jedoch - und wechselte zum englischen Zweitligisten Leeds United, wo er einen Drei-Jahres-Vertrag erhalten hat. © gumzmedia

Quelle: DeichStube

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