Gladbachs Xhaka und Hanke müssen zum Rapport / In Bremen wird die Borussia wieder defensiver

Favre verkündet das Ende der Streitigkeiten

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Aufgepasst! Lucien Favre lässt seine Gladbacher nun wieder kompakter auftreten. ·

Mönchengladbach - Manfred Bock. Thema erledigt, Deckel drauf. Es sind nur ein paar dürre Worte gewesen, die Lucien Favre auf der gestrigen Pressekonferenz im Borussia-Park vor dem Gastspiel in Bremen darauf verwendete, die beigelegten Streitigkeiten mit seinen Spielern Granit Xhaka und Mike Hanke zu erklären.

Ja, es habe Gesprächsbedarf gegeben, nein, über Inhalte wird nichts verraten, so die Mitteilung des Mönchengladbacher Trainers.

Der Schweizer Nationalspieler hatte die Mentalität der auf entscheidenden Positionen erneuerten Mannschaft bemängelt, der deutsche Mittelstürmer zuvor wegen seiner Nicht-Berücksichtigung gequengelt. Gift für das Binnenklima der Borussia, die auch deshalb vergangene Saison einen wundersamen vierten Bundesligarang erreicht hatte, weil die Fohlenelf als kraftstrotzendes Kollektiv aufgetreten war.

Doch nach den Abgängen von Marco Reus (Dortmund), Roman Neustädter (Schalke) und Dante (Bayern) schien der interne Kitt abhanden gekommen; das überflüssige Aus in der Champions-League-Qualifikation gegen Dynamo Kiew verstärkte dann noch die Irritationen. Favre ist daher froh, „dass wir gegen Frankfurt zuletzt seriös verteidigt und wenig Lücken gelassen haben“. Der 2:0-Erfolg vor zwei Wochen war eine wichtige Beruhigungspille, doch schon eine Niederlage im Weserstadion würde Gräben wieder aufreißen, weil die Borussia zu viele Baustellen offenbart: Torwart Marc-Andre ter Stegen fehlt die alte Sicherheit, in der Abwehr und im Angriff sind die millionenschweren Neuzugänge Alvaro Dominguez und Luuk de Jong nicht wirklich integriert. Im Mittelfeld war beim Favre-Konzept mit Doppel-Sechs und offensiven Außen eigentlich nie ein Spielmacher vorgesehen, und plötzlich ist dort Thorben Marx erste Wahl, der begabte Xhaka agiert vorgezogen.

Immerhin: Juan Arango ist auch in dieser Saison kreativ. Angeblich hat er sich in der WM-Qualifikation mit Venezuela verletzt, doch Favre gab gestern Entwarnung: „Er soll leichte Wadenprobleme haben. Aber ich denke, dass er spielen kann.“ Auch Flügelmann Patrick Herrmann ist wieder einsatzbereit, die Oberschenkelzerrung auskuriert. Gerne hätten sie in Gladbach auch einen Reus wieder dabei. Doch dessen Klasse hilft nun der anderen Borussia. Auch deshalb besinnt sich Favre auf die Defensive: „Wir müssen kompakt stehen und gut verteidigen, dann können wir gegen jeden Gegner gewinnen.“ Allerdings warnt der 54-Jährige vor Werder mit seinem „4-3-3-System mit zwei Flügelspielern und drei klaren Mittelfeldspielern. Das ist eine gefährliche Mannschaft. Ich habe das Spiel gegen die Bayern gesehen, da haben die Bremer über 80 Minuten ein 0:0 gehalten.“

Während sich die Gastgeber ausschließlich auf die Bundesliga konzentrieren können, steht Gladbach vor stressigen Wochen. Am Donnerstag geht es in der Europa League weiter gegen Marseille, dann steht am Sonntag in der Bundesliga die Partie gegen Hannover auf dem Programm, am Mittwoch danach folgt das Pokalspiel in Düsseldorf. Da darf es keine Störfeuer geben, deshalb hat Favre jetzt den Deckel drauf gemacht.

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