Fast 50000 Besucher beim Tag der Fans / Eichin spricht von Platz neun / Kühne-Millionen in der Kritik

Ein Rekord, ein Traum und Spott für den HSV

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Gedrängel ohne Ende: Der Tag der Fans lockte gestern 50000 Besucher an.

Bremen - „Wir sind Werder Bremen“, schmetterte die Band „Afterburner“ vor der Ostkurve, Clemens Fritz und Co. wedelten schön aufgereiht im Hintergrund etwas hilflos mit grün-weißen Fähnchen – und Chelsea-Coach Jose Mourinho schaute regungslos zu. Die Vorstellung der Mannschaft für die Saison 2014/15 im zu diesem Zeitpunkt nur zu einem Drittel gefüllten Weserstadion war gut gemeint, kam aber nicht so gut rüber.

Eigentlich schade, denn der Tag der Fans vor der Arena hatte einen ganz anderen Eindruck hinterlassen. Auf der Sponsorenkirmes mit zahlreichen Mitmachständen gab es bei bestem Sommerwetter schon ab 11 Uhr kaum noch ein Durchkommen. Von 50000 Besuchern war die Rede – ein Rekord bei der 20. Auflage des Fan-Festes. Dabei gab es die Profis nur am Anfang und am Ende zu sehen. Immerhin schrieben die Bremer Kicker nach der öffentlichen Übungseinheit am Morgen über eine halbe Stunde lang Autogramme. Anschließend durften sie sich für die Partie gegen den FC Chelsea ausruhen.

Ihren Job mit dem Kugelschreiber übernahmen dann neben den verletzten Profis wie Özkan Yildirim ehemalige Werder-Größen wie Ivan Klasnic, Andree Wiedener oder Frank Verlaat. „Es ist einfach schön, viele nette Leute wiederzutreffen“, schwärmte Verlaat (46) und lobte das Ambiente unterhalb des Osterdeichs: „Das ist hier ein echtes Werder-Dorf.“

In dem es auch eine Bühne gab. Auf der wurde diesmal allerdings nicht wie früher die Mannschaft offiziell vorgestellt. Dieser Akt wurde ins Stadion verlegt und war damit für die Fans kostenpflichtig. Die Ticketpreise für den Test gegen den FC Chelsea bewegten sich auf Bundesliga-Niveau. Immerhin kam Trainer Robin Dutt für ein kurzes Gespräch auf die Fanmeile, und der traditionelle Geschäftsführer-Talk fehlte auch nicht. Der hatte es sogar richtig in sich. Während Sportchef Thomas Eichin öffentlich von Platz neun träumte, knöpften sich Klaus Filbry und Klaus-Dieter Fischer den Hamburger SV vor. „Wer vernünftig wirtschaften kann, braucht keinen Mäzen wie Kühne beim HSV“, stichelte Fischer. Genauso wie Filbry: „Für uns ist es nicht denkbar, mit einem Investor zusammenzuarbeiten, der über die Medien Vereinspolitik macht. Außerdem haben wir keine 100 Millionen Euro Schulden.“ Ein Volltreffer ins Bremer Fan-Herz – und Filbry hatte noch einen Pfeil im Köcher, den er in Richtung des Clubs von Milliardär Dietmar Hopp feuerte: „Die Auswärtsfans aus Hoffenheim können wir per Handschlag begrüßen.“

Die eigenen Fans sicher nicht, denn Filbry kündigte an, dass alle Heimspiele ausverkauft sein werden. Und wen die Anhänger dann sehen wollen, machten sie bei der Teamvorstellung deutlich: U19-Europameister Davie Selke bekam mit Abstand den meisten Beifall. Ärgerlich nur, dass die Zukunft des 19-Jährigen noch offen ist.

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Werder gewinnt gegen Chelsea 3:0

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