Für Spieler „kein Problem“

Falsche Neun, richtige Neun? Hauptsache, drei Punkte

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Aaron Hunt (mit Trainer Robin Dutt) trainierte gestern abwechselnd mit Elia in der Spitze. Dutt lässt sich die Option des zurückgezogenen Stürmers offen. 

Bremen - „Die falsche Neun“ – abseits des Fußball-Wörterbuchs klingt das irgendwie nach „falschem Fünfziger“: linkisch, gemein, hinterhältig. Doch heute Abend ab 18.30 Uhr im Bundesliga-Duell beim VfL Wolfsburg könnte Werder-Trainer Robin Dutt diese Variante in der Offensive aufbieten.

„Wenn es kein richtiger Neuner ist, muss es ja ein falscher sein“, philosophierte der 48-Jährige augenzwinkernd. Weil diese pauschale Denkweise aber nicht Dutts Naturell entspricht, nannte er schnell die Vorzüge dieser Taktik: Es sei eben „kein klassischer Neuner, der nur im Strafraum Posten bezieht, sondern auch mal zurück ins Mittelfeld geht und dort Überzahl erzeugt – wenn die gegnerischen Innenverteidiger in ihrem Wohnzimmer bleiben.“

Eljero Elia (Bild) und Aaron Hunt trainierten gestern abwechselnd in der Spitze. Dutt lässt sich die Option des zurückgezogenen Stürmers offen.

Welcher Bremer dieses Übergewicht erzeugen könnte oder ob es doch bei der klassischen Stoßstürmer-Variante bleibt, stand für Dutt noch nicht abschließend fest: „Im Moment gehe von den taktischen Gedankenspielen langsam in die personellen Gedankenspiele über“, verdeutlichte er den Stand der Überlegungen, die „allerdings in Abhängigkeit zu den anderen Offensivpositionen stehen“.

Fest steht nur: „Nils Petersen interpretiert diese Position anders als die anderen Bewerber.“ Damit lobt Dutt die defensive Mitarbeit, die Petersen vor seinem Innenband-Anriss gezeigt hatte – und sucht weiter nach Alternativen.

Aaron Hunt aus dem offensiven Mittelfeld würde sich die Rolle an vorderster Front zutrauen: „Ob dort oder im Mittelfeld – damit hätte ich kein Problem“, versichert der 27-Jährige. Gleichzeitig bringt er aber noch andere Namen ins Gespräch – etwa Özkan Yildirim, der gestern im Abschlusstraining auf der linken Seite der A-Elf wirbelte. Und „Elli hat ja auch schon mal ganz vorn gespielt“, erinnert Hunt an Eljero Elia, mit dem er sich gestern in der Spitze abwechselte.

Nachwuchsstürmer Melvin Lorenzen ist für heute hingegen keine Option. Der 18-Jährige wurde von Dutt nicht für den Kader nominiert, er blieb gestern Abend in Bremen.

Der Trainer setzt also auf die Arrivierten – und trifft damit laut Meinung von Werders Innenverteidiger Luca Caldirola die richtige Wahl, falls es Dutt doch mit der „falschen Neun“ probiert. In diesem Fall, sagt Caldirola, „muss man in der Abwehr noch schneller einschreiten, weil der Gegner weniger Anspielstationen hat.“ Elia und Hunt würde dieses frühe Stören aber „keine Schwierigkeiten bereiten“, sagt der Italiener: „Beide sind sehr gute Spieler.“ 

Abschlusstraining: Werder variiert im Angriff

Für Caldirolas Pendant, Wolfsburgs Naldo, gilt das Prädikat „Sehr gut“ zweifellos auch. Zwar wünscht sich Dutt, dass der Brasilianer heute zu jenen Innenverteidigern zählt, die in ihrem besagten Wohnzimmer bleiben und nicht mit nach vorn gehen, doch allzu große Hoffnungen macht er sich da nicht – dafür kennt er den auch vorn gefährlichen Ex-Werderaner zu gut. In dieser Saison traf Naldo ein Mal und bereitete einen weiteren Treffer vor. Auch ihn zählt Dutt zu jenen VfL-Einzelspielern, die „die Qualität haben, sofort zurückzuschlagen. Daraus machen sie drei Punkte, wenn du nicht konzentriert bist.“ Also gelte höchste Aufmerksamkeit in einem „knappen Spiel“, wie es Dutt prophezeit: „Und ich hätte nichts dagegen, wenn es knapp für uns ausgeht…“ · ck

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