Allofs warnt vor Vergleichen mit Bruder Toni / „Werder bringt mich weiter“

Felix Kroos setzt auf sein Talent

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Bremen - Von Arne Flüggeund Malte Rehnert · Nein, Neid kommt bei Felix Kroos nicht auf, wenn man auf seinen Bruder zu sprechen kommt.

Werder Bremens Neuzugang ist vielmehr unheimlich stolz darauf, dass Toni mit der deutschen Nationalmannschaft an der WM in Südafrika teilnimmt. „Ich freue mich sehr für ihn“, sagt der Bremer Kroos über den älteren Kroos, der ab der kommenden Saison wieder für Bayern München spielt.

Überhaupt haben die beiden ein ganz besonderes Verhältnis. „Zwischen uns“, sagt Felix Kroos, „passt kein Blatt Papier. Wir sind ganz dicke.“ Vor jedem Spiel schickt Felix eine SMS nach Südafrika, wünscht seinem Bruder viel Glück. „Und alle zwei Tage telefonieren wir miteinander.“

Dass Felix Kroos gern mit seinem Bruder verglichen wird und dadurch fast zwangsläufig auch der Druck auf den erst 19-jährigen Offensivspieler erhöht wird, stört den Blondschopf nicht. „Das kommt doch sowieso nur von außen. Ich habe meine eigenen Erwartungen an mich.“

Dennoch warnt Sportdirektor Klaus Allofs davor, seinen Youngster, der mit den Bremer Profis die Vorbereitung absolviert, aber zunächst einmal für die U 23 vorgesehen ist, mit Toni Kroos zu vergleichen. Und der Werder-Boss, 1980 EM-Torschützenkönig, spricht aus Erfahrung. „Er muss sich davor hüten. Das hat meinen Bruder Thomas damals auch schon immer genervt. Ich bin da natürlich sensibilisiert.“

Gleichwohl attestiert Allofs seinem neuen Spieler eine hohe Qualität. „Er hat ein ähnliches Potenzial wie sein Bruder. Aber Potenzial ist nicht alles.“ Im Klartext: Felix Kroos muss sich jetzt erst mal bei Werder zeigen. Und das will er. „Es ist schön, wenn Klaus Allofs mein Talent lobt“, erklärt Felix Kroos und fügt selbstbewusst an: „Werder hätte mich ja auch nicht geholt, wenn ich nicht ein gewisses Potenzial hätte.“ Das, so Kroos, müsse er

▪ Umweg über

▪ die U 23

jetzt abrufen „und mich noch weiter entwickeln“.

Denn sein Ziel ist klar: Er will sich über kurz oder lang für den Bremer Profikader empfehlen. Und da ist der Umweg über die U 23 in der Dritten Liga für ihn kein Problem. Bei Zweitliga-Absteiger Hansa Rostock hatte er trotz 27 Spielen zuletzt auch nicht die gewünschte Einsatzzeit gehabt. „Felix hat jetzt den richtigen Schritt getan“, ist sich Allofs sicher.

Und Kroos setzt sich bei seinem Vorhaben, sich als Bundesliga-Profi zu etablieren, nicht unter Druck. „Es gibt keinen Plan“, beteuert der Nachwuchsspieler, „für mich kann jetzt nur zählen, dass ich im Training Gas gebe und mich zeige. Bei Werder mit so vielen Stars zu trainieren, wird mich weiterbringen.“ Davon ist auch Allofs fest überzeugt. Nicht von ungefähr hat Werder das Offensivtalent mit einem Dreijahresvertrag bis zum 30. Juni 2013 ausgestattet.

Eine Wohnung hat Kroos in Bremen bereits gefunden. Doch einleben wird er sich noch nicht können. Gestern ging’s mit Werder ins erste Trainingslager nach Norderney. Anschließend folgt Donaueschingen, dann Bad Waltersdorf in Österreich. „Ein strammes Programm“, sagt Kroos, „aber das gehört zur Vorbereitung dazu.“

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